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Acht-Punkte-Spiel für die Sport-Union Neckarsulm

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Neckarsulmer Handball-Bundesligist ist zurück im Ligaalltag und könnte sich mit einem Sieg gegen die TuS Metzingen am Samstag bereits für die Playoffs in Stellung bringen. Kordovská-Ausfall trübt die Vorfreude auf den Saisonendspurt.

Bis auf Weiteres nur Zuschauerin: Kamila Kordovská (links) hat sich bei einem Einsatz für die tschechische Nationalmannschaft an der Schulter verletzt und wird länger ausfallen.
Bis auf Weiteres nur Zuschauerin: Kamila Kordovská (links) hat sich bei einem Einsatz für die tschechische Nationalmannschaft an der Schulter verletzt und wird länger ausfallen.  Foto: Marc Splettstößer

Es wird Zeit. Auch Thomas Zeitz sieht das so. Nach der dreiwöchigen Bundesliga-Pause wäre der Samstagabend in den Augen des Trainers der Sport-Union Neckarsulm eine gute Gelegenheit, um in diesem Kalenderjahr endlich auch in der Ballei ein wenig Fahrt aufzunehmen. Denn die amtierende Unterländer Mannschaft des Jahres hat 2026 noch nicht zu Hause gewonnen. Ein Punkt aus vier Spielen steht bisher auf der Habenseite. Gegen die TuS Metzingen sollen ab 18 Uhr (kostenlos bei SportEurope.tv) zwei weitere hinzukommen.

„Den sechsten Platz zu sichern, ist unser Hauptziel für die verbleibenden zwei Spiele, denn damit hätten wir dann auch eine gute Ausgangsposition für die Playoffs“, blickt der 52-Jährige bereits auf die entscheidende Saisonphase im April voraus. „Für uns geht es gegen Metzingen daher darum, auf uns selbst zu schauen.“ Positiv, dominant und engagiert erwartet der Trainer seine Mannschaft am Samstagabend nach den jüngsten Trainingseindrücken.


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Sport-Union hat Erreichen von Platz sechs in der eigenen Hand

Wichtig wäre das auch deswegen, weil besonders viel auf dem Spiel steht. Denn zwei Punkte gäbe es für einen Erfolg gegen die TuS Metzingen, der wiederum ziemlich sicher mit sechs weiteren zum Start in die Playoff-Runde verbunden wäre, in die die Mannschaften je nach Abschneiden in der Hauptrunde in dieser Spielzeit erstmals Punkte mitnehmen.

Selbst eine Niederlage bei Tabellenschlusslicht BSV Sachsen Zwickau könnte sich die Sport-Union im für sie abschließenden Hauptrunden-Spiel am 29. April dann erlauben, sofern die Metzingerinnen nicht sowohl zu Hause gegen Frisch Auf Göppingen als auch beim VfL Oldenburg gewinnen und zugleich ihre bereits jetzt im Vergleich zur Sport-Union um 30 Treffer schlechtere Tordifferenz, die bei Punktgleichheit als erstes Kriterium entscheidend wäre, gehörig aufpolieren. Bei einem eigenen Remis oder Sieg in Zwickau wäre den Neckarsulmerinnen Rang sechs dann ohnehin nicht mehr zu nehmen.

In der Ballei lief es für die Sport-Union und Antje Döll (Zweite von rechts) in diesem Jahr – wie hier gegen den VfL Oldenburg – weniger gut. Auch die Nationalspielerin, die zuletzt krankheitsbedingt etwas kürzertreten musste, braucht eine Leistungssteigerung.
In der Ballei lief es für die Sport-Union und Antje Döll (Zweite von rechts) in diesem Jahr – wie hier gegen den VfL Oldenburg – weniger gut. Auch die Nationalspielerin, die zuletzt krankheitsbedingt etwas kürzertreten musste, braucht eine Leistungssteigerung.  Foto: Christiana Kunz

Alle anderen Verfolger können der Sport-Union nämlich nicht mehr gefährlich werden, und die eigenen Chancen, den VfL Oldenburg auf Rang fünf noch einzuholen, sind nur theoretischer Natur. Sollte das Zeitz-Team am Samstag hingegen verlieren – so wie vor der Länderspiel- und DHB-Pokal-Pause bei Borussia Dortmund (29:32) –, hätte es das Erreichen des sechsten Platzes nicht mehr in der eigenen Hand.

Krise in Metzingen beginnt mit Sieg gegen die Sport-Union

Bei der TuS Metzingen ist seit dem 30:29-Hinspiel-Sieg gegen die Sport-Union am 27. Dezember nicht mehr viel zusammengelaufen. „Sie sind ein bisschen in der Krise und haben ein kleines Tief – was wir ja aber selbst zu Genüge kennen“, sagt Thomas Zeitz. Zu den Gründen könne er nicht viel sagen, fest stehe nur: „Denen erging es zuletzt noch ein bisschen schlechter als uns.“

Ein magerer Sieg gegen Union Halle-Neustadt sprang für die Mannschaft von Miriam Hirsch und ihrer Co-Trainerin und Ex-Neckarsulmerin Louisa Wolf seitdem heraus. Niederlagen gegen schwächelnde Frisch-Auf-Frauen und den Buxtehuder SV sowie Abreibungen gegen die HSG Blomberg-Lippe (19:32) und die HSG Bensheim/Auerbach (22:32) taten den „TusSies“ ebenso weh wie eine 32:32-Punkteteilung mit Sachsen Zwickau.


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Kordovská und Riner fallen bis zum Saisonende aus

Schlechte Nachrichten gab es unterdessen auch für die Sport-Union Neckarsulm. Kamila Kordovská hatte sich im Länderspiel-Einsatz gegen die Türkei (34:26) zunächst die linke Schulter (nach vorne) ausgekugelt, bevor sich bei einer MRT-Nachuntersuchung in Neckarsulm auch noch eine Verletzung an der Gelenklippe herauskristallisierte. „Das ist natürlich ärgerlich und so etwas braucht man nicht, aber es kann nun einmal passieren“, sagt Thomas Zeitz. Auf drei Monate schätzt er die Ausfallzeit der Tschechin, die wohl konservativ behandelt werden wird, nachdem sie in der Vergangenheit bereits einen komplizierten Sehnenriss in derselben Schulter erlitten hatte. Seit Ende Januar hatte Kordovská bereits mit einer schweren Handprellung drei Spiele gefehlt.

Damit fällt nach Alessia Riner (Kreuzbandriss) und Lilli Holste (Knöchelbruch) die dritte Neckarsulmer Spielerin längerfristig aus. Riner sei im Zeitplan ihrer Reha, werde aber erst in der Vorbereitung auf die nächste Saison ins Mannschaftstraining einsteigen, sagt Zeitz. Lilli Holste könnte hingegen ab dem zweiten oder dritten Playoff-Spiel wieder spielfähig sein; die 24-Jährige trainiert derzeit individuell und mit einem Anti-Schwerkraft-Laufband.


Oranje-Nominierung für Lisa Vlug

Rückraum-Spielerin Lisa Vlug, Sommer-Neuzugang der Sport-Union Neckarsulm, hat für die Länderspiele Anfang April ihre zweite Einladung zur A-Nationalmannschaft der Niederlande erhalten. Bondscoach Henrik Signell setzt in den beiden abschließenden EM-Qualifikationsspielen in Italien und gegen Bosnien-Herzegowina auf einen B-Kader, in dem neben der Akteurin von ATH Strasbourg auch die ehemalige Sport-Union-Spielführerin Sharon Nooitmeer steht. Vlug absolvierte in den jeweiligen Hinspielen im vergangenen Oktober ihre ersten Länderspiele für die Oranje Dames. Die Niederlande ist als Gruppensieger bereits für die EM-Endrunde im Dezember dieses Jahres qualifiziert.

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