Stimme+
Treibhausgas
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Solvay-Skandal in Bad Wimpfen: Umweltministerium muss sich in Ausschuss erklären

   | 
Lesezeit  1 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Die CDU-Fraktion wirft der Umweltministerin Thekla Walker mangelnde Transparenz beim SF6-Skandal des Chemiekonzerns Solvay vor. In einer Sondersitzung am 20. Januar muss sich die Ministerin verantworten. Es gibt eine Live-Übertragung im Internet. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

In einer Sondersitzung des Umweltausschusses im Baden-Württembergischen Landtag muss sich das Umweltministerium erklären. In einer öffentlichen Sitzung am kommenden Dienstag, 20. Januar, ab 11:30 Uhr beschäftigen sich die Abgeordneten ausführlich mit dem SF6-Skandal des Chemiekonzerns Solvay aus Bad Wimpfen. Seit Jahren stößt das Unternehmen das gefährlichste Treibhausgas der Welt – Schwefelhexafluorid (SF6) – am Standort in Bad Wimpfen aus.

CDU fordert Aufklärung zu SF6-Emissionen bei Solvay – Antrag im Umweltministerium gestellt

Der Tagesordnungspunkt in der Sondersitzung geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück. Diese wirft Umweltministerin Thekla Walker vor, die hohen Emissionen monatelang verschwiegen zu haben und nicht transparent genug gewesen zu sein. Das „Umweltministerium missachtet beim SF6-Skandal die Interessen von Parlament und Öffentlichkeit“, heißt es in dem Antrag der CDU. 

In einer Sondersitzung des Umweltausschusses muss sich das Umweltministerium zum Umgang mit dem SF6-Skandal der Firma Solvay verantworten.
In einer Sondersitzung des Umweltausschusses muss sich das Umweltministerium zum Umgang mit dem SF6-Skandal der Firma Solvay verantworten.  Foto: Berger, Mario

Die Sitzung wird live auf der Internetseite des Landtags, www.landtag-bw.de, übertragen. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch eine Anhörung von Andreas Engel, Atmosphärenchemiker der Goethe-Universität Frankfurt. Aufgrund seiner Studie ist das Treibhausgas-Leck erkannt worden. 30 Tonnen SF6 soll der Chemiekonzern Solvay am Standort in Bad Wimpfen jährlich ausstoßen. Angegeben haben die Verantwortlichen lediglich 56 Kilogramm. Deshalb steht das Unternehmen seit Wochen in der Kritik.

Maßnahmen bei Solvay Bad Wimpfen: SF6-Emissionen sind zurückgegangen

Das Baden-Württembergische Umweltministerium sowie das Stuttgarter Regierungspräsidium sind laut eigenen Aussagen seit Mai 2024 im ständigen Austausch mit den Verantwortlichen bei Solvay. Es wurden bereits mehrere Maßnahmen zur Eindämmung der Emissionen umgesetzt. Gegen eine der Maßnahmen – das RP hat in einer Anordnung einen Grenzwert für SF6 festgelegt – reichte das Unternehmen Klage ein. Trotzdem haben die Verantwortlichen ein Konzept zur Eigenkontrolle fristgerecht eingereicht.

In Folge haben Umweltministerium und Solvay einen befristeten Vertrag zur strengen Überwachung und zur Einführung eines Testbetriebes geschlossen. Grund dafür ist, dass die bereits ergriffenen Maßnahmen die Emissionen zwar eingedämmt haben, die Werte aber trotzdem noch deutlich zu hoch waren. Zuletzt standen die Ergebnisse einer Messung noch aus. 

Protestaktion an Solvay-Werk in Bad Wimpfen: Aktivisten mit Projektionen an Gastanks

Nach Bekanntwerden der Studie haben sich mehrere Umweltorganisationen zu Wort gemeldet und die sofortige Aufklärung und Eindämmung des Gases gefordert. Dafür haben Aktivisten bei einer Protestaktion auf die Tanks in Bad Wimpfen Projektionen von Rissen geworfen und auf die undichten Stellen hingewiesen. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben