Spitzenkandidaten für Landtagswahl: Wer löst Winfried Kretschmann ab?
Die größten Parteien haben für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ihre Spitzenkandidaten bestimmt. Einer von ihnen soll Winfried Kretschmann auf den Posten des Ministerpräsidenten folgen.
Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg gewählt. Bei der Landtagswahl geht es nicht nur darum, wie sich der Landtag zusammensetzt, sondern auch darum, wer das Bundesland künftig als Ministerpräsident regiert. Von den zugelassenen 21 Parteien haben sieben bekannte Köpfe als Spitzenkandidaten auserkoren:
- Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir tritt für die Grünen als Nachfolger für Winfried Kretschmann an.
- CDU-Landeschef Manuel Hagel stellt sich dem Rennen um den Posten als Ministerpräsident.
- Andreas Stoch tritt für die SPD als Spitzenkandidat an.
- Markus Frohnmaier will für die AfD Ministerpräsident werden.
- Mit Hans-Ulrich Rülke versucht die FDP, es erneut in den Landtag zu schaffen.
- Die Linke hat gleich drei Frauen an der Spitze: Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei.
- Auch das BSW will mit Spitzenkandidat Joachim Tabler in den Landtag einziehen.
Bis zur Landtagswahl stellen sich die Spitzenkandidaten auch dem Wahlcheck der Heilbronner Stimme.
Nachfolger von Winfried Kretschmann: Cem Özdemir ist Grünen-Spitzenkandidat
Nach 15 Jahren im Amt des Ministerpräsidenten möchte Winfried Kretschmann nicht mehr für Bündnis 90/Die Grünen antreten. Bereits 2024 hat der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir erklärt, seine Partei als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl vertreten zu wollen. Ein Jahr später wurde die Entscheidung auf dem Parteitag bestätigt.

Özdemir, der in Bad Urach als Kind von türkischen Gastarbeitern geboren wurde, setzt im Wahlkampf auf wirtschaftliche Themen. Immer wieder betont er auch die Wichtigkeit des Autos. Im Wahlprogramm der Grünen in Baden-Württemberg heißt es dazu: „Das Auto der Zukunft muss aus Baden-Württemberg kommen.“
Manuel Hagel kandidiert für CDU bei Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg
Seit 2023 ist Manuel Hagel Landesvorsitzender der CDU. Als solcher tritt er auch für die Christdemokraten bei der Landtagswahl 2026 als Spitzenkandidat an. Ursprünglich kommt Hagel auch aus Baden-Württemberg, genauer aus Ehingen im Alb-Donau-Kreis.

Im Wahlkampf wollen Hagel, der 2026 bereits in die Region Heilbronn kam, und seine Partei auf Innovation und Zuversicht für eine starke Wirtschaft, Tatkraft und Mut für spürbare Sicherheit sowie Stabilität und Verlässlichkeit für „enkelgerechte Haushaltspolitik setzen.
Andreas Stoch zum zweiten Mal Spitzenkandidat für die SPD
Die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) hat bei der Wahl 2021 mit elf Prozent das schlechteste Wahlergebnis in Baden-Württemberg eingefahren. Zum zweiten Mal setzt die Partei bei einer Landtagswahl auf Andreas Stoch als Spitzenkandidaten, der seit 2018 auch als Landesvorsitzender tätig ist.

Auf der Seite der baden-württembergischen SPD wird Stoch Teamplayer mit „unerschütterlichem Optimismus“ beschrieben. Beim Stimme-Wahlcheck erklärte er in Bezug auf die Wirtschaft: „Mancher wird aus der Komfortzone heraus müssen.“
FDP will mit Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke in Landtag einziehen
Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat es bei der Landtagswahl 2021 nicht in den baden-württembergischen Landtag geschafft. Bereits zum dritten Mal setzt die Partei auf Hans-Ulrich Rülke als Spitzenkandidaten, der sich beim Dreikönigstreffen scharf gegen seine Konkurrenten äußerte.

Rülke sieht laut seiner Homepage Gestaltungsspielraum in der Landespolitik. „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben“, so die Aussage des Spitzenkandidaten. Wirtschaftlich will die FDP Freiräume schaffen, um damit Wohlstand und „gute Arbeit“ zu sichern.
Markus Frohnmaier zum AfD-Spitzenkandidaten in Heilbronn gewählt
Der Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) hat Ende Mai 2025 in Heilbronn für Aufsehen gesorgt. Hunderte demonstrierten gegen die AfD-Veranstaltung. Eine Entscheidung hat es dennoch gegeben: Markus Frohnmaier ist zum Spitzenkandidaten der Partei geworden.

Seit 2017 sitze er für die AfD im Bundestag. Ein einfaches Landtagsmandat in Baden-Württemberg strebt der Politiker nicht an. Er will mit seiner Kandidatur nur das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. Auf seiner Agenda stehen neben russlandfreundlicher Außenpolitik auch ein Ende für Klima- und tolerante Migrationspolitik.
Die Linke setzt auf „feministisches Spitzentrio“ für Landtagswahl in Baden-Württemberg
Mit drei Frauen an der Spitze will Die Linke bei der Landtagswahl 2026 punkten. Der Landesverband besteht laut der Landeszentrale für politische Bildung (lpd) bereits seit 2007 – in den Landtag ist die Partei jedoch noch nie eingezogen.
Kim Sophie Bohnen steht auf Platz 1 der Landesliste und im Wahlkreis Heidelberg an. Die 26-Jährige stammt laut lpd aus Schleswig-Holstein und studierte bis 2024 an der Uni Heidelberg Politikwissenschaft und Soziologie. Ihr Kernthema: Wohnungs- und Mietenpolitik.

Als „Nachwuchs-Shooting-Star“ der Linken gilt Amelie Vollmer. Die Büroangestellte aus dem Ortenaukreis galt bereits bei der Landtagswahl 2021 als landesweit jüngste Kandidatin. Sie will feministische Akzente setzen. Komplett ist das Trio mit Mersedeh Ghazaei. Die geborene Esslingerin studiert derzeit in Stuttgart, wo sie für den Wahlkreis Stuttgart I bei der Wahl antritt. Sie wolle als „starke migrantische, feministische und junge linke Stimme“ auftreten und Bildungsgerechtigkeit zu ihrem Schwerpunkt machen.
Joachim Tabler zum BSW-Spitzenkandidaten gewählt
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde im Januar 2024 gegründet – und sitzt derzeit nicht im baden-württembergischen Landtag, der zuletzt 2021 gewählt wurde. Mit Joachim Tabler, der am 30. Oktober zum Spitzenkandidaten des BSW gewählt wurde, will das Bündnis nun den Sprung in den Landtag schaffen.

Tabler will sich „gegen Aufrüstung und für eine gut funktionierende Wirtschaft einsetzen“, heißt es auf der Seite des Landesverbands. Außerdem hat er den Neubau von preiswerten Mietwohnungen zu seiner Herzenssache erklärt. Rund 340 Mitglieder gehören laut eigenen Angaben zum Landesverband der Partei.
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