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„Gemeinschaft tut gut“: Interreligiöses Fastenbrechen der Fatih Moschee in Heilbronn

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Anlässlich des Ramadans kamen Vertreter von Religionsgemeinden, Gesellschaft und Politik zu einem gemeinsamen Iftar-Essen zusammen. Dabei wurden auch Sorgen bezüglich der aktuellen politischen Lage thematisiert.

Von Harald Schmidt
Das gegenseitige Kennenlernen und Gespräche, wie hier am Tisch zwischen Izzet Ekinci und Idris Kaya 2. und 3. v.r.) mit Mitgliedern des Stadtrates, standen im Mittelpunkt des Begegnungs-Iftar.
Das gegenseitige Kennenlernen und Gespräche, wie hier am Tisch zwischen Izzet Ekinci und Idris Kaya 2. und 3. v.r.) mit Mitgliedern des Stadtrates, standen im Mittelpunkt des Begegnungs-Iftar.  Foto: Harald Schmidt

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Das Heilbronner Begegnungs-Iftar (HBI) ist mehr als ein gemeinsames Abendessen. „Es ist auch ein Zeichen dafür, dass wir als Stadtgesellschaft zusammenstehen. Für Respekt, für Dialog und für ein friedliches Miteinander“, sagte Bürgermeisterin Agnes Christner am Dienstagabend beim schon traditionellen HBI, zu dem die Heilbronner IGMG Fatih Moschee in die Räume der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus eingeladen hatte.

Interreligiöses Fastenbrechen der Fatih Moschee in Heilbronn

Treffender als mit diesen Worten lässt sich das gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Blaulichtorganisationen sowie unterschiedlichsten Religionsgemeinschaften feierlich begangene Fastenbrechen nicht zusammenfassen. Denn so, wie bei dem während des heiligen Fastenmonats Ramadan normalerweise in der Moschee stattfindenden abendlichen Fastenbrechen, stand auch das vom interkulturellen und interreligiösen Austausch geprägte Iftar (arabisches Wort für Fastenbrechen) ganz im Zeichen der Gemeinschaft, der Besinnung und des gegenseitigen Austausches.

Nicht nur Bürgermeisterin Agnes Christner, auch die Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft machten in ihren Reden deutlich, dass grundlegende Werte wie Vertrauen, Mitgefühl, Nächstenliebe, Vielfalt und Respekt für ein funktionierendes und wertschätzendes Zusammenleben in der Gesellschaft unabdingbar sind.


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„Das Fastenbrechen ist ein Moment, in dem man kurz anhält, dankbar ist und merkt, Gemeinschaft tut gut“, sagte Izzet Ekinci. „Sie alle tragen dazu bei, dass Heilbronn ein Ort bleibt, an dem man gut und sicher leben kann“, richtete der Moscheevorstand dankende Wort an alle Besucher und verdeutlichte, dass die Fatih-Moschee für offene Türen, für Respekt und für ein gutes Miteinander stehe.

Parallelen zwischen Ramadan und christlicher Fastenzeit

So wie der katholische Pfarrer und Hausherr Markus Pfeiffer die zeitgleich mit dem Ramadan begonnene christliche Fastenzeit vom Grundgedanken her als nahezu identisch bezeichnete, sieht auch Dr. Idris Kaya darin verbindende Parallelen. „Wir sind in unserem Streben nach einem moralischen Leben Weggefährten, keine Fremde“, meinte der Sprecher der Verbandskommunikation des Regionalverbandes der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Bei allen wertschätzenden Worten und gegenseitiger Anerkennung, brachten alle Beteiligten aber auch ihre Sorgen bezüglich der aktuellen politischen Lage und gesellschaftlichen Stimmung im Land zum Ausdruck. „Kräfte haben massiv Rückhalt gewonnen, deren Rhetorik oft von Ausgrenzung geprägt ist. Besonders schmerzhaft ist dieser Trend in Heilbronn spürbar“, sagte Kaya im Rückblick auf die Landtagswahl.

Christner schlug in die gleiche Kerbe. Zugleich versicherte sie, dass man sich als Stadt, in der mehr als 60 Prozent der Menschen eine internationale Familiengeschichte habe, klar gegen Ausgrenzung und Rassismus stelle. Gerade die Vielfalt sei eine große Stärke von Heilbronn und zugleich eine gemeinsame Aufgabe: „Nämlich unser Zusammenleben respektvoll, offen und solidarisch zu gestalten.“




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