Papa sein ist wichtiger: Michael Walter verlässt SG Schozach-Bottwartal
Die Wege von Drittligist SG Schozach-Bottwartal und Michael Walter trennen sich am Saisonende. Der Handball-Sport rückt beim Trainer vorerst in den Hintergrund, was wiederum seine Frau und die drei gemeinsamen Kinder freut.

Sportlich sind die Frauen der SG Schozach-Bottwartal in der 3. Liga Süd nach zwei Siegen in Folge derzeit auf dem besten Wege, den Klassenerhalt zu sichern. Sieben Punkte Vorsprung und der gewonnene direkte Vergleich mit der in der Abstiegszone stehenden HSG St. Leon/Reilingen sollten eigentlich genügen, um im Bottwartal sportlich für ein weiteres Jahr Drittliga-Handball planen zu können.
Seit Mittwochabend steht allerdings fest, dass die Beilsteinerinnen diesen Weg ohne Michael Walter als Trainer weitergehen müssen. Der 42-Jährige hat die Spielgemeinschaft darüber informiert, sein Amt zum Ende der laufenden Saison niederzulegen.
„Trainer sein kann ich noch lange“: Walter setzt neue Prioritäten
Familiäre Gründe führen der Trainer und die SGSB als Grund für die Trennung an. „Es fällt mir unglaublich schwer, weil ich die Mädels sehr ins Herz geschlossen habe“, sagt Walter. „Es hat auch nichts mit der SG zu tun, aber der Aufwand ist schon sehr groß und ich habe zuletzt mit vielen Vätern gesprochen, die mir alle gesagt haben: Die Zeit mit deinen Kindern in dem Alter bekommst du nicht zurück. Genieße sie, bevor sie irgendwann nichts mehr von dir wissen wollen“, erzählt Walter und lacht. Mehr Zeit für seine Frau und den Nachwuchs seien der einzige Grund für die Trennung nach nur einer Saison, versichert er.
Die Mannschaft habe mit ihm gerne weiterarbeiten wollen, sagt der Gymnasiallehrer weiter, „aber wenn die eigenen Kinder einen regelmäßig fragen, ob man abends zu Hause ist, dann macht das was mit einem“, gesteht Walter. „Trainer sein kann ich noch lange“, sagt der dreifache Vater. Seine Kinder beim Aufwachsen zu begleiten, gehe hingegen immer nur einmal.
Gegen den TSV Ismaning soll eine kleine Siegesserie entstehen
Das Heimspiel der SG Schozach-Bottwartal am Samstagabend (18 Uhr) gegen den TSV Ismaning wird somit für Michael Walter zum Auftakt seiner noch insgesamt acht Partien umfassenden Abschiedstour. „Im Hinspiel haben wir beim 29:29 einen Punkt verloren“, erinnert sich der Trainer an einen in den zehn Schlussminuten hergeschenkten Sieg.
Weil die SGSB zuletzt erstmals in dieser Saison zwei Spiele hintereinander gewonnen hat und bis auf die kränkelnde Liv Fiederer auch alle neun verbliebenen Spielerinnen fit sind, stehen die Chancen gegen den zwei Punkte besseren TSV gar nicht schlecht, dass aus zwei Siegen eine kleine Erfolgsserie wird.
Wenig Konstanz auf dem Trainerstuhl seit Abschied von Michael Stettner
Der Trainerstuhl bei den Beilsteiner Frauen ist seit dem Abschied von Michael Stettner, der die Mannschaft von 2016 bis 2021 betreut und in dieser Zeit zu drei Aufstiegen geführt hatte, ein recht heißer: Sein Nachfolger Hans Christensen blieb nur eine Saison, stieg mit der SGSB im Sommer 2022 aber in die 2. Bundesliga auf. Rouven Korreik (Juli 2022 bis September 2022) ging als Kurzzeit-Missverständnis in die Vereinshistorie ein, bevor der erfahrene Jürgen Krause (Oktober 2022 bis 2023) die Zweitliga-Saison aus dem Ruhestand kommend zu Ende brachte, den direkten Wiederabstieg aber nicht verhindern konnte.
Ihm folgte in einer kompletten Neuausrichtung das rund 40 Jahre jüngere Trainer-Duo Hannes Diller/Adrian Awad in einer Doppelrolle, unter dem die Beilsteinerinnen in zwei Spielzeiten in der Spitzengruppe der Drittliga-Südstaffel mitmischten. Nach der Trennung im vergangenen Sommer übernahm dann Michael Walter zu Saisonbeginn. Für den 42-Jährigen bleibt seine erste Trainerstation im Frauen-Handball damit auch die vorerst letzte. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch unklar.
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