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Kalte Halle als gutes Omen? Heilbronn Reds starten gegen Titans Stuttgart ihre Mission „Neun aus 13“

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Halle, Kader, Punktabzüge, Verletztenliste: Langweilig war es in der Winterpause bei den Heilbronn Reds nicht. Und nach einer selbstkritischen Hinrunden-Analyse treffen die TSG-Basketballer zum Jahres- und Rückrunden-Auftakt gleich auf den souveränen Tabellenführer.

Während Arnau López (links) alle 13 bisherigen Saisonspiele für die TSG Heilbronn Reds bestritten hat, ist Tim Klein (rechts), der in der Hinrunde insgesamt vier Partien angeschlagen verpasst hatte, pünktlich zum Rückrunden-Auftakt wieder fit.
Während Arnau López (links) alle 13 bisherigen Saisonspiele für die TSG Heilbronn Reds bestritten hat, ist Tim Klein (rechts), der in der Hinrunde insgesamt vier Partien angeschlagen verpasst hatte, pünktlich zum Rückrunden-Auftakt wieder fit.  Foto: Seidel, Ralf

Viel mehr als Sarkasmus bleibt Matthias Götz nicht übrig. Die Mörike-Halle, die sportliche Heimat seiner Heilbronn Reds, könne er derzeit problemlos dem Heilbronner Eishockey Club als zweite Eisfläche zur Verfügung stellen. Wahlweise sei auch ein Hallentausch mit den Falken möglich – „denn im Eisstadion ist es wärmer“.

Der Team-Manager des Basketball-Regionalligisten stand nach den Weihnachtsfeiertagen ebenso wie die Spieler der TSG Heilbronn wieder einmal in einer kalten Sporthalle. Offenkundig hatte die Stadt während der unterrichtsfreien Zeit der angrenzenden Mörike-Realschule auf das Beheizen der Halle verzichtet – zum Leidwesen des trainierenden Fünftligisten. Mal wieder.


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Erfinderische Reds trotzen der Kälte und den Titans Stuttgart


Spitzenreiter Titans Stuttgart ist der erste Gegner im Jahr 2026

Denn bereits vor zwei Jahren hatten die Reds-Basketballer gefroren, als das Thermometer in der Sportstätte weniger als zwölf Grad Celsius angezeigt hatte. Der Zeitpunkt damals? Mitte Januar. Das anstehende Spiel? Der Rückrunden-Auftakt. Der Gegner? Die PKF Titans Stuttgart. In der exakt gleichen Konstellation reisen die Titans an diesem Sonntag (17 Uhr) nun wieder nach Sontheim. Diesmal nach elf Siegen aus 13 Spielen allerdings als unangefochtener Tabellenführer.


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„Die Tabelle sagt zwar etwas anderes, aber ich glaube, dass es ein interessantes Spiel wird. Die Motivation ist bei uns jedenfalls gerade deswegen groß“, sagt Trainer Goran Mijic, dessen Team am ersten Spieltag in der Landeshauptstadt sogar mit 85:76 gewonnen hatte. „Die Mannschaft der Titans ist jetzt aber eine andere als noch am ersten Spieltag“, sagt der 39-Jährige und meint: eine bessere.

Eine Bilanz wie in der Hinrunde dürfte für den Klassenerhalt nicht reichen

Die Analyse der gesamten Hinrunde hat der TSG und ihrem Trainer klare Erkenntnisse – und Ziele – geliefert. „Wir haben gerechnet und gesehen, dass die Punktzahl, die wir bis jetzt geholt haben, am Saisonende nicht zum Klassenerhalt reichen wird“, sagt Mijic selbstkritisch. Die etwas dürftige Hinrunden-Bilanz von sechs Siegen aus 13 Spielen, die es nun aufzubessern gilt, war nicht zuletzt der immer wieder langen Liste an Ausfällen geschuldet, die kaum eine geregelte Umsetzung des in der Saisonvorbereitung erarbeiteten Spielsystems zuließen. 

„Wir mussten ja in der Hinrunde quasi in jedem Spiel mit einer anderen Taktik spielen, weil wir immer wieder Spieler auf Positionen verschieben mussten, auf denen andere gefehlt haben. Das war ein richtiger Zirkus.“ Doch man habe zumindest in Ansätzen immer wieder gesehen, dass das neue Spielsystem funktionieren kann „Nichtsdestotrotz wird der Klassenerhalt eine schwere, wenn auch interessante Aufgabe. Und wir entscheiden es selbst, ob wir es schaffen. Falls nicht, haben wir es auch nicht verdient, in dieser Liga zu bleiben“, sagt Goran Mijic unumwunden.

Auch Can Okçu verlässt die Heilbronn Reds vorzeitig

Über allem stehen zudem noch die zwei Punktabzüge, über deren Mitte Dezember erfolgtem Einspruch bisher vom Verband noch nicht verhandelt beziehungsweise geurteilt worden ist. Bleibt es dabei, hätten die Reds durch die beiden 0:20-Spielwertungen die direkten Duelle gegen den SV Fellbach II und die BG Viernheim/Weinheim automatisch verloren, was doppelt ärgerlich wäre, weil sich die Reds mit beiden im direkten Kampf um den Ligaverbleib befinden.


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Heilbronn Reds haben Einspruch gegen Punktabzüge eingelegt


„Aber jetzt sind wir wenigstens das erste Mal seit fünf Monaten endlich komplett“, kann Goran Mijic fast jubilierend schon einmal vermelden, dass seine diversen verletzten Spieler am nächsten Wochenende allesamt wieder einsatzfähig sein werden. Wobei: Shooting Guard Can Okçu hat den Reds über die Feiertage aus privaten Gründen den Rücken gekehrt und wird nicht mehr für den Regionalligisten auflaufen. Daher müssen die neun Siege aus 13 Spielen, die sich das Team zum Ziel für die Rückserie gesetzt hat, um den Klassenerhalt zu sichern, ohne das 19-jährige Talent gelingen.

Nach Rasmus Menger, Patrick Horian, Joel Parsche und Nik Fassnacht ist Okçu aber bereits der fünfte Sommer-Neuzugang, der den Verein bereits wieder verlassen hat. „Das Spiel gegen die Titans, die am Saisonende sehr sicher aufsteigen werden, ist für uns daher gleich der beste Test, den wir überhaupt bekommen können“, sagt Goran Mijic. „Für uns ist in dieser Rückrunde jedes Spiel ein Finale.“

20-Punkte-Erfolg vor zwei Jahren als gutes Omen für Sonntag?

Vor zwei Jahren bezwang das Mijic-Team die Titans Stuttgart – im Übrigen in einer warmen Halle, weil die Reds-Verantwortlichen diese kurzfristig mittels eines Diesel-Generators auf Temperatur gebracht hatten – souverän mit 62:42. Dies soll ein gutes Omen für den Sonntagnachmittag werden.

Vorbereitet sind die Reds jedenfalls, weil die Spieler um den nach seinem Nasenbeinbruch wieder genesenen Kapitän Simon Schmitz, seinem Center-Kollegen Tim Klein und auch Sinisa Cibula (Handbruch) nur an fünf Tagen rund um den Jahreswechsel mit dem Training pausiert hatten. „Jeder kennt unsere derzeitige Situation und weiß, dass wir jede Trainingseinheit brauchen. Und überhaupt: Besser eine kalte Halle als gar keine Halle“, sagt Goran Mijic, der nicht klagen, sondern vielmehr arbeiten möchte.


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