Quartett verlässt Sport-Union Neckarsulm am Saisonende
Für drei Rückraum-Spielerinnen und überraschend auch für Torhüterin Johanna Fossum geht es im Sommer im Unterland nicht weiter. Die Sport-Union Neckarsulm hat ihre personelle Planungen für die nächste Saison damit abgeschlossen.

Mit drei erwarteten Abgängen und einer unerwarteten Rückkehr in die Heimat sieht sich Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm konfrontiert und hat in diesem Zusammenhang zugleich seine Personalplanungen für die Spielzeit 2026/2027 abgeschlossen. Wie der Verein am Donnerstagnachmittag bekanntgab, werden die im Sommer regulär auslaufenden Verträge mit dem Rückraum-Trio Angunn Gudmestad, Lilli Holste und Lynn Holtman nicht verlängert.
„Das hat unterschiedlichste Gründe, und ich möchte sagen, dass uns das bei allen dreien sehr schwer gefallen ist. In der Planung zur neuen Saison liegt die Priorität immer darauf, den Kader zu optimieren und zu verbessern“, sagt Thomas Zeitz als Trainer und Sportlicher Leiter der Sport-Union. Mit den Verpflichtungen von Lisa Vlug (Rückraum rechts, ATH Strasbourg) und Sina Ehmann (Rückraum links, Frisch Auf Göppingen) hatten sich Veränderungen im Neckarsulmer Rückraum bereits abgezeichnet.
Die mit ihrem Knöchelbruch derzeit zum zuschauen gezwungene Holste konnte in ihren knapp zwei Jahren zu wenige sportliche Argumente für eine Weiterbeschäftigung sammeln. Holtman fehlte hingegen die dringend benötigte Spielzeit und damit die sportliche Perspektive in Neckarsulm. Gudmestad hatte zwar Spielzeit und sehr ordentliche Statistiken, doch „am Ende passte es sportlich für beide Seiten nicht zu hundert Prozent“, wie Zeitz erklärt.
Johanna Fossum lehnt Vertragsangebot ab − Sport-Union reagiert
Überraschend, auch für den Verein, kommt hingegen der Abschied von Torhüterin Johanna Fossum. Die Norwegerin hatte einen neuen, unterschriftsreifen Vertrag vorliegen, weil die Neckarsulmer die Zusammenarbeit mit der 23-Jährigen gerne fortgesetzt hätten. Doch aus der Formalie wurde letztlich eine Absage, weil Fossum ein Angebot von Sola HK erhalten hatte, von dem sie 2024 nach Neckarsulm gewechselt war. Die Aussicht auf Europapokal-Abende in der Heimat und die Aufnahme eines Studiums gaben für Fossum dann letztlich den Ausschlag für eine Rückkehr nach Norwegen.
„Ich habe zwei unvergessliche und wirklich großartige Jahre hier in Neckarsulm verbracht, viele wunderbare Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die mich mein Leben lang begleiten werden. Es war keine leichte Entscheidung, den Verein zu verlassen, aber es fühlte sich zum jetzigen Zeitpunkt richtig an“, erklärt Fossum ihre Entscheidung.

Verkleinerung des Neckarsulmer Kaders ist auch eine Kostenfrage
Thomas Zeitz bedauert den Wechsel, „aber wir haben Verständnis für ihren Wunsch und ihre Situation – auch wenn wir gerne mit Johanna weitergemacht hätten und es bedauern, sie nicht mehr dabei zu haben“. Eine Nachfolgerin hat der Verein bereits verpflichtet; die offizielle Verkündung wird für Anfang nächster Woche erwartet.
Die personellen Veränderungen im Rückraum haben nicht zuletzt auch finanzielle Gründe. Angesichts der Neuzugänge und bisher – teils langfristig, verlängerter – Verträge „kommt man irgendwann an eine Grenze und muss Entscheidungen treffen, die schwer wiegen und keinesfalls leicht fallen. Da der Kader unter anderem auch aus wirtschaftlichen Gründen von 16 auf 15 Spielerinnen reduziert werden muss, war klar, dass wir uns von Spielerinnen trennen müssen“, sagt Zeitz, der jedoch allen drei wechselnden Spielerinnen einen tadellosen Charakter attestiert. „Es ist daher keine Entscheidung gegen die drei, sondern eine Entscheidung für die Zukunft auf Basis der bestehenden Situation.“
Sportliche Zukunft des scheidenden Rückraum-Trios ist noch offen
Holste (37 Bundesliga-Spiele/58 Tore für die Sport-Union), Holtman (39/15) und Fossum (39 Spiele/85 Paraden) waren wie Gudmestad 2024 zur Sport-Union gestoßen. Wo die sportliche Zukunft des Rückraum-Trios liegt, ist noch nicht bekannt.
Die Norwegerin, die in bisher 42 Bundesliga-Einsätzen 122 Tore erzielt hat und aufgrund ihrer Dynamik zu den Fan-Lieblingen zählt, blickt selbstkritisch auf ihre Zeit in Neckarsulm. „Aus handballerischer Sicht habe ich die Schritte, die ich mir vor meinem Wechsel erhofft hatte, nicht vollständig gemacht. Trotzdem habe ich mich in vielen anderen Bereichen weiterentwickelt und bin mir sicher, dass ich auf meine Zeit hier positiv zurückblicken werde.“
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