Gastspiel in Bensheim ist ein schönes Spiel für den Trainer, aber ein schweres für die Mannschaft der Sport-Union Neckarsulm
Der Bundesligist aus Neckarsulm trifft als Außenseiter bereits zum vierten Mal in dieser Saison auf die HSG Bensheim/Auerbach. Geheimnisse gibt es zwischen beiden Mannschaften kaum noch, so dass Thomas Zeitz vor allem im Auftreten seines Teams den Schlüssel zum Erfolg sieht.

Für Thomas Zeitz ist es das liebste Auswärtsspiel der Saison, für seine Mannschaft ein unangenehm dicker Brocken: Zum Rückrunden-Start in der Handball-Bundesliga ist die Sport-Union Neckarsulm am Wochenende bei der HSG Bensheim/Auerbach gefordert. Mal wieder.
Nach dem Besuch der Südhessinnen in der Sulmhalle beim 2. „SUN Handball Cup“ während der Saisonvorbereitung, dem Bundesliga-Hinspiel (27:33) am ersten Spieltag, dem Viertelfinal-Pokal-Duell in der Weststadthalle (31:39) sowie dem Benefizspiel in der Ballei kurz vor Weihnachten (34:33) kommt es am Samstagabend (18 Uhr) bereits zum fünften Treffen zwischen der Sport-Union und dem aktuellen Tabellendritten. „Mal wieder grüßt die HSG“ könnte also das Motto für das Auswärtsspiel an der Bergstraße lauten, zu dem der in Bensheim wohnhafte Thomas Zeitz in zehn Minuten zu Fuß gehen könnte.
Kaum Geheimnisse zwischen HSG Bensheim/Auerbach und Sport-Union Neckarsulm
Es gibt in der Liga kaum zwei Mannschaften, die sich besser kennen. Stärken und Schwächen sind hier wie dort bestens bekannt und eine ganze Reihe von Spielerinnen − Alicia Soffel, Lilli Holste und Antje Döll auf Neckarsulmer Seite sowie Nina Engel und Lucie-Marie Kretzschmar bei der HSG − haben ihre Spuren in beiden Vereinen hinterlassen. „Wir haben daher auf eine spektakuläre Videoanalyse verzichtet“, sagt der Trainer.
Über Erfolg oder Misserfolg entscheide seine Mannschaft vor allem selbst: wenige Technische Fehler, ein gutes Rückzugsverhalten, im Sechs-gegen-sechs zu Abschlüssen kommen und Chancen verwerten. Kurzum: Es gilt alles dafür zu tun, dass die HSG nicht zu ihrem favorisierten Umschalt- und ins Tempospiel findet. „Das ist nämlich eine Mannschaft, die jeden Fehler und jeden Ballverlust sofort bestraft“, warnt Zeitz vor den torhungrigen Gastgeberinnen.
Es gilt, Fehler zu vermeiden: in der Küche und auf dem Feld
Ihren eigenen Hunger stillten die Neckarsulmer Spielerinnen am Donnerstag bereits gleich selbst, nachdem sie im Anschluss an einen Sponsorentermin bei der AOK Baden-Württemberg in den Küchen-Räumlichkeiten der Krankenkasse in einer Art Teambuilding-Maßnahme ein gemeinsames Mittagessen zubereiteten.
„Ansonsten haben wir während der gesamten WM-Pause viel an unserem eigenen Spiel gearbeitet. Das hat man gegen Metzingen noch nicht so richtig gesehen, gegen Zwickau dann aber doch schon etwas mehr: Wir wollen einfach etwas ‚ökonomischer‘ spielen.“ Fehler vermeiden und sich auch seltener zu Fehlern zwingen lassen, lautet die Grundidee für die bevorstehende Bundesliga-Rückrunde. „Es ist besser, den Ball auf das Tor zu werfen, auch wenn er dann mal nicht reingeht, als ihn direkt dem Gegner in die Hand zu drücken“, stellt Zeitz das Vorhaben vereinfacht dar. Gegen die umschaltstarken Bensheimerinnen gilt dies im Besonderen.
Positives Punktekonto als Zwischenziel für die Rückrunde
Neben der bisherigen Punkteausbeute (HSG Bensheim/Auerbach: 16:4 Punkte; Sport-Union Neckarsulm: 10:10 Punkte) liegt der größte Unterschied zwischen beiden Teams im spielfähigen Personal, denn während Zeitz nach dem kurzen Silvester-Urlaub bis auf Alessia Riner (Kreuzbandriss) alle Spielerinnen zur Verfügung stehen, ist die Personaldecke in Bensheim weiter dünn.
„Ich gehe aber davon aus, dass sie mit ihrer bestmöglichen Mannschaft antreten werden“, sagt Zeitz. Das heißt weiterhin ohne Ndidi Agwunedu, Spielführerin Lisa Friedberger (beide ebenfalls Kreuzbandriss) und Kim Irion (Schwangerschaft), dafür aber wieder mit Kreisläuferin Meike Schmelzer, die bei der 29:31-Heim-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den Thüringer HC ohne Spielzeit geblieben war.
„Wir müssen aber in jedem Fall sofort da sein und zunächst einmal versuchen, das Spiel bis zur Halbzeit und wenn möglich auch darüber hinaus offen zu halten“, umreißt Zeitz die Herangehensweise für seine Mannschaft. Mit Blick auf die restliche Saison haben sich der Trainer und seine Mannschaft vorgenommen, die Hauptrunde mit einem positiven Punktekonto anzuschließen − „in dem Wissen, dass bei uns auch in den vergangenen Jahren die zweite Saisonhälfte immer besser war als die erste, weil wir einfach eingespielter waren“.
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