Heilbronner Moschee und Christlich-Islamischer Arbeitskreis luden Stadtgemeinschaft zum Fastenbrechen ein
Am Dienstagabend kamen Vertreter von Religionsgemeinden, Gesellschaft, Politik und Verwaltung anlässlich des Ramadans zu einem gemeinsamen Iftar-Essen zusammen. Der Abend war geprägt vom interkulturellen und interreligiösen Austausch.

Im klassisch singenden Ton wird der Raum mit arabischen Worten gefüllt. Alle lauschen Tayyip Aral von der Jugendabteilung der Fatih Moschee der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) Heilbronn, denn er leitet mit einem Gebetsruf das Fastenbrechen ein. Auch wer die Sprache nicht versteht, kann das Wort „Allah“ – Gott – ausmachen. Nach Sonnenuntergang darf dann mit dem Essen angefangen werden.
Die Heilbronner Fatih Moschee der IGMG hat gemeinsam mit dem Christlich-Islamischen Arbeitskreis (CIAK) Heilbronn Vertreter von Religionsgemeinden, Gesellschaft, Politik und Verwaltung zu einem gemeinschaftlichen Iftar – Fastenbrechen – ins Gemeindezentrum St. Martinus in Sontheim eingeladen.
Ramadan in Heilbronn: Muslime brechen das Fasten in der Moschee
Muslime begehen aktuell den Fastenmonat Ramadan. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verzichten die Gläubigen auf Essen und Trinken. Das Fastenbrechen wird jeden Abend gefeiert, normalerweise in der Moschee. Bei der IGMG in der Goppeltstraße in Heilbronn gibt es jeden Abend kostenfreies Essen für alle, die mitfeiern möchten, ob Mitglied der Gemeinde oder nicht.
Doch am Dienstagabend kamen unter anderem Heilbronns erster Bürgermeister Martin Diepgen, HHN-Rektor Oliver Lenzen, aber auch Nachbarn der Fatih Moschee, wie beispielsweise Vertreter des Kindergartens und noch viele weitere Menschen der Stadtgemeinschaft zu einem Iftar in offiziellerem Rahmen zusammen. Dass das Fastenbrechen in Räumlichkeiten der katholischen Kirche stattfand, war nur einer von vielen Anknüpfungspunkten für interkulturellen und interreligiösen Austausch an diesem Abend.
Tischgebet bei gemeinsamen Iftar-Essen in Heilbronn
Nach dem Essen wurde ein Tischgebet vorgetragen. Die meisten Versammelten hielten dabei die Hände vor sich, mit den Handflächen nach oben – eine typische Gebetshaltung im Islam. Daran beteiligten sich die Anwesenden unabhängig von religiösen und kulturellen Hintergründen.
„Unsere Moscheegemeinde engagiert sich mit Dialog- und Begegnungsformaten wie dem Tag der offenen Moschee. Das Ziel ist, Türen zu öffnen, Vorurteile abzubauen und neue Freundschaften zu knüpfen“, sagte Muhammed Uğurlukoç, der bei der IGMG Heilbronn für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
Fasten in Heilbronn: Ramadan und christliche Fastenzeit fallen zusammen
Aslan Demir vom CIAK wies darauf hin, dass der Ramadan in diesem Jahr mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt und für beide Gruppen, Muslime und Christen, im Moment die Zeit für Gebete und Gemeinschaft sei.
Auch Martin Diepgen sprach ein paar Worte zur Versammlung. Er sagte: „Es ist die vornehmste und wichtigste Aufgabe des Gemeinderates, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger zu stärken, über die Grenzen der Migrationsgeschichten und Religionen hinweg.“ Das sei besonders wichtig in einer Stadt wie Heilbronn, in der die Mehrheit der Bürger eine Migrationsgeschichte aufweise.

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