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Heilbronner Moschee: Mit dem Fest des Fastenbrechens endet der Ramadan

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Am Freitag ist das Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr – in der Türkei oft Zuckerfest genannt -, gestartet. In der Heilbronner Fatih Moschee sind 3000 Menschen zum Festtagsgebet gekommen. 


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Am Freitagmorgen ist es brechend voll in den Räumlichkeiten der IGMG Fatih Moschee in der Heilbronner Goppelstraße: Die Gläubigen passen lange nicht mehr in den Gebetsraum. Sie füllen den Flur, Klassenzimmer und sogar auf dem Parkplatz werden Teppiche ausgelegt, damit die Gemeindemitglieder zum Beten einen Platz finden. 

„Eid Mubarak“ – gesegnetes Fest, heißt es bei Muslimen weltweit am Freitag: Das Fest des Fastenbrechens hat begonnen. Die Feierlichkeiten starten am ersten Tag des Schawwāls, des Folgemonats des Ramadans im islamischen Kalender, und beenden somit den Fastenmonat. In den 29 Tagen davor haben Muslime von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken, aber auch auf Dinge wie Rauchen oder Sex verzichtet.

Festtagsgebet in Fatih Moschee in Heilbronn: Gläubige kommen zu Festauftakt zusammen

Am ersten Tag des Festes des Fastenbrechens, Eid al-Fitr – in der Türkei oft Zuckerfest genannt –, wird am Morgen ein Festtagsgebet verrichtet. „Einerseits ist man traurig, dass der Ramadan vorbei ist“, sagt Selim Uçar von der Verbandskommunikation der Gemeinde, „aber auch glücklich, dass man das Fest des Fastenbrechens feiern kann.“


Das Festtagsgebet ist für alle männlichen Muslime verpflichtend, deshalb auch der große Andrang in der Fatih Moschee. Erfahrungsgemäß sind es rund 3000 Menschen, die die Moschee zum Beten an diesem Tag besuchen, wie Uçar verrät. Die Moschee ist für den besonderen Tag vorbereitet: Die Jugend fungiert als Ordner, die Worte, die im Gebetsraum vor der Gemeinde gesprochen werden, werden über Lautsprecher auf dem ganzen Gelände wiedergegeben. 

Ende des Ramadans: Fest des Fastenbrechens wird in Heilbronn eingeläutet

Bevor das eigentliche Gebet anfängt, laufen noch Menschen mit Tüten herum. Sie sammeln Spenden für wohltätige Zwecke ein, die für gläubige Muslime verpflichtend sind. Die Fitr-Spende wird zum Ende des Ramadans gegeben, vor dem Festtagsgebet ist also die letzte Chance, und dient dazu, das Fest zu ermöglichen. Hinzu kommt die Zakat-Spende, die eine der fünf Säulen des Islam darstellt und eine verpflichtende Abgabe auf einen Teil des Einkommens ist. In der Fatih Moschee sind über den Ramadan so insgesamt 125.000 Euro zusammengekommen, wie der Vereinsvorsitzende Izzet Ekinci vor dem Festtagsgebet verkündete. 

„Wir wünschen euch allen ein gesegnetes Ramadanfest“, sagt Ekinci auf Türkisch, Kurdisch, Arabisch und Deutsch, bevor er an Imam Abdulkadir Avci übergab. Mit „Allahu akbar“ – Gott ist groß – fängt er an. Das Festtagsgebet folgt einem einzigartigen Ablauf und unterscheidet sich von anderen Gebetsroutinen, aber die klassischen Elemente sind da. Die Gemeinde antwortet dem Imam, die Menschen folgen den Positionen, verbeugen sich, fallen auf die Knie. 

Dann tritt Imam Avci auf die Minbar – die Kanzel der Moschee – und predigt. In der Predigt und im Gebet ruft er auf zur Versöhnung, zu guten Taten, bittet Allah (Gott) um Segen und die Vergebung von Sünden. Es wird für unterdrückte Menschen gebetet, zum Beispiel in Gaza oder Ostturkestan. Die Gemeinde erwidert den Worten des Imam nach jedem Absatz ein „Amin“ – Amen.

Muslime in Heilbronn beenden Ramadan: Fest des Fastenbrechens wird meist in der Familie gefeiert

Nach Abschluss des Gebets beglückwünschen sich die Gläubigen gegenseitig. Die Kinder erhalten zum Fest Süßigkeiten in einer kleinen Tüte. Aber auch für die Erwachsenen gibt es am Ausgang türkischen Honig, Kekse oder Bonbons – jetzt dürfen Muslime tagsüber ja wieder essen. Vor der Moschee gibt es Çay – türkischen Tee –, Kaffee und Gebäck. Die Jugend der Fatih Moschee organisiert zudem traditionellerweise einen Rosenverkauf, dessen Einnahmen zugunsten der Gemeinde und an wohltätige Zwecke gehen.

Doch lange halten sich die meisten Menschen nicht mehr in der Goppelstraße auf, denn das Fest des Fastenbrechens wird im Kreis der Familie gefeiert, erklärt Uçar. Besuche bei Verwandten und Freunden stehen an, große Mahlzeiten werden vorbereitet, Geschenke ausgetauscht. Das Fest des Fastenbrechens geht noch bis Sonntag, mit dem Festtagsgebet ist der Teil der Feierlichkeiten, der in der Moschee stattfindet aber erledigt, so Uçar.

Nach Ende des Festes des Fastenbrechens und des Ramadans mit dem täglichen Fastenbrechen in der Moschee kehrt die Gemeinde wieder mehr zum Alltag zurück, wie auch Uçar bestätigt. Als nächster Höhepunkt im islamischen Kalender steht das Opferfest an, das 2026 auf Ende Mai fällt. 




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