Die EU-Kommission veröffentlicht in der Regel nur Monatswerte Der von den Zahlen abgedeckte Zeitraum überlappt sich zum großen Teil mit der neu eingeführten 12-Uhr-Regel der Bundesregierung, nach der die Tankstellen nur noch einmal pro Tag die Preise erhöhen dürfen, während Senkungen beliebig möglich sind.
Frust an der Tankstelle: Benzinpreis steigt deutlich stärker als bei EU-Nachbarn
Die Benzinpreise steigen in Deutschland besonders stark – nur in Dänemark gibt es eine ähnliche Entwicklung. Superbenzin legte in den Nachbarländern meist nur um einige Cent zu, in Polen und Österreich sanken die Preise zuletzt sogar.
Teuer, teurer, Tanken: Der Dieselpreis ist auf Rekordjagd und erzielt ein Allzeithoch nach dem anderen – auch der Liter Benzin kostet immer mehr. Ein Blick auf die Tankpreise in Nachbarländern sorgt bei so manchem Autofahrer für Frust. Die Spritpreise sind im Ausland günstiger als in Deutschland. In Deutschland sind die Benzinpreise auch zuletzt wieder ein gutes Stück schneller gestiegen als in den benachbarten EU-Ländern – trotz neuer Tank-Regel.
Die Maßnahme bleibt bislang ohne spürbaren Effekt: Seit 1. April dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Preise erhöhen. Das sorgt täglich für Preissprünge an den Tankstellen statt für Entlastung. Forderungen nach wirksamen Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise werden laut. Die Politik diskutiert über verschiedene Maßnahmen. Ein Blick auf die Benzinpreise in anderen Ländern zeigt: Es geht auch günstiger.
Benzinpreise steigen nur in Dänemark genauso stark: Geringere Erhöhungen in anderen EU-Ländern
Während sich Superbenzin hierzulande vom 30. März bis zum 6. April um rund elf Cent verteuerte, legte es in den Nachbarländern meist nur um einige Cent zu, wie aus Daten der EU-Kommission mit Stand Mittwochnachmittag (8. April) hervorgeht.
Nur Dänemark erlebte mit etwa neun Cent einen ähnlich starken Anstieg. In Polen und Österreich sanken die Preise sogar, dies ging aber auf staatliche Maßnahmen zurück, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Laut ADAC liegt der Spritpreis in Österreich im Schnitt derzeit bei 1,88 Euro pro Liter, in Polen sogar bei nur 1,62 Euro. In Dänemark liegt der Literpreis Superbenzin aktuell bei 2,23 Euro. Am Donnerstagmorgen (Stand 8:30 Uhr) liegt der Benzinpreis etwa in Baden-Württemberg laut Clever Tanken im Schnitt bei 2,15 Euro.
Tanken teurer statt günstiger: Kritiker der 12-Uhr-Regel hatten Effekt befürchtet
Kritiker des Konzepts, das sich am Vorbild Österreich orientiert, hatten bereits im Vorfeld Bedenken geäußert, dass es die Preise erhöhen statt senken könnte. Die Argumentation dahinter war, dass die Tankstellen beziehungsweise Mineralölkonzerne die Preise mittags „auf Vorrat“ und damit besonders stark erhöhen würden, wenn das später nicht mehr möglich sei.
Tatsächlich hat der ADAC gerade in den ersten Tagen teilweise Sprünge von mehr als zehn Cent im bundesweiten Durchschnitt festgestellt. Über Ostern sprach der ADAC von einem „Preisschock“ an den Tankstellen.
Auch zu Beginn des Krieges hatten die Daten der EU-Kommission in Deutschland zunächst einen besonders starken Anstieg gezeigt, der sich in den folgenden Wochen allerdings normalisierte. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums hatte am Mittwoch, eine Woche nach Einführung der 12-Uhr-Regel gesagt, es sei noch zu früh, ein substanzielles Fazit zu ihr zu ziehen.
Ob der stärkere Anstieg in Deutschland tatsächlich mit der 12-Uhr-Regel zusammenhängt, ist allerdings noch unklar. Ebenso, ob er anhält. Den Mineralölkonzernen wird derweil „Abzocke“ vorgeworfen. Der Aral-Chef wehrt sich gegen die Vorwürfe – der Staat würde sich 60 Prozent vom Benzinpreis nehmen, bei Diesel seien es rund 50 Prozent.
Gegenüber der Heilbronner Stimme erklärt zuletzt das Heilbronner Autozentrums Hagelauer, wie die Preise an der Tankstelle entstehen. (lis/dpa)
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