Sport-Union Neckarsulm möchte in Zwickau ihre „Scheiß-Woche“ abschütteln
Ohne fünf verletzte Spielerinnen und mit einem stark dezimierten Rückraum reist die Sport-Union Neckarsulm für ihr letztes Hauptrunden-Spiel der Saison nach Sachsen. Spannende Entwicklungen rund um eigentlich bereits abgeschlossene Personalplanungen.

„Das Vertrauen in die Spielerinnen ist da, aber verbessert hat sich unsere Situation für die restlichen Saisonspiele definitiv nicht.“ Eine echte „Scheiß-Woche“ liegt hinter der Sport-Union, wie es Trainer Thomas Zeitz nennt, nachdem sich erst Munia Smits (Kreuzbandriss/Meniskusschaden) und am Dienstagabend im Training dann auch noch Angunn Gudmestad (Wadenbeinbruch) schwer verletzt haben.
„Wenn es kommt, dann kommt es gleich knüppeldick“, sagt Zeitz, will vor dem letzten Hauptrunden-Spiel seiner Bundesliga-Mannschaft beim BSV Sachsen Zwickau (Sonntag, 16 Uhr) aber trotz der insgesamt fünf Ausfälle, der kränkelnden Meret Ossenkopp und nur noch vier einsatzfähigen Rückraum-Spielerinnen nicht in Lethargie verfallen.
Verbleibendem Rückraum-Quartett winkt eine Menge Spielzeit
Stattdessen blickt er nach vorne: „Ich will im Flow des Metzingen-Spiels bleiben und in Zwickau gewinnen.“ Seine noch einsatzfähigen Rückraum-Spielerinnen Paulina Uscinowicz, Alicia Soffel, Lynn Holtman und Annefleur Bruggeman könnten sich am Sonntag nun bei viel Spielzeit „richtig austoben“, sieht es der 52-jährige Übungsleiter positiv. Um gegen den Vorletzten das Tempo diktieren zu können, dürften das Sieben-gegen-Sechs und/oder eine zweite Kreisläuferin zu denkbaren Optionen werden.
Mit einem Sieg stünde die Sport-Union bei 19:21 Punkten und damit nur unwesentlich hinter dem Saisonziel eines ausgeglichenen Punktekontos. Ob das in der Endabrechnung für Rang sechs oder sogar fünf reicht, ist Zeitz egal: „Wenn uns der VfL Oldenburg noch auf Platz fünf schiebt, würde ich das wegen der sieben Punkte für die Playoffs trotzdem nehmen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass der VfL das will.“
Gudmestad bleibt trotz Verletzung Smits-Ersatz Nummer eins
Nicht zuletzt deswegen, weil ihm seine Verletzten bis auf Lilli Holste auch der zweiten Saisonphase fehlen werden. Angunn Gudmestad, die sich ihren Wadenbeinbruch in einem Trainingszweikampf zugezogen hat, wird zweimal operiert werden müssen: einmal zum Einsetzen und nach sechs Wochen erneut zum Herausnehmen einer stabilisierenden Platte. Drei Monate dürfte die Ausfallzeit der Norwegerin daher mindestens betragen.
Für die nächste Spielzeit ist die 24-Jährige, die den Verein eigentlich im Sommer verlassen soll, aber weiterhin als erste Option vorgesehen, um die durch Munia Smits’ Kreuzbandriss entstandene Lücke im Kader zu schließen. „Sie kann sich einen Verbleib vorstellen“, berichtet Thomas Zeitz aus Gesprächen mit Gudmestad. Schriftlich fixiert ist ein Verbleib jedoch noch nicht.
Verpflichtet die Sport-Union für die Playoffs noch einmal nach?
Und offen bleibt bei Gudmestad wie auch bei Kamila Kordovská die Frage, wie belastbar beide Spielerinnen zu Beginn der nächsten Saison tatsächlich wieder sein werden. Braucht es sogar für eine möglicherweise weiterbeschäftigte Gudmestad noch eine weitere Option B? Eine Rückversicherung für den Ersatz also. Thomas Zeitz schließt derzeit nichts aus. „Wir müssen ja jetzt sogar überlegen, ob wir nicht für die Playoffs nochmal irgendetwas machen“, sagt der Trainer. Eine der beiden Torhüterinnen ins Feld zu stellen, sei schließlich keine Option und Lilli Holstes genaues Rückkehr-Datum nach ihrem Knöchelbruch nur schwer zu prognostizieren.
Fakt ist jedoch, dass das Wechselfenster seit dem 15. Februar geschlossen ist und die Sport-Union für die Playoffs daher nur noch vereinslose oder solche Spielerinnen nachverpflichten kann, die ihre Karriere bereits beendet haben. Eine weitere Alternative für die Restsaison könnte auch eine temporäre Beförderung von Spielerinnen aus der Regionalliga-Zweiten sein, um den Kader am Spieltag zumindest zu verbreitern. Die Rückraum-Spielerinnen Finia Siegle und Rebecca Schäfer trainieren mehr oder weniger regelmäßig mit dem Bundesliga-Team.
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