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Sport-Union Neckarsulm findet zu sich selbst – trotz Niederlage gegen HSG Blomberg-Lippe

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Kein Sieg, aber ein anderes Gesicht: Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen zeigen gegen HSG Blomberg-Lippe eine Reaktion. Trainer Thomas Zeitz setzt dafür im Vorfeld auf Worte statt Bälle.

Kim Hinkelmann (links) gehörte am Mittwochabend gegen die HSG Blomberg Lippe zu den besten Akteurinnen. Als Zielspielerin am Kreis wurde sie auch von Lilli Holste (rechts) in Szene gesetzt.
Kim Hinkelmann (links) gehörte am Mittwochabend gegen die HSG Blomberg Lippe zu den besten Akteurinnen. Als Zielspielerin am Kreis wurde sie auch von Lilli Holste (rechts) in Szene gesetzt.  Foto: Ralf Seidel

Thomas Zeitz ist bei Bundesligist Sport-Union Neckarsulm mehr als ein Handball-Trainer und Sportlicher Leiter. So war er zu Wochenbeginn etwa als Moderator und Mentaltrainer gefragt gewesen, als es darum ging, die 23:33-Heim-Niederlage vom vergangenen Samstag gegen den Thüringer HC möglichst schnell aus den Köpfen seiner Spielerinnen zu bekommen und ihr angeknackstes Selbstbewusstsein wiederherzustellen.

Dass der 52-Jährige Erfolg hatte, belegte die Leistung seiner Mannschaft am Mittwochabend gegen die HSG Blomberg-Lippe, den Tabellenzweiten und Europapokal-Teilnehmer, der beim 29:27 (16:13)-Erfolg zwar letztlich beide Punkte aus der Ballei entführte, dafür aber bis in die Schlussminuten hart arbeiten musste – und das war das Mindeste gewesen, was von einem ambitionierten Mittelfeld-Team wie der Sport-Union erwartet werden konnte. „Die Leistung war die richtige Reaktion zur richtigen Zeit – die aber auch unser Standard werden muss“, sagt Thomas Zeitz. Zwar habe die HSG nicht ihr bestes Spiel gemacht, gestand der Trainer ein, „vielleicht haben wir sie aber zumindest in Teilen auch nicht spielen lassen“.


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Englischer Woche für Sport-Union Neckarsulm – vier Tage frei vor Heimspiel gegen HSG Blomberg-Lippe

Der Auftritt der Sport-Union war vor allem defensiv ein gänzlich anderer, weil engagierterer, als noch vier Tage zuvor. Einer, angesichts dessen die Mannschaft trotz der Niederlage erhobenen Hauptes in ihre vier trainingsfreien Tage (Zeitz: „Mit Hausaufgaben!“) gehen konnte. Doch die zentrale Frage war: Wie und an welchen Stellschrauben hatte Zeitz in nur drei Trainingseinheiten zwischen den Neckarsulmer Darbietungen gegen THC und HSG gedreht, so dass sie sich unterschieden wie Licht und Schatten?

„Wir haben am Montag das erste Training zugunsten von einer Art Sit-in ausfallen lassen, bei dem wir mal über ein paar Dinge gesprochen und die wir dann ins rechte Licht gerückt haben“, verrät Thomas Zeitz. Druck von den Akteurinnen und der Mannschaft als Ganzes zu nehmen, sei das Ziel gewesen. Zudem sei es darum gegangen, dass jede Spielerin „die Balance zwischen Druck und dem Übernehmen von Verantwortung sowie für ihr eigenes Tun findet – und das habe ich gegen Blomberg gesehen und das war mir wichtig“.


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Dass ein Austausch im Rahmen eines „Sit-ins“ – eigentlich eine Methode des Protests, die ihre Hochzeit in den 1960er-Jahren erlebt hatte – keineswegs aus der Zeit gefallen ist, sondern vielmehr auch im mit- statt gegeneinander stattfinden kann und dementsprechend Früchte tragen würde, habe er bereits bei der zweiten, dann regulären Trainingseinheit am Montag und jener am Dienstag festgestellt. „Daher war ich super entspannt“, sagte Thomas Zeitz nach dem Spiel gegen die HSG Blomberg-Lippe.

Thomas Zeitz wählte am vergangenen Montag einen unüblichen (Trainings-)Ansatz und traf damit offenbar den Nerv seiner Spielerinnen.
Thomas Zeitz wählte am vergangenen Montag einen unüblichen (Trainings-)Ansatz und traf damit offenbar den Nerv seiner Spielerinnen.  Foto: Marc Splettstößer

Ivancok ist trotz Niederlage stolz auf ihre Mannschaft

Von einem entspannten Abend konnte Neckarsulms Torhüterin Lena Ivancok angesichts von 13 Paraden und einem schmerzhaften Gesichtstreffer in der Anfangsphase der Partie zwar nicht sprechen, doch auch die Österreicherin war erleichtert, dass die Zeitz’schen Methoden Erfolg gehabt hatten: „Ich muss sagen, dass ich stolz auf meine Mannschaft bin. Nach dem Spiel vergangene Woche haben wir gezeigt, dass wir es doch können.“

Was sich also in drei Trainingseinheiten zurechtrücken ließ, muss nun in deren neun bis zum nächsten Bundesliga-Spiel am 14. Februar, auswärts bei Frisch Auf Göppingen, noch verfeinert werden. Denn in der EWS-Arena braucht es gegen einen direkten Konkurrenten aus dem Tabellenmittelfeld nicht nur erneut eine gute Leistung, sondern auch wieder zwei Punkte – und damit den Beweis, dass antiquierte Methoden auch noch immer nachhaltig funktionieren können.

Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund vorverlegt

Wer die Sport-Union Neckarsulm Ende des Monats zum Auswärtsspiel bei Tabellenführer Borussia Dortmund begleiten möchte, muss umplanen: Denn statt am Samstag, 28. Februar (19 Uhr), wird bereits am Freitag, 27. Februar, um 19.30 Uhr gespielt. Grund dafür ist das Fußball-Bundesliga-Spiel zwischen dem BVB und Bayern München am Samstagabend im nahegelegenen Signal-Iduna-Park, bei dem mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen gerechnet wird. Außerdem soll ein Engpass bei Security-Mitarbeitern vermieden werden, die von Borussia Dortmund bei Fußballern und Handballerinnen gleichermaßen eingesetzt werden.

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