Audi will den Anteil von E-Autos am Gesamtabsatz deutlich steigern – Neuheiten geplant
Audi bringt bis 2028 zahlreiche neue E-Autos auf den Markt. Zuletzt hat der Absatz vollelektrischer Modelle nachgelassen. Das soll sich im Gesamtjahr aber ändern.
Angesichts immer strengerer Abgasnormen und damit verbundener Strafzahlungen sind die Autohersteller in der EU darauf angewiesen, dass der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am Gesamtabsatz in den nächsten Jahren deutlich wächst. Bei Audi ist der Absatz von E-Autos zuletzt gesunken: Von Januar bis März hat die VW-Tochter weltweit 42.029 Stromer verkauft, das ist ein Minus von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresanteil. Gemessen am Gesamtabsatz lag der Anteil von E-Autos damit bei 11,7 Prozent. Nach Informationen der Heilbronner Stimme soll er im Gesamtjahr auf mindestens 15 Prozent steigen.
Überarbeitung für den Audi Q4 E-Tron und neuer Audi A2 E-Tron
Dafür bringt Audi zahlreiche Neuheiten auf den Markt. So hat der Autobauer sein Elektro-SUV Q4 E-Tron umfassend überarbeitet. So kommen innen nun bessere Materialien zum Einsatz, darüber hinaus gibt es eine neue Bildschirmlandschaft. Außerdem hat der Autobauer die maximale Ladeleistung auf 185 kW erhöht. Dank gesteigerter Effizienz soll nun eine Reichweite zwischen 440 und 592 Kilometern möglich sein. Bestellbar ist der Wagen ab Mai zu Preisen ab 47.500 Euro, die ersten Auslieferungen erfolgen im Sommer.

Wichtigster Stromer in diesem Jahr ist aber das vollelektrische Einstiegsmodell A2 E-Tron. Er soll um die 40.000 Euro kosten und sich optisch ein wenig an dem früheren Kleinwagen A2 aus Neckarsulm orientieren. Voraussichtlich wird es den A2 E-Tron mit Heckantrieb, zwei Batteriegrößen und drei oder vier Leistungsstufen geben. Hier kursieren Werte von 170 PS in der Basisversion bis 286 PS im Topmodell. Techniker berichten davon, dass selbst in der Basisversion eine Reichweite von 450 bis 500 Kilometern angepeilt wird.
Zeitplan für die weiteren Audi-Elektromodelle bis 2028
2027 startet dann ein zweisitziger Elektro-Sportwagen, der am Standort Böllinger Höfe in Heilbronn gefertigt wird. 2028 folgt der A4 E-Tron als Elektro-Pendant zum Verbrenner-A5 aus Neckarsulm. Sie ist die zukunftsweisende, modulare und rein digitale Elektroauto-Plattform, die ab Ende der 2020er Jahre die bestehenden Fahrzeugbaukästen von Europas größtem Autobauer ablösen soll. Zudem kommt beim A4 E-Tron erstmals bei einem Audi die neue Software von US-Partner Rivian zum Einsatz.
Standard bei der SSP sind bei Audi und folgenden Konzernmodellen 800-Volt-Technik und ein zentralisiertes Computersystem. Damit sollen erstmals Reichweiten um die 700 bis 800 Kilometer und Ladeleistungen jenseits der 300 kW möglich sein. Durch die neue Software-Architektur kann Audi künftig Over-the-Air-Updates in deutlich größerem Umfang als heute anbieten und Funktionen nachträglich freischalten. Audi-Chef Gernot Döllner spricht von einem „software-definierten Auto“, das Komplexität reduziere und Entwicklung sowie Produktion beschleunige. Apropos Produktion: Gebaut wird der neue A4 E-Tron am Audi-Stammsitz in Ingolstadt.
Welches volumenstarke E-Auto wird bei Audi in Neckarsulm gebaut?
Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts werden dann die zweiten Generationen des Q4 E-Tron und A6 E-Tron erwartet. Wo sie gefertigt werden, ist aktuell noch hoffen. Im VW-Konzern läuft gerade die Planungsrunde, bei der neben großen Investitionen auch die Werkebelegung festgelegt wird. Nach Informationen der Heilbronner Stimme könnte eine der beiden Modellreihen künftig am Standort Neckarsulm vom Band rollen. Oder kommt gar ein Stromer einer anderen Konzernmarke in die Region?
Für jedes Werk im Konzern gebe es unterschiedliche Szenarien, heißt es von Audi. Die seien streng vertraulich. „Aber ich sehe Neckarsulm gut aufgestellt für diese Planungsrunde. Der Standort erfüllt alle Voraussetzungen, künftig ein elektrisches Volumenmodell aus dem Konzern zu produzieren“, sagte zuletzt Audis Produktionsvorstand Gerd Walker.
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