Stimme+
Basketball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

TSG Heilbronn Reds rutschen nach Niederlage gegen Titans Stuttgart ans Tabellenende

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Der Heilbronner Basketball-Regionalligist belohnt sich für einen mutmachenden Schlussspurt gegen Spitzenreiter PKF Titans Stuttgart nicht. Geteilte Meinungen gibt es im Nachgang über die Entscheidungen der Unparteiischen.

Es war lange zum Verzweifeln: Reds-Trainer Goran Mijic bekam von seiner Mannschaft erst in der Schlussphase zu sehen, was er sich schon zuvor erhofft hatte.
Es war lange zum Verzweifeln: Reds-Trainer Goran Mijic bekam von seiner Mannschaft erst in der Schlussphase zu sehen, was er sich schon zuvor erhofft hatte.  Foto: Berger, Mario

So lautstarke Pfiffe wie am Sonntagnachmittag waren in den vergangenen Jahren in der Sontheimer Mörike-Sporthalle noch nie zu hören gewesen. Frust, Enttäuschung und Unverständnis schwappten nach der knappen Niederlage der TSG Heilbronn Reds gegen Tabellenführer PKF Titans Stuttgart aber nicht der Mannschaft, sondern den beiden Unparteiischen entgegen. Denn diese hatten in den Augen vieler Zuschauer die 86:88 (35:45, 78:78)-Niederlage der TSG in der Verlängerung eines in der Schlussphase extrem spannenden Rückrunden-Auftakts der Regionalliga Baden-Württemberg besiegelt.

„Wir haben alle gesehen, was passiert ist“, sagte Reds-Trainer Goran Mijic. „Ich will mit gutem Herzen und meiner Erfahrung einfach glauben, dass die Schiedsrichter die richtige Entscheidung getroffen haben. Sie standen zwei und ich 20 Meter weit weg, daher wäre es nicht fair von mir, die Szene zu bewerten“, sagte der 39-Jährige, fügte dann aber doch noch hinzu: „Die Schiedsrichter wollen den bestmöglichen Job machen, machen aber – genau wie wir – auch mal Fehler.“


Mehr zum Thema

Stimme+
Basketball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Heilbronn Reds haben Einspruch gegen Punktabzüge eingelegt


Einigkeit bei den Reds: Schiedsrichter nicht Schuld an der Niederlage

Für Mijic war jedoch klar, dass seine Mannschaft die Partie nicht allein wegen der letzten Szene des Spiels verloren hatte, in der Center Simon Schmitz rund fünf Sekunden vor dem Ende der fünfminütigen Verlängerung unter dem Korb recht rustikal geblockt worden war. „Ich habe nur noch den Gegenspieler gesehen, wie er auf mich zukommt. Meines Erachtens hat er mich dabei unten getroffen. Wenn er gerade hochspringt, ist es kein Foul, aber er ist seitlich gekommen“, beschrieb Schmitz die finale Szene.

Doch auch er betonte: „Wir hätten das Spiel schon in der regulären Spielzeit klären müssen, haben uns da aber einfach einige Fehler zu viel erlaubt.“ Wegen der Entscheidungen der Unparteiischen sei die Niederlage jedenfalls nicht zustande gekommen. „Wir sind etwas spät aufgewacht; der Start war mal wieder typisch Heilbronn Reds“, beklagte Teamkollege Denis Schnakenberg.

Trainer Goran Mijic hat ein gutes Gespür

Das hatte zur Folge gehabt, dass die Temperaturen in der Mörike-Sporthalle, die während der Weihnachtsferien nicht beheizt worden war und die Reds daher im Trainingsbetrieb hatte frieren lassen, zwar pünktlich zu Spielbeginn wieder in akzeptable Höhen gestiegen waren, die Gastgeber aber dennoch einen Kaltstart mit gehörigen Anlaufproblemen hingelegt hatten. Ihm war es auch geschuldet, dass die Reds nach Siegen der Konkurrenz im Tabellenkeller die ungeliebte Rote Laterne übernahmen.

Schwach wie selten, aber doch wichtig: TSG-Spielmacher Nils Maisel (rechts).
Schwach wie selten, aber doch wichtig: TSG-Spielmacher Nils Maisel (rechts).  Foto: Berger, Mario

Es ruckelte gehörig im Spiel der Heilbronner: Fehlpässe und Fehlwürfe, falsche Eins-gegen-eins-Entscheidungen oder Konzentrationsmängel wie Schrittfehler oder Doppeldribblings machten es dem Tabellenführer aus der Landeshauptstadt einfach, die Spielkontrolle zu übernehmen. Vizekapitän Nils Maisel war mit sich selbst gar so unzufrieden, dass er Mijic bat, ihn im zweiten Viertel vom Feld zu nehmen.

„Bleib! Bleib!“, rief der Trainer seinem Spielmacher jedoch wild gestikulierend entgegen und traf damit die richtige Entscheidung, denn kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit war es Maisel, der mit einem Korbleger und einem Halbdistanz-Wurf die nicht für möglich gehaltene Verlängerung erzwang.


Mehr zum Thema

Stimme+
Basketball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Heilbronn Reds suchen nach unrundem Saisonstart noch ihre Form


Starkes Schlussviertel der Reds macht Verlängerung möglich

Aufgrund der sehr guten Trefferquote der Titans um den international erfahrenen Ex-Profi und Liga-Top-Scorer Danilo Mitrovic – im Besonderen aus der Distanz – waren die TSG-Basketballer zuvor konstant einem Zehn-Punkte-Rückstand hinterhergelaufen. Erst das mit 21:11 gewonnene vierte Viertel brachte die Wende – und die Verlängerung. Arnau López hatte den vermeintlichen Sieg in dieser schon in der Hand, verlegte allerdings seinen Korbleger-Versuch.

„Ich bin stolz, dass wir den Sieg doch noch in der eigenen Hand hatten. Aber wenn man ehrlich ist, hat ihn Stuttgart verdient“, gab Goran Mijic zu. Zwölf Saisonspiele bleiben ihm noch, in denen nicht nur Stolz, sondern auch Punkte hermüssen.


TSG Heilbronn Reds: López (5), Schmitz (14), Charlton (29), Maisel (11), Milicevic (7); Schnakenberg (14), Klein (4), Hartig, Blank (2), Gatzoris, Çamdal.

Zuschauer: 250.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben