Stimme+
Handball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Zwickau-Spiel macht Lust auf mehr: „Es muss unser Ziel sein, in der Rückrunde ein paar Punkte mehr zu holen“

   | 
Lesezeit  7 Min
Erfolgreich kopiert!

Mit einem 35:22-Erfolg gegen Sachsen Zwickau verabschiedet die Sport-Union Neckarsulm sich und ihre Fans ins Jahr 2026. Die Hinrunden-Bilanz fällt daher bei den Verantwortlichen positiv aus. Die Stimmen zum Spiel.

Annefleur Bruggeman (Zweite von rechts) und Kim Hinkelmann (rechts) waren nach dem gelungenen Jahres- und Hauptrunden-Abschluss in der Handball Bundesliga Frauen ebenso wie ihre Teamkolleginnen bester Laune.
Annefleur Bruggeman (Zweite von rechts) und Kim Hinkelmann (rechts) waren nach dem gelungenen Jahres- und Hauptrunden-Abschluss in der Handball Bundesliga Frauen ebenso wie ihre Teamkolleginnen bester Laune.  Foto: Seidel, Ralf

Wenig zu kritisieren gab es am Dienstagabend im Lager der Sport-Union Neckarsulm. Der Handball-Bundesligist ließ in seinem letzten Spiel des Jahres Konkurrent BSV Zwickau keine Chance und schickte die Gäste nach einem spielfreudigen Auftritt und einem daraus resultierenden, deutlichen 35:22 (18:10)-Sieg punktlos auf die Rückreise nach Sachsen.


Mehr zum Thema

Stimme+
Handball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Sport-Union Neckarsulm zündet das Feuerwerk schon einen Tag vor Silvester


Trainer Thomas Zeitz sowie seine Rückraum-Spielerinnen Annefleur Bruggeman (ein Tor, ein Block) und Angunn Gudmestad (vier Tore, zwei Assists) sahen daher viel Positives – verbunden mit der Hoffnung, 2026 daran anknüpfen zu können. Auch Nationalmannschaftsspielführerin Antje Döll ist nach ihren WM-Heldentaten mit 16 Toren aus zwei Spielen wieder gut im Bundesliga-Alltag angekommen.

Weit weniger gut war die Stimmung nach einem für sie gebrauchten Tag hingegen bei BSV-Trainer Norman Rentsch und Kreisläuferin Victoria Hasselbusch, die nicht nur aufgrund ihrer drei Tore aber noch zu den besseren Sächsinnen in der Ballei gehört hatte. Die Stimmen zum Spiel.

Thomas Zeitz

…über die Partie und den Spielverlauf: „Es ist endlich einmal so gelaufen, dass wir gut angefangen haben und es dann auch durchgezogen haben. Wir sollten daher auch nicht in den Krümeln suchen, ob es vielleicht auch 14, 15 oder 16 Tore Differenz hätten sein können.“

…darüber, wie er seine Mannschaft auf Sachsen Zwickau eingestellt hatte: „Wir wussten, dass es ein unangenehmes Spiel werden kann; das ist eine Mannschaft, die eigentlich kämpft, und kratzt, und beißt und sich dann dadurch ins Spiel reinfuchst. Ihre gute Kreisläufer-Kooperation haben wir heute wirklich sehr gut gelöst – gerade im Sieben-gegen-sechs, das sie normalerweise viel spielen und womit sie gegen den THC 15 Tore gemacht haben. Auch dass wir sie über die Außen haben anspielen lassen, hat gut funktioniert: sie hatten da viele Ballverluste und wir haben Bälle gewonnen.“


Mehr zum Thema

Stimme+
Handball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Sport-Union Neckarsulm rutscht mit einem Vereinsrekord ins Jahr 2026


…über die starke Abwehrarbeit: „22 Gegentore sind natürlich ein Wort – gerade gegen eine Mannschaft, die die vergangenen Spiele das Sieben-gegen-sechs wirklich hervorragend gespielt hat. Natürlich gehört da auch ein Gegner dazu, aber manchmal musst du den auch zu den Fehlern zwingen. Das haben wir im Zusammenspiel mit der Torhüterin gut gemacht und daraus dann auch Tempo-Tore kreiert. Vorne hatten wir gesagt, welche Schnittstellen wir angreifen und dass wir einfach, aber klar spielen wollen. Auch das haben wir über weite Strecken hinbekommen, so dass es nicht viel zu meckern gibt – und das, was es zu meckern gibt, mache ich dann intern.“ (grinst)

…dazu, wie er sich die Unterschiede im Auftreten seiner Mannschaft zwischen den Partien gegen die TuS Metzingen und Sachsen Zwickau erklärt: „Das ist immer ein bisschen Kopfsache und dazu kommt sicherlich auch – ohne das als Entschuldigung verstanden wissen zu wollen: Wenn man vorher nur einmal in der gesamten Gruppe zusammen trainiert, dann ist das ein Unterschied. Und es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an, wie man in so ein Spiel reinkommt. Heute hat von Beginn an funktioniert, was wir machen wollten. Daraus bekommst du eine gewisse Selbstsicherheit, die man dann in unseren Aktionen gesehen hat.“

…über Parallelen zum Göppingen-Spiel Ende Oktober: „Da hatten wir in der 35. Spielminute zehn Tore Vorsprung und in der 59. Minute stand es dann unentschieden. Wir haben das kurz thematisiert und die Mannschaft hat das gut umgesetzt. Es war eine großartige Leistung, vor allem in der Abwehr. Aber auch, was wir uns im Angriff vorgenommen haben, hat funktioniert. Es ist daher ein gutes Jahresende.“

…zu den kritischen Stimmen, die beklagt hatten, dass er Lena Ivancok und Angunn Gudmestad gegen die TuS Metzingen zu wenig Spielzeit gewährt hatte: „Das muss man aushalten als Trainer. Wenn ich das nicht aushalten könnte, hätte ich schon vor 20 Jahren mit dem Job aufhören müssen. Aber na klar: beide haben heute ein super Spiel gemacht. Angunn hatte auch in Metzingen ihre Sache gut gemacht, weswegen sie heute angefangen hat. Aber ich bin halt neunmal in der Woche im Training, sehe, was da gemacht wird und versuche dann, das Bestmögliche für das Wochenende auf die Platte zu bringen.“



…über den gelungenen Jahresabschluss: „Alle sind zum Einsatz gekommen, alle haben ihren Teil zum Erfolg beigetragen. Heute ist ein Tag, um diesen gebührenden Jahresabschluss zu feiern. Aber es soll nur ein Schritt in die richtige Richtung sein, um dann im neuen Jahr genauso weiterzumachen.“

…über die Kulisse mit 1318 Fans in der Ballei: „Es war ein fantastischer Support; das war wirklich richtig, richtig geil und es macht einfach Spaß vor einer so vollen Halle zu spielen. Und wenn du dann noch so spielst und die Dinge so funktionieren, wie du sie dir vornimmst, dann ist es umso schöner.“

…über die Hinrunden-Bilanz und den Ausblick auf 2026: „Wir hätten noch zwei Punkte mehr haben sollen: Metzingen oder Oldenburg, eines von den beiden Spielen hätte man noch ziehen können. Aber wir haben ja noch eine Rückrunde, in der wir das besser machen können. Wichtig ist aber, dass wir in der Tabelle dabei sind, alle sind da eng beieienander. Und wir müssen die guten Dinge konservieren, zum Beispiel die Fehleranzahl gering halten. Wenn wir so weiterspielen, mit wenig Fehlern und mit der Konsequenz, dann wird uns das dahinführen, wo wir hinwollen: einen Platz zwischen Rang fünf und acht.“

Angunn Gudmestad

…über die Leichtigkeit, die die Mannschaft 60 Minuten lang ausgestrahlt hat: „Wir hatten einen wirklich tollen Flow, haben von Anfang an richtig gut gespielt und dann hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel auch gleich zu Beginn auf unsere Seite gezogen haben. Wir lagen die ganze Zeit in Führung, unsere Pässe kamen dort an, wo sie hin sollten und wir haben unsere Chancen genutzt und die Tore gemacht. Wir können daher wirklich zufrieden mit den beiden Punkten sein; die waren wichtig und helfen uns sehr weiter.“

…über die Partie und ihren Start-Sieben-Einsatz: „Es hat mich natürlich gefreut, heute von Anfang an spielen zu dürfen, aber für mich ist das Wichtigste, dass das Team gut spielt.“

…über das, was Trainer Thomas Zeitz ihr vor dem Spiel mit auf den Weg gegeben hat: „Er hat mir beim Aufwärmen gesagt, dass ich heute von Anfang an spielen werde und dass wir versuchen sollen, in Situationen zu kommen, in denen ich dann ins Eins-gegen-eins gehen kann. So, wie ich es schon gegen Metzingen gemacht habe.“

…über die Wichtigkeit ihrer Mitspielerinnen: „Annefleur (Bruggeman, Anm. d. Red.) hat ihren Job in der Rückraum Mitte gut gemacht und mich dadurch erst in diese guten Eins-gegen-eins-Situationen gebracht, so dass es für mich dann einfacher wurde. Das trifft auch auf Kim (Hinkelmann, Anm. d. Red.) zu, die es am Kreis ebenfalls wirklich gut gemacht hat. Sie macht vielleicht selbst nicht die meisten Tore, leistet aber dafür für alle anderen mit ihren Blocks und Läufen viel Vorarbeit. Sie sollte man dabei nicht vergessen.“


Mehr zum Thema


…über die Zielsetzungen für die zweite Saisonhälfte: „Wir müssen weiterhin auf unsere Stärken vertrauen und auf sie aufbauen. Wir haben immer noch eine menge Arbeit vor uns, denn ich habe das Gefühl, wenn die Dinge gut für uns laufen, spielen wir auch wirklich gut – so wie heute. Anders sieht es allerdings aus, wenn es dann mal nicht so gut läuft. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Das bedeutet: Wir müssen unserer niedrigstes Niveau deutlich anheben, um uns in der Liga in Richtung der Top-Plätze zu verbessern. Das ist aber nur eine Frage des Weiterarbeitens; das wird sich dann hoffentlich auszahlen.“

…auf die Frage nach den Pläne zu einer Siegesfeier: „Vielleicht ein bisschen. Aber nicht zu viel; ich muss morgen früh raus.“

 

Antje Döll

…über die Umstellung von der Weltmeisterschaft zum Bundesliga-Alltag: „Das war gar kein so großes Problem. Ich hatte ja, Gott sei Dank, noch ein paar Tage frei, die ich auch wirklich genossen habe. Und wenn man nach so einem großen Turnier mit einem solchen Erfolg nach Hause kommt, dann hat man doch mehr Energie, als man vielleicht denkt. Daher finde ich es jetzt auch ganz schön, wieder im Handball-Alltag drin zu sein.“

…über ihre sehr hohe Belastung angesichts vieler Einsatzminuten: „Toi, toi, toi: Bis jetzt habe ich es sehr, sehr gut verkraftet und noch macht sich das nicht bemerkbar. Das Spiel gegen Metzingen war aber schon sehr anstrengend – was aber auch klar war: Denn wenn man anderthalb Wochen nicht in der Halle war, haut so ein Spiel dann schon richtig ordentlich rein. Aber heute habe ich mich richtig gut gefühlt.“

 

Annefleur Bruggeman

…über das Erfolgsrezept für ein tolles Spiel: „Wir hatten so viel Energie, gerade im Vergleich zu Sachsen Zwickau, und waren von Anfang an da. Es hat auch richtig viel Spaß gemacht, dass wir mit viel Tempo spielen konnten. Und wenn der Ball erst einmal läuft, dann macht es Spaß, dann kommt noch mehr Energie und dann kommen auch schöne Tore.“

...über die starke Abwehrleistung: „Definitiv haben wir uns in der Abwehr das Spiel erkämpft. Und dadurch kommen wir danach auch schnell nach vorne, wo wir dann die einfachen Tore machen können.“


Mehr zum Thema


…über die Unterschiede im Vergleich zum Spiel am vergangenen Samstag gegen die TuS Metzingen: „Wir hatten heute in der Abwehr viel mehr Zugriff auf den Angriff des Gegners, das war definitiv ein riesigen Unterschied zu Samstag. Und auch das Zusammenspiel zwischen Torhüterin und Abwehr war super.“

…über die nun mit 10:10 Punkten beendete Hinrunde: „Ich denke, den ein oder anderen Punkt hätte man schon noch holen können, aber wir können jetzt trotzdem zufrieden sein. Dennoch muss es unser Ziel sein, in der Rückrunde noch ein paar Punkte mehr zu holen; das wäre schön. Aber wir haben heute gesehen: wenn man viel Energie reinsteckt, kommt auch mehr dabei raus. Der Sieg gibt uns für die Rückrunde ein gutes Gefühl.“

 

Norman Rentsch

…über seine Gefühlslage nach der Niederlage: „Von Zufriedenheit können wir hier heute nicht reden. Wir hatten vor dem Spiel thematisiert, dass wir uns gerne freuen können, dass wir gegen den Thüringer HC gut gespielt haben – aber wir haben trotzdem verloren. Heute wollten wir uns stattdessen für das belohnen, was wir in den vergangenen Wochen aufgebaut haben. Aber davon habe ich heute leider nicht viel gesehen.“

…über das, was seiner Mannschaft in der Ballei gefehlt hat: „Eine Grundtugend beim BSV muss immer sein, dass wir alles reinhauen, mit dem Kopf da sind und den Fokus finden. Aber wenn man so startet und über die gesamten 60 Minuten so spielt wie wir heute, dann sind die 13 Tore, die wir hier im Unterschied verloren haben, fast noch schmeichelhaft. Ich bin sehr, sehr enttäuscht, so möchte ich es mal moderat ausdrücken. Wir können viel, viel mehr, aber da gehört der Kopf und das Herz dazu, bevor wir über Handball reden. Und wenn wir das nicht auf die Platte bekommen, ist das sehr, sehr schade.“

 

Victoria Hasselbusch

…über die verlorene Partie: „Wir haben uns das ganz anders vorgestellt und waren eigentlich mit großen Erwartungen angereist. Wir hatten uns für das Spiel viel vorgenommen, konnten das aber leider nicht umsetzen. Gerade der Neckarsulmer Rückraum hat uns ganz schön zu schaffen gemacht.“

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben