Gegen Sachsen Zwickau geht es für die Sport-Union Neckarsulm am Dienstag um mehr als zwei Punkte
Aus 8:4 Punkten sind in den zurückliegenden Wochen 8:10 geworden: Für die Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen herrscht beim Gastspiel des BSV Sachen Zwickau daher beinahe eine Siegpflicht. Doch die Gäste reisen mit reichlich Rückenwind ins Unterland.

Viel Zeit zum Verarbeiten der 29:30 (15:18)-Auswärtsniederlage bei der TuS Metzingen hat Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm nicht. Bereits am Dienstagabend (19.30 Uhr) ist zum letzten Spiel des Jahres in der Ballei der BSV Sachsen Zwickau zu Gast. „Da müssen und wollen wir gewinnen“, sagt Neckarsulms Trainer Thomas Zeitz. „Dann hätten wir 10:10 Punkte und eine vernünftige Hinrunde gespielt, die besser hätte sein können – aber dafür hätten wir besser sein müssen.“
Nach dem sehr guten 8:4-Punkte-Start in die Saison geht es für die Sport-Union darum, den jüngsten Abwärtstrend von vier Pflichtspiel-Niederlagen in Folge zu stoppen und die Hinrunden-Bilanz nicht noch weiter zu trüben. „Die Hinrunde ordne ich bis heute als okay ein“, sagte Zeitz kurz nach dem Spiel gegen die TuS Metzingen. „Wir machen weiterhin kleine Schritte, grundsätzlich bin ich damit fein.“
Sport-Union Neckarsulm möchte „ein bisschen was drauflegen“
Dass gegen den BSV aus Sachsen, bei dem über Kaho Nakayama, die deutsche Ex-Nationalspielerin Silje Brøns Petersen und Laura Penzes vor allem aus dem Rückraum Gefahr entsteht und der am Samstag nur knapp mit 31:32 dem Thüringer HC unterlag, wieder mehr Intensität und Konzentration nötig ist als im Duell mit den „TusSies“, steht für alle Beteiligten außer Frage. „Wir müssen zu Hause Gas geben und mit der Unterstützung unserer Fans ein bisschen was drauflegen“, sagt Torhüterin Lena Ivancok stellvertretend für die gesamte Mannschaft.
Das bislang letzte Aufeinandertreffen beider Teams hatte die Sport-Union im vergangenen Februar mit 35:27 in der Ballei klar für sich entschieden, sich im Hinspiel in Zwickau (24:28) allerdings deutlich unter Wert verkauft. Mit zwei Siegen aus sieben Spielen steht der BSV Sachsen mit seinem kleinen Kader derzeit auf Tabellenplatz neun. Nach einem großen Umbruch im vergangenen Sommer mit zwölf Abgängen, darunter auch die ehemaligen Neckarsulmerinnen Simona Madjovska, Laila Ihlefeldt (beide Karriereende) und Arwen Gorb (Trainerin beim HC Rödertal II, am vergangenen Samstag aber mit einem Vier-Tore-Comeback für die Zweitliga-Mannschaft), hat die neu zusammengestellte Mannschaft lange nicht richtig zusammengefunden.
BSV-Spielmacherin Silje Brøns Petersen überzeugt in dänischer TV-Show
Allerdings gab es zuletzt viel Positives rund um den BSV. Sportlich folgte auf die ersten beiden Saisonsiege gegen den SV Union Halle-Neustadt (30:23) und beim Buxtehuder SV (30:21), direkte Konkurrenten im Tabellenkeller, am vergangenen Samstag der Beinahe-Punktgewinn gegen Europapokal-Sieger Thüringer HC. Dazu gab der Zwickauer Stadtrat außerdem Grünes Licht für den Neubau der Sporthalle Neuplanitz, in der der BSV ab Ende 2027 ein neues Zuhause finden soll. Für den Verein ein wichtiges Zukunftssignal, können die Sachsen die Miete für die Sparkassen-Arena Zwickau als Ausweichspielstätte doch bereits in dieser Spielzeit kaum alleine stemmen. Außerdem verlängerte der Verein den Vertrag von Trainer und Geschäftsführer Norman Rentsch kürzlich bis 2029 und sorgte somit für wichtige Planbarkeit. Der 46-Jährige ist seit 2019 das Gesicht der Mannschaft, in dessen Kader seit dem Bundesliga-Aufstieg zwei Jahre später immer wieder reichlich Bewegung herrscht.
Für Aufsehen sorgte während der zurückliegenden Weltmeisterschaftspause in der Bundesliga schließlich auch Spielmacherin Silje Brøns Petersen. Die gebürtige Dänin hatte im Frühjahr dieses Jahres beim dänischen TV-Ableger der Reality-Dating-Show „Der Bachelor“ teilgenommen und in der Ende November ausgestrahlten Finalfolge auf Kreta als letzte verbliebene Kandidatin ihr Liebesglück gefunden. Mit Bachelor Nicklas Flenø Mikaelsen führt die 31-Jährige seitdem eine Fernbeziehung, wie der MDR berichtete.
Reichlich Aufwind in allen Bereichen also bei den einen, steigender Erfolgsdruck aufgrund der durch den guten Saisonstart gestiegenen Erwartungen bei den anderen.
WM-Teilnehmerinnen dürfen auf mehr Einsatzzeit hoffen
Neckarsulms Trainer Thomas Zeitz dürfte am Dienstagabend im Rückraum wieder vermehrt auf Paulina Uscinowicz und Kamila Kordovská setzen, die nach ihrer WM-Teilnehme gegen die TuS Metzingen nur phasenweise zum Einsatz gekommen waren, inzwischen aber weitere Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert haben. Auch Lena Ivancok wird wohl zwischen den Pfosten und wieder in der Start-Sieben zurückkehren.
Alessia Riner (Reha nach Kreuzbandriss) bleibt der einzige Ausfall, nachdem Lilli Holste nach ihren Rückenbeschwerden bereits in Tübingen wieder im Kader stand. Zum Einsatz gekommen war die 24-Jährige bei der fünften Neckarsulmer Liga-Niederlage der Saison allerdings nicht.
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