Bei diesem Paar vergeht kein Tag ohne Kompliment
Das Ehepaar Ingrid und Hans Hey kennt das Rezept für eine lebenslange, glückliche Beziehung. Mit den Initiatoren der Heilbronner Liebesschlösser an der Götzenturmbrücke beginnt unsere Monatsserie "Zeichen der Liebe".

"Die Liebe hält ewig, wenn sie unbeirrt, jeden Tag erneuert wird", heißt der Leitspruch des Heilbronner Ehepaars Ingrid und Hans Hey. An keinem Tag ihrer langen, sehr langen Ehe hat er vergessen, ihr zu sagen, wie schön sie sei.
Im April haben die beiden Diamantene Hochzeit. Wie jedes Jahr werden sie auch an diesem Valentinstag zwischen 14 und 16 Uhr bei den Liebesschlössern an der Götzenturmbrücke anzutreffen sein und rote Rosen verteilen.
Die Heys sind die Initiatoren der Liebesschlösser
Die Heys haben die Liebesschlösser, eine Idee des italienischen Autors Frederico Moccia, vor zehn Jahren nach Heilbronn geholt und zusammen mit der Marketinggesellschaft der Stadt ein touristische Angebot daraus gemacht. Den 10. August haben sie zum Tag des Liebesschlosses erklärt.

Ingrid und Hans Hey waren die ersten, die dort ein Schloss angebracht und den Schlüssel anschließend in den Neckar geworfen haben. Ihre Liebe ist in guten wie in schlechten Zeiten unverbrüchlich.
"Per sempre - für immer" ist das Versprechen, das sich Ingrid und Hans Hey am 30. April 1960 in der Heilbronner Wichernkirche gegeben haben. Er ließ die Hochzeitsgesellschaft warten."Ich habe gewusst, dass er kommt", sagt sie.
Liebe zur Musik als gemeinsames Interesse
Die Hochzeitsreise führte noch im gleichen Jahr zu den Salzburger Festspielen, wo sie den Sänger Gottlob Frick kennenlernten. Noch eine lebenslange Beziehung: In Ölbronn, dem Geburtsort des gefeierten Opernstars, hat Hans Hey die Gottlob-Frick-Gesellschaft gegründet und aufgebaut. Bis heute ist er deren Ehrenpräsident.
In Heilbronn kennt man den Enkel der Schauspielerin Jenny Hey auch als Vorsitzenden und seit 2006 Ehrenvorsitzenden des Sinfonie Orchesters. Die Liebe zur Musik als gemeinsames Interesse schmiedete Ingrid und Hans Hey zusammen. 1969 kam Tochter Alexandra zur Welt: als Kind der Liebe.
Bei ihm war es Liebe auf den ersten Blick
Er war Lehrling bei Johann Wolf in der Kaiserstraße, als er sie zum ersten Mal sah. Da war sie 13. Bis heute weiß er, wie sie damals ausgesehen hat, was sie trug, wie sie die Haare zu einem Mozartzopf gebunden hatte. "Mit Schleife", ergänzt sie.

Bei ihm war es Liebe auf den ersten Blick. "Die oder keine: Ich wusste sofort, dass ich mit der gerne Abschlussball machen würde", sagt Hans Hey. Doch erst drei Jahre später führte ihr Weg sie - Zufall oder glückliche Fügung? - in der Tanzstunde Feuerwerk auf der Allee wieder zusammen. Beim Erzählen ergänzen sich die beiden gegenseitig.
Er ist der Lebendigere und führt das Gespräch an. Sie steuert ganz ruhig die Details bei. Er habe keine Zeit zu verschenken und komme immer auf den letzten Drücker, sagt er. Sie ist diejenige, die wartet. Sein Fels in der Brandung. Er schreibt viel. Kein Text, der nicht durch ihre Korrektur geht. Sie sei die Mutigere, sagt Hans Hey über wichtige Entscheidungen, die er nie über ihren Kopf hinweg trifft.
Meinung des anderen gelten lassen
Meinungsverschiedenheiten? Ja. Aber gestritten wird kaum, erzählen die beiden. Jeder lasse den anderen mit seiner Meinung bestehen. Aber wenn er was wolle, dann habe er diesen besonderen Augenaufschlag: Ingrid Hey kann ihm nichts abschlagen.
"Ich habe ein bisschen länger gebraucht und mich erst im Laufe der Tanzstunde verliebt", sagt sie. Am dritten oder vierten Abend gab es den ersten Kuss. Da dachte sie: "Eine Routine hat er nicht." Die kam mit der Zeit. Dass es passt, daran hat sie keinen Moment gezweifelt.
Zum Kaffee serviert Ingrid Hey das Lieblingsgebäck ihres Mannes. Sie sei berühmt für ihre Torten, sagt dieser stolz. Liebe geht durch den Magen. Auch diese Erkenntnis gehört zum Rezept für ein lebenslanges Miteinander. Er war als Erfolgstrainer oft unterwegs. Sie hielt zu Hause die Stellung und managte das Unternehmen.
Was sie haben, haben sie gemeinsam aufgebaut. "Die Frau war mein Lottogewinn." Arbeit, Ehrenämter, die gemeinsame Tochter: "Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen." Und jeden Morgen, wenn er aufwache und ihre Hand nehme, sei das für ihn "ein besonderer Moment". Auch nach 60 Jahren noch.
Informationen zur Serie "Zeichen der Liebe"
In unserem aktuellen Monatsthema "Zeichen der Liebe" versuchen wir bis Mitte März, verschiedene Facetten eines großen Gefühls aufzudecken. Das erwartet unsere Leser:

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