Dezimierte Sport-Union Neckarsulm wartet auf ihre Playoff-Gegner
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Der für sie spielfreie Hauptrunden-Abschluss, die anstehende Länderspielpause und die Verletztenmisere prägen die Vorbereitung der Sport-Union auf die Bundesliga-Playoffs. Trainer Thomas Zeitz muss mit einem kleinen Kader an offenen Baustellen arbeiten.
Thomas Zeitz muss im Trainingsbetrieb der nächsten zwei Wochen aus verschiedenen Gründen unter anderem auf seine Spielerinnen Kamila Kordovská (rechts), Paulina Uscinowicz (Zweite von rechts) und Munia Smits (Nummer 23) verzichten.
Foto: Kunz, Christiana
Am Montag blieb es bei kurzen Läufen. Einen Tag nach der dürftigen Leistung und der mit ihr verbundenen 25:28-Niederlage der Sport-Union Neckarsulm beim BSV Sachsen Zwickau hatten die Neckarsulmer Bundesliga-Spielerinnen einen weitgehend freien Tag. Diesen hatten sie sich beim Kellerkind weniger aufgrund eines besonders engagierten Auftritts erspielt, vielmehr war er schlicht der Belastungssteuerung geschuldet.
„Ich sitze ja derzeit wie eine Glucke über den Spielerinnen, die ich noch habe“, betont Thomas Zeitz. Denn angesichts des verletzungsbedingt arg geschrumpften Kaders ergebe es wenig Sinn, bei den verbliebenen fitten Akteurinnen Dinge zu überstürzen. „Wir werden die Trainingsintensität auch in den nächsten Tagen dosieren müssen“, sagt der Trainer. Bis zum Start in die Playoffs am 18. oder 19. April wird in Neckarsulm jedoch nicht nur dosiert, sondern auch gearbeitet.
Drei Nationalspielerinnen reduzieren den Neckarsulmer Kader zusätzlich
Denn es gibt noch einiges zu tun, wie die Partie in Zwickau leidvoll offenbarte. „Es war alles etwas holprig, wir waren vorne wie hinten nicht widerstandsfähig genug. Uns haben einfach 15 bis 20 Prozent gefehlt“, sagt Zeitz. Die neuen personellen Konstellationen seien dafür ein Erklärungsansatz, die mögliche Angst vor weiteren Verletzungen ein anderer, mutmaßt der 52-Jährige.
In dieser Woche wird an Abläufen und Spielzügen gefeilt, die zum Start in die entscheidende Saisonphase auch all jene verinnerlicht haben sollten, die bislang wenig gemeinsame Zeit auf der Platte verbracht haben. Neue Konstellationen müssen sich nun zusammenfinden. Während der zweiten spielfreien Woche, die einer Nationalmannschaftspause geschuldet ist, wird es für Thomas Zeitz dann auf Kleingruppen-Training hinauslaufen.
In Abwesenheit von Antje Döll (mit Deutschland in Nordmazedonien und gegen Belgien), Lena Ivancok (mit Österreich in Griechenland gegen Israel und gegen Griechenland) und Paulina Uscinowicz (mit Polen in der Slowakei und gegen Rumänien) verbleiben ihm für das Feld zwei fitte Kreisläuferinnen, drei Rückraum- und zwei Rechtsaußen-Spielerinnen. Überlegungen gibt es daher zu einer gemeinsamen Trainingseinheit mit einer anderen Mannschaft.
Playoff-Termine
Die Sport-Union Neckarsulm wird in den Playoffs sechs Spiele bestreiten*:
18./19. April: Auswärtsspiel beim Tabellen-Elften
25. April (18 Uhr): Heimspiel gegen Tabellen-Zehnten
2./3. Mai: Auswärtsspiel beim Tabellen-Neunten
9. Mai (18 Uhr): Heimspiel gegen Tabellen-Achten
16./17. Mai: Auswärtsspiel beim Tabellen-Siebten
23./24. Mai: spielfrei
30. Mai (18 Uhr): Heimspiel gegen den VfL Oldenburg
*Exakte Terminierungen folgen erst nach Abschluss der Hauptrunde.
Verlorenes Zwickau-Spiel als Warnsignal für die Playoffs
Um mit dem Relegationsrang nichts zu tun zu haben, werde man in den Playoffs trotz Punktevorsprungs wohl mindestens zwei Spiele gewinnen müssen, mutmaßt Thomas Zeitz. Das im Januar noch postulierte Ziel von drei Heim- und einem Auswärtssieg aus den sechs Duellen wird nach den jüngsten Ausfällen zumindest nicht mehr ganz so forsch formuliert. „Wir können gut Handball spielen, aber das Spiel in Zwickau war die Erinnerung, dass wir mehr tun müssen. Ich habe jedoch keine Sorge, dass von dem Spiel irgendetwas Negatives hängenbleibt“, betont Zeitz.
Punktabzug für VfL Oldenburg
Weil der VfL Oldenburg in den Bundesliga-Partien gegen die HSG Blomberg-Lippe (21:30) und den BSV Sachsen Zwickau (25:25) jeweils eine Spielerin eingesetzt hat, für die keine unterschriebene Anti-Doping-Schiedsvereinbarung vorlag, hat die Handball Bundesliga Frauen (HBF) beide Partien gemäß Paragraf 50 der DHB-Spielordnung mit 0:2 Punkten und 0:0 Toren gegen den VfL Oldenburg gewertet.
Durch den Punktverlust aus dem Zwickau-Spiel ergibt sich, dass die auf Tabellenplatz fünf stehenden Huntestädterinnen auch rechnerisch keine Chance mehr auf ein Erreichen des vierten Tabellenplatzes haben und damit zugleich als Gegner der Sport-Union am letzten Playoff-Spieltag feststehen. Wie die HBF mitteilt, wird der VfL Oldenburg das Urteil akzeptieren.
Dass seine Spielerinnen in der Sparkassen-Arena im Angesicht des ohnehin komfortablen sechsten Tabellenplatzes unterbewusst nicht an ihre jeweiligen Leistungsgrenzen gegangen seien, will der Trainer nicht als Erklärung gelten lassen: „So weit schauen die Mädels gar nicht voraus und das war im Vorfeld bei uns auch kein Thema.“
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