Interessierte können per Mail Kontakt mit dem Kreisverband für die Region Heilbronn-Franken aufnehmen: „info@bw.bsw-vg.de“. Betreff „Kreisverband HN-Franken.
Bündnis Sahra Wagenknecht baut Präsenz in Heilbronn-Franken für Landtagswahl 2026 auf
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat in Heilbronn-Franken einen neuen Kreisverband gegründet. Ziel ist es, die Region politisch zu stärken und Themen wie Frieden, Mittelstand und soziale Gerechtigkeit voranzubringen.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat Ende Juli einen Kreisverband für die Region Heilbronn-Franken gegründet. Er umfasst die Landkreise Heilbronn, Schwäbisch Hall, den Hohenlohekreis, den Main-Tauber-Kreis sowie den Stadtkreis Heilbronn. Aktuell zählt der Verband 38 Mitglieder. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder einstimmig den Heilbronner Joachim Tabler.
Vorsitzender sieht Handlungsbedarf für Heilbronn
Der 65-Jährige ist gebürtiger Heilbronner und gelernter Wirtschaftsingenieur. Er war weltweit tätig, lebte zeitweise auch in den USA und arbeitete später in München. Aktuell ist er beratend in der Zahnmedizin und Orthopädie tätig. Vor drei Jahren kehrte er in seine Heimatstadt zurück. „Mich beschäftigt die Frage: Wie kann ich mich in das politische Geschehen einbringen?“, sagt er.
Tabler sieht dabei auch die Entwicklung Heilbronns kritisch. Die Innenstadt habe stark an Attraktivität verloren. „Früher war sie eine regelrechte Outdoor-Zone, wo man gerne flanierte oder Kaffee trank. Heute dominieren Billigläden.“ Viele Bekannte würden lieber nach Ludwigsburg oder Stuttgart ausweichen. „Das betrübt mich.“ Ziel sei es, die Stadt wieder aufzuwerten – auch durch eine stärkere Nutzung des Neckars.
Für diese Themen will sich der Kreisverband stark machen
Inhaltlich will der Kreisverband zunächst lokale Themen sammeln, langfristig aber auch bundespolitische Schwerpunkte setzen. „Frieden ist unser zentrales Anliegen“, betont der Vorsitzende. Auslandseinsätze der Bundeswehr lehne das BSW ab, auch den von der CDU geforderten Rüstungspakt bezeichnet er als „Wahnsinn“.
Daneben spiele die Wirtschaftspolitik eine wichtige Rolle: Der Mittelstand müsse entlastet, Energiekosten gesenkt und Investitionen in Forschung und Entwicklung gestärkt werden. Gas solle als Übergangslösung akzeptiert, das Verbrenner-Aus zurückgenommen werden.
„Seit Corona haben viele Menschen das Vertrauen in den Staat verloren“
Auch gesellschaftspolitische Fragen will der Kreisverband in den Blick nehmen. „Seit Corona haben viele Menschen das Vertrauen in den Staat verloren. Das ist schlimm für die Demokratie.“
Als Beispiel nennt Tabler Bundeskanzler Friedrich Merz: Vor der Bundestagswahl 2025 habe dieser noch ablehnend über Aufrüstung gesprochen, wenig später aber das größte Aufrüstungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Kritiker werteten das als klaren Richtungswechsel – Tabler spricht von einem Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung, den es wieder herzustellen gilt.
Kreisverband präsentiert sich am 1. September öffentlich
Noch befindet sich der neue Kreisverband für die Region Heilbronn-Franken in der Aufbauphase. Ein Büro oder eine Website gibt es bisher nicht, sollen aber in Kürze organsiert werden. Außerdem will der Kreisverband Sichtbarkeit zeigen, beispielsweise mit Infoständen. Flyer und Plakate seien ebenfalls in Planung. „Das Netzwerk aufzubauen, hat jetzt Priorität“, sagt Tabler.
Öffentlich präsentieren will sich der Kreisverband bereits in den kommenden Wochen: am 1. September beim Antikriegstag in Heilbronn sowie am 6. September in Schwäbisch Hall. In Baden-Württemberg existieren inzwischen elf BSW-Kreisverbände. Damit ist der Weg frei, bei der Landtagswahl im März 2026 anzutreten.
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