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Trainer und Spielerinnen der Sport-Union Neckarsulm warten auf den Klick

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In einer Englischen Woche bekommt es Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm mit dem Tabellenzweiten HSG Blomberg-Lippe zu tun − ausgerechnet in einer Phase, in der die Mannschaft auf der Suche nach sich selbst ist.

Ein bisschen Frust, ein bisschen Rätselraten: Bei der Sport-Union Neckarsulm ist man seit dem Jahreswechsel viel mit sich selbst beschäftigt.
Ein bisschen Frust, ein bisschen Rätselraten: Bei der Sport-Union Neckarsulm ist man seit dem Jahreswechsel viel mit sich selbst beschäftigt.  Foto: Marc Splettstoesser

Thomas Zeitz konnte das Gemurmel der Unzufriedenheit auf den Ballei-Tribünen am vergangenen Samstagabend nicht gehört haben, dafür stand er unten auf der blauen Spielfläche zu weit weg. Doch nach der in ihrer Deutlichkeit überraschenden, über weite Strecken gegenwehrarmen und daher ernüchternden 23:33-Niederlage gegen den Thüringer HC ahnte der Bundesliga-Trainer der Sport-Union Neckarsulm wohl bereits, dass er kurz darauf in kritische Gesichter blicken würde.

Entsprechend vorbeugend wirkten seine an die Fans gerichteten Worte: „Es tut mir leid, dass wir in den letzten zwei Heimspielen nur wenig zur guten Stimmung in der Halle beitragen konnten, aber ich glaube, wir haben euch vorher viel Freude gemacht und wir werden euch auch wieder Freude machen.“


Wiedergutmachung durch Leistungssteigerung als Primärziel

Ob sich diese Ankündigung bereits an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) in die Tat umsetzen lässt, darf zumindest bezweifelt werden. Wenig spricht vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten HSG Blomberg-Lippe, der mit der zweitbesten Abwehr der Liga und dem Rückenwind von vier Siegen anreist, für die gastgebende Sport-Union. „Es muss für uns ein perfekter Tag werden, wenn wir die Chance haben wollen, die zwei Punkte hierzubehalten“, gibt Rückraum-Spielerin Alicia Soffel zu.

Auch ihr Trainer ist Realist genug, um keine überbordenden Hoffnungen zu schüren. „Es wäre gut, wenn wir nicht noch einmal so ein Spiel machen wie gegen den THC. Für uns spricht, dass wir es schon besser gezeigt haben“, gibt sich Thomas Zeitz bescheiden. Eine bessere Leistung „mit dem Hintergedanken der Wiedergutmachung“ ist unabhängig vom Endergebnis das, was der Trainer und die Fans von der Mannschaft erwarten.


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Bei der Sport-Union Neckarsulm ist man auf der Suche nach sich selbst

Diese ist allerdings seit Wochen auf der Suche: nach ihrer Form, ihrem Selbstbewusstsein, ihrem Rhythmus und irgendwie auch nach sich selbst. „Wir sind momentan in einer Phase, bei der es bei der ein oder anderen Spielerin ‚Klick‘ machen muss“, beschreibt Zeitz das Dilemma, das sich gegen den Thüringer HC unter anderem erneut in einer neunminütigen Torlos-Phase widerspiegelte. Außerdem hatten das passive Abwehrverhalten und – wie zuletzt häufig – die Chancenverwertung es dem THC nicht allzu schwer gemacht, die Punkte aus der Ballei mitzunehmen.

Dass sich die Sport-Union auch gegen Spitzenteams genügend Chancen erarbeitet, beruhigt Alicia Soffel in gewisser Weise. Das Problem sei daher weniger die Quantität als vielmehr die Qualität der Abschlüsse. Letztere muss gegen die favorisierten Blombergerinnen um WM-Shooting-Star und Top-Torschützin Nieke Kühne allerdings definitiv besser werden.



Fehlende Konstanz lässt sich auf verschiedenen Ebenen ablesen

Was die derzeitige Lage der Sport-Union zudem kompliziert macht, ist die fehlende Konstanz, die während der Hinrunde bereits überwunden geglaubt war, die Mannschaft allerdings noch immer durch die Saison begleitet. Ablesen lässt sie sich derzeit an diversen Personalien und Positionen. So war Torhüterin Lena Ivancok nach einem guten Spiel gegen den SV Union Halle-Neustadt zuletzt kein Faktor mehr, auf Rechtsaußen schlägt das Leistungspendel zwischen hervorragend und unterirdisch beinahe im Wochenrhythmus in eines der beiden Extreme aus und im Rückraum geht gerade eine ganze Reihe von Spielerinnen durch ein Leistungstief.

Dass die Akteurinnen und ihr Trainer immer wieder gleichermaßen von im Vorfeld abgesprochenen Matchplänen und Ideen sprechen, welche dann aber mit fortlaufender Spieldauer oder nach Rückschlägen nicht mehr verfolgt werden, wirft zudem kein gutes Licht auf die Mannschaft. So drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass bei den einen offenbar der Lerneffekt ausbleibt und/oder es dem anderen nicht gelingt, seine Inhalte adäquat zu vermitteln. Beides wäre ein Problem. Kein unlösbares, aber eines das angegangen werden sollte. Nicht zuletzt, weil es die Stimmung beim Neckarsulmer Anhang anheben dürfte.

Volles Programm am Mittwochabend

Weil alle vier deutschen Europapokal-Teilnehmer am nächsten Wochenende international im Einsatz sind, werden bereits an diesem Mittwoch vier der fünf Partien des 16. Spieltags ausgetragen. Borussia Dortmund (19 Uhr) gastiert beim SV Union Halle-Neustadt. Die Duelle des Buxtehuder SV mit dem VfL Oldenburg und des Thüringer HC mit Frisch Auf Göppingen sowie die Partie in der Ballei starten um 19.30 Uhr. Im einzigen Spiel am Samstag – HSG Bensheim/Auerbach gegen TuS Metzingen – dürfte die Sport-Union den Gastgeberinnen die Daumen drücken, um die „TusSies“ in der Tabelle auf Distanz zu halten.

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