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Sport-Union Neckarsulm zündet das Feuerwerk schon einen Tag vor Silvester

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Handball-Bundesligist feiert einen versöhnlichen Jahresabschluss: Die Sport-Union Neckarsulm zerpflückt in ihrem letzten Spiel des Jahres einen chancenlosen BSV Sachsen Zwickau in der Ballei.

Linksaußen Antje Döll (am Ball) hat die vorzügliche WM-Form bis nach Neckarsulm gerettet. Sieben Tore steuert die Vizeweltmeisterin zum Sieg bei.
Linksaußen Antje Döll (am Ball) hat die vorzügliche WM-Form bis nach Neckarsulm gerettet. Sieben Tore steuert die Vizeweltmeisterin zum Sieg bei.  Foto: Seidel, Ralf

Mit einem echten Handball-Fest hat sich die Sport-Union Neckarsulm am Dienstagabend von ihren Fans in das neue Jahr verabschiedet. Die Akteurinnen von Trainer Thomas Zeitz brannten einen Tag vor dem Jahreswechsel in der heimischen Ballei ein wahres Handball-Feuerwerk ab und ließen dem BSV Sachsen Zwickau beim 35:22 (18:10)-Erfolg zu keiner Zeit eine Chance.

„Es ist endlich einmal so gelaufen, dass wir gut angefangen haben und es dann auch durchgezogen haben. Wir sollten daher auch nicht in den Krümeln suchen, ob es vielleicht auch 14, 15 oder 16 Tore Differenz hätten sein können“, sagte Zeitz nach dem letzten Spiel der Hinrunde, die seine Mannschaft mit 10:10 Punkten und auf Tabellenplatz sechs abschließt.

Sport-Union Neckarsulm zwingt Sachsen Zwickau zu Fehlern

Bereits mit Spielbeginn hatte er seine zögerlichen Personalentscheidungen aus der am vergangenen Samstag knapp verlorenen Begegnung gegen die TuS Metzingen korrigiert und Lena Ivancok zurück zwischen die Pfosten sowie Angunn Gudmestad in den rechten Rückraum beordert. Und die Torhüterin hielt auch umgehend den ersten Zwickauer Ball sowie einen Siebenmeter von Silje Brøns Petersen, während die Norwegerin sich beim 5:1-Start mit drei Treffern und einem Assist ebenfalls hervorragend einführte.

„Manchmal musst du den Gegner zu den Fehlern zwingen. Das haben wir im Zusammenspiel mit der Torhüterin gut gemacht und daraus dann auch Tempo-Tore kreiert. Vorne hatten wir gesagt, welche Schnittstellen wir angreifen und dass wir einfach, aber klar spielen wollen. Und auch das haben wir über weite Strecken hinbekommen“, bilanzierte Zeitz zufrieden, nicht jedoch übermäßig euphorisch.



Neckarsulmer Abwehrarbeit wird der Schlüssel zum Erfolg

Neben Gudmestads Offensiv-Power war es die starke Deckungsarbeit des Neckarsulmer Abwehrkollektivs um Kim Hinkelmann und Annefleur Bruggeman, die der Sport-Union nach einer Viertelstunde eine 9:4-Führung beschert hatte.

Im Angriffsspiel präsentierten sich die Gastgeberinnen dabei mit viel Tempo, zeigten tolle Spielzüge und belohnten sich – anders als noch beim 29:30 gegen die Metzinger „TusSies“ –, zudem auch für ihre Bemühungen. Und während BSV-Trainer Norman Rentsch an der Seitenlinie ob seiner anfangs gänzlich chancenlosen Mannschaft beinahe verzweifelte, hatte sein Gegenüber diesmal ein glückliches Händchen mit seinen Wechseln.

Zeitz’ Wechsel fruchten – auch nach der Halbzeit

So traf etwa Paulina Uscinowicz, nachdem sie sich bei zwei Siebenmetern das nötige Feingefühl geholt hatte, kurz nach ihrer Hereinnahme mit drei Krachern aus dem Rückraum und trug somit ihren Part dazu bei, dass Thomas Zeitz’ Mannschaft mit einem völlig verdienten 18:10 in die Kabinen ging.

Die angesichts von 1318 Zuschauern pickepackevolle Ballei glich schon da einem Tollhaus. Gerade mal drei Technische Fehler in Hälfte eins waren der statistische Beweis des spielerisch äußerst ansprechenden Neckarsulmer Auftritts. Und dieser fand nach Wiederbeginn, anders als noch Ende Oktober nach der 19:11-Halbzeit-Führung gegen Göppingen, diesmal eine nahtlose Fortsetzung.


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Smits und Ossenkopp geben der Party weiteren Zündstoff

Nun war es immer wieder Munia Smits, die in den ersten 30 Minuten noch einen etwas unglücklichen Auftritt hingelegt hatte, die der Partystimmung mit ihren Toren neuen Zündstoff gab. Und auch Meret Ossenkopp, die anfangs noch etwas Wurfpech gehabt hatte, fand mit ihren Toren immer besser in die Partie und hatte ebenso wie (fast) alle anderen in der Ballei sichtlich Spaß an diesem letzten Sport-Union-Spiel des Jahres.

Als beim Stand von 30:16 die Schlussviertelstunde bereits angebrochen war, erlaubte sich Thomas Zeitz guten Gewissens personelle Wechsel. Der Partystimmung tat das allerdings keinen Abbruch. „Heute ist ein Tag, um diesen gebührenden Jahresabschluss zu feiern. Aber es soll nur ein Schritt in die richtige Richtung sein, um dann im neuen Jahr genauso weiterzumachen“, sagte der Trainer. Für ein Handball-Feuerwerk würde man sich in Neckarsulm ohne Frage auch im Januar noch begeistern können.

Weitere Berichterstattung folgt.


Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (6 Paraden); Fossum (3 Paraden) – Ossenkopp (6), Gudmestad (4), Bruggeman (2), Hinkelmann, Smits (4), Döll (7/3); Soffel, Kordovská, Holtman (3), van der Linden (2), Albers, Holste, Uscinowicz (7/4).

Erfolgreichste Werferinnen BSV Sachsen Zwickau: Romy Steverink (4), Victoria Hasselbusch (3).

Schiedsrichter: Moritz Hartmann/Nils Hennekes.

Siebenmeter: Sport-Union Neckarsulm: 7/10; BSV Sachsen Zwickau: 3/5.

Zeitstrafen: 1/3.

Zuschauer: 1318.

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