Heilbronn Reds finden keinen Ausgang aus der Achterbahn
Die Regionalliga-Basketballer der TSG laufen nach der Hälfte der Saison den eigenen Ansprüchen hinterher. Der Schuh drückt gleich an mehreren Stellen. Mitten im Abstiegskampf muss Trainer Goran Mijic daher zum Problemlöser werden.

Den Start ins Jahr 2026 hatten sich die Basketballer der TSG Heilbronn anders vorgestellt. Ein Sieg gegen Spitzenreiter PKF Titans Stuttgart, die einzig an den ersten beiden Spieltagen der Saison verloren haben – unter anderem gegen die Reds (76:85) –, war zum Start in die Rückrunde am vergangenen Sonntag zwar nicht unbedingt sicher eingeplant gewesen, ebenso wenig allerdings auch, nach Siegen des SV Fellbach II und der BG Remseck sowie der eigenen 86:88 (35:45, 78:78)-Niederlage ans Tabellenende zu rutschen.
Es ist ihre ungewollte Vorliebe zum Achterbahnfahren, die die Reds dorthingeführt hat: Auf ein oder zwei gute Ergebnisse, folgen zwei oder drei schlechte. Nach 20 guten Spielminuten reißen 15 schlechte das Erarbeitete wieder ein. Und auf vielversprechende Leistungen gegen Top-Mannschaften wie eben die Titans Stuttgart, den Tabellenzweiten VfL Kirchheim (84:83) oder auch das dominante 89:63 gegen die Tigers Tübingen, folgen immer wieder Enttäuschungen gegen vermeintlich „Kleine Gegner“ wie im Heimspiel gegen den SV Fellbach II (68:86) oder beim blutleeren 76:92 bei den Hakro Merlins Crailsheim II.
„Typisch Heilbronn Reds“: Mannschaft kämpft mit bekannten Problemen
„Daran müssen wir unbedingt arbeiten; wir müssen einfach direkt da sein“, moniert Power Forward Denis Schnakenberg die zögerlichen Anfangsphasen, die seiner Mannschaft immer wieder das Leben schwer machen. „Typisch Heilbronn Reds“, nennt der 23-Jährige das Phänomen der verschlafenen Spielbeginne, das inzwischen ebenso typisch zu werden scheint, wie es die Schwächephase im ersten Viertel nach der Pause bereits ist.
„Wir haben aber den nötigen Kampfgeist“, versichert Spielführer Simon Schmitz mit Blick auf die späte Aufholjagd gegen die Titans Stuttgart. Jedoch habe die Einstellung zu Beginn einmal mehr nicht gepasst. „Wir haben ohne Energie gespielt, waren nicht so richtig da“, sagte der Center. Eine Selbstdiagnose, die er und seine Teamkollegen sich in dieser Spielzeit nicht zum ersten Mal gestellt haben.
Ausgeglichene Regionalliga dämpft Abstiegssorgen der Reds
Zur Wahrheit gehört, dass die meisten Mannschaften in der Regionalliga extrem eng beieinander liegen. Zehn Zähler wie die Heilbronn Reds weisen auch noch vier andere Mannschaften auf, ein Quintett steht bei 14 Punkten, ein Duo bei 16. „Die anderen Gegner sind uns aber egal. Wir haben alles in der eigenen Hand“, betont Trainer Goran Mijic. Von Alarmismus ist man daher in Sontheim aus gutem Grund noch weit entfernt.
„Mit drei Siegen kann man auch schnell Dritter sein“, sagt Team-Manager Matthias Götz etwas verkürzt. Doch drei Siege in Folge sind der von ihm zusammengestellten Mannschaft in dieser Spielzeit noch nicht gelungen, was angesichts der fraglos vorhandenen Qualität auf dem Feld und der Trainerbank beinahe etwas unwirklich erscheint. Es mutet ohnehin alles ein wenig kurios an in dieser Reds-Saison, in der die TSG eigentlich in der Spitzengruppe der Regionalliga mitmischen wollte.
Offensiv wie defensiv funktioniert der Plan B zu selten
Das Offensivspiel der Heilbronner kennzeichnen viel Tempo, schnelle Ballwechsel und klare Abschlüsse. Ein Rezept, das funktioniert und auch funktionieren muss. Denn sich aus dem stehenden Angriffsspiel klare Wurfgelegenheiten zu erarbeiten, damit tut sich das Mijic-Team weiterhin schwer.
In der Abwehr ist viel auf frühes Pressing ausgerichtet. Gegen die Titans waren es Marques Charlton und Arnau López, die den jeweils ballführenden Gegenspieler und seine naheliegendste Anspielstation extrem früh blockten oder zuzustellen versuchten, um Ballverluste zu provozieren oder Zeit von der Angriffsuhr des Gegner zu nehmen. Gelingt das nicht, fehlt regelmäßig der Zugriff.
Verletzungen und Eindimensionalität bremsen Reds aus
Diese Eindimensionalität im Spiel, auf die Goran Mijic angesichts des großen personellen Umbruchs im Sommer gesetzt hatte, um dem 19-köpfigen Kader wenigstens eine gemeinsame taktische Leitlinie an die Hand zu geben, macht die Reds für ihre Gegner nun ausrechenbar und lässt sie immer wieder selbst an Grenzen stoßen. Hinzu kamen während der gesamten Hinrunde zudem zahlreiche Verletzungen, die Trainer und Mannschaft immer wieder ausbremsten.
Mit dem aufgrund von sechs Abgängen inzwischen kleiner gewordenen Kader, kann Mijic nun aber womöglich etwas spezifischer arbeiten und das Taktik-Spektrum erweitern. Einfach wird ein solches Vorhaben während der laufenden Saison und tief im Abstiegskampf allerdings ebenso wenig, wie aus einer fahrenden Achterbahn auszusteigen.
Im Abstiegskampf gegen direkte Konkurrenten
Richtungsweisende Spiele warten auf die TSG Heilbronn Reds in den nächsten Wochen. Mit der SG Mannheim (18. Januar, Heimspiel), dem SV Fellbach II (24. Januar, Auswärtsspiel) und der BG Remseck (7. Februar, Auswärtsspiel) stehen gleich drei Duelle gegen derzeit punktgleiche Konkurrenten an. Am 1. Februar ist zudem der USC Freiburg in der Mörike-Sporthalle zu Gast, das schlechteste der fünf „14-Punkte-Teams“. Mindestens drei, möglicherweise auch vier Mannschaften steigen am Saisonende aus der 14er-Liga ab.




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