Sport-Union Neckarsulm verpasst Überraschung gegen HSG Blomberg-Lippe
Wie ausgewechselt: Der Neckarsulmer Bundesligist hat das Top-Team der HSG Blomberg-Lippe am Mittwochabend am Rande einer Niederlage und muss sich am Ende fast ein wenig ärgern.

Wiedergutmachung geglückt, Anhang besänftigt, Überraschung verpasst: Mit einem kämpferischen Auftritt hat Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm am Mittwochabend im Heimspiel gegen Europapokal-Teilnehmer HSG Blomberg-Lippe die geforderte Reaktion auf seine schwachen Januar-Partien gezeigt. In der Ballei unterlag die Mannschaft von Trainer Thomas Zeitz dennoch knapp mit 27:29 (13:16), weil sie einmal mehr zu viele ihrer guten Torgelegenheiten nicht zu nutzen wusste.
Wie schon am vergangenen Samstag gegen den Thüringer HC hatte Zeitz im Rückraum auch gegen den Tabellenzweiten auf Kamila Kordovská verzichten müssen. Die tschechische Nationalspielerin laboriert weiterhin an einer schweren Prellung ihrer linken Hand und war daher ebenso wenig einsatzfähig wie Alessia Riner (Kreuzbandriss).
Chancenverwertung bleibt das Hauptproblem der Sport-Union
Dies machte sich zu Beginn aber kaum bemerkbar, denn ihre ersten vier Treffer bis zum 4:4 erzielte die Sport-Union über die Außen oder vom Kreis. Überhaupt war es in den ersten 30 Minuten ein Auftritt der Marke „Wiedergutmachung“, den sich Thomas Zeitz nach der Zehn-Tore-Niederlage gegen den THC gewünscht hatte.
Was zunächst gleich blieb, war jedoch die durchwachsene Chancenverwertung. In der Anfangsphase hatte es gar den Anschein gemacht, als hemme die Tor-Krise insbesondere die Rückraum-Akteurinnen, die nur sehr zaghaft aus der Distanz warfen.
Applaus zur Pause: Zuschauer honorieren Leistungssteigerung
Als Paulina Uscinowicz es mit dem Rückenwind ihrer neun Tore aus dem THC-Spiel dann doch wagte, standen die Latte oder Ex-Neckarsulmerin Nicole Roth im HSG-Tor im Weg. Alicia Soffel hingegen brachte von der Bank Schwung und umgehend drei Treffer ins Neckarsulmer Spiel, so dass die Gastgeberinnen trotz eines Drei-Tore-Rückstands mit dem ebenfalls nicht fehlerlosen Favoriten Schritt hielten.
Eine gute erste Hälfte hatte zudem Kreisläuferin Kim Hinkelmann erwischt, die in der Abwehr Blombergs Nieke Kühne weitgehend abmeldete, so dass die Top-Torschützin der Lipperländerinnen nach einer Viertelstunde nur noch in der Abwehr mitwirkte und nach 60 Minuten nur vier Tore erzielt hatte.
Paulina Uscinowicz lässt die Ballei kurzzeitig noch einmal hoffen
Kurz vor dem Seitenwechsel war die Sport-Union auch deswegen wieder bis auf einen Treffer herangekommen, handelte sich in den Schlusssekunden aber noch zwei unnötige Gegentreffer zum 13:16-Halbzeitstand ein. Die 768 Zuschauer goutierten den verbesserten Auftritt trotzdem mit Applaus.
Nach Wiederbeginn waren die Gastgeberinnen aber bald wieder in Schlagdistanz, weil Iva van der Linden und Antje Döll Tempogegenstöße humorlos vollendeten. Wie zuvor antwortete die HSG allerdings so schnell, dass Hallensprecher Felix Christmann kaum mit dem Durchsagen der Torschützinnen hinterherkam. Und obwohl Torhüterin Lena Ivancok immer besser ins Spiel fand, verzweifelten Sport-Union und Publikum gleichermaßen – an den einmal mehr vielen vergebenen Großchancen, die das Zeitz-Team längst hätten in Führung gehen lassen können.
Uscinowicz’ Ausgleichstreffer zum 25:25 (54.) sorgte in den Schlussminuten dann kurzzeitig doch noch für Hoffnung auf eine Überraschung, doch eiskalte Blombergerinnen ließen sich den Sieg nicht mehr entreißen, zogen umgehend wieder auf drei Tore davon und spielten die letzten Minuten anschließend clever herunter.
Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (13 Paraden); Fossum – Ossenkopp (2), Holste (1), Hinkelmann (1), Uscinowicz (2), Bruggeman, Döll (6/4); Gudmestad (3), Soffel (6), Holtman, van der Linden (3), Smits (2), Albers (1).
Erfolgreichste Werferinnen HSG Blomberg-Lippe: Ona Vegue i Pena (8/5), Díana Dögg Magnúsdóttir (4), Nieke Kühne (4).
Schiedsrichter: Leon Bärmann/Nico Bärmann.
Siebenmeter: Sport-Union Neckarsulm: 4/4; HSG Blomberg-Lippe: 5/5.
Zeitstrafen: 3/3.
Zuschauer: 768.
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