Stimme+
Handball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

„Den Tag werde ich so schnell nicht vergessen“: Traum-Einstand für Turnier-Debütantinnen Kühne und von Pereira

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Bundestrainer Markus Gaugisch schenkt seinen beiden Turnier-Neulingen Nieke Kühne und Aimée von Pereira gleich im WM-Eröffnungsspiel gegen Island viel Vertrauen − und das Duo zahlt das Vertrauen umgehend mit guten Leistungen zurück.

Heim-Weltmeisterschaft, volle Halle, viel Spielzeit, fünf Tore: Für Nieke Kühne (am Ball) hätte das Turnier-Debüt mit der A-Nationalmannschaft kaum besser laufen können.
Heim-Weltmeisterschaft, volle Halle, viel Spielzeit, fünf Tore: Für Nieke Kühne (am Ball) hätte das Turnier-Debüt mit der A-Nationalmannschaft kaum besser laufen können.  Foto: Marijan Murat (dpa)

Das breite Grinsen bekamen Aimée von Pereira und Nieke Kühne nach dem WM-Eröffnungsspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Island am Mittwochabend in den Katakomben der Stuttgarter Porsche-Arena gar nicht mehr aus dem Gesicht. Eine Mischung aus Stolz, Erleichterung und Vorfreude war bei den beiden Rückraum-Spielerinnen gar nicht zu übersehen, als sie sich nach dem 32:25 (18:14)-Auftaktsieg der DHB-Auswahl ihren Weg durch die Mixed Zone bahnten.

„Es war richtig schön, vor 5500 Fans zu spielen, mit dem Team auf der Platte zu stehen und mit den Zuschauern jedes einzelne Tor zu feiern. Meine Familie ist auch hier und das macht einen dann schon stolz; den Tag werde ich so schnell nicht vergessen“, sagte Kühne ebenso glücklich wie erschöpft.

Gaugisch sieht Flexibilität als eine Stärke der deutschen Mannschaft

Zu erwarten gewesen war ein solch breites Grinsen zu diesem frühen Zeitpunkt der Weltmeisterschaft nicht unbedingt, doch Bundestrainer Markus Gaugisch schenkte seinen beiden Turnier-Debütantinnen, die als einzige Spielerinnen im deutschen Kader erstmals mit der A-Nationalmannschaft bei einem großen Nationalmannschaftswettbewerb dabei sind, bereits in ihrer jeweils allerersten WM-Partie viel Spielzeit und noch mehr Verantwortung.

„Die Flexibilität ist eine unserer Stärken. Wir kommen über die Kaderbreite, weshalb es heute auch ein Ziel war, das gesamte Team reinzubringen. Wir werden auf Dauer davon profitieren, dass wir Belastung und Verantwortung verteilen“, erklärte der 51-Jährige seine Personalentscheidungen. 


Mehr zum Thema

Stimme+
Handball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Deutsche Handball-Nationalmannschaft feiert WM-Auftakt nach Maß


„Fünf Tore? Das ist schon Wahnsinn“: Kühnes gelungenes WM-Debüt

Über 20 Minuten stand die aus Wolfenbüttel in Niedersachsen stammende Nieke Kühne auf der Platte und kam in dieser Zeit auf fünf Tore und eine Vorlage im Angriff sowie einen geblockten Ball in der Abwehr. „Fünf Tore? Das ist schon Wahnsinn“, gab die Rechtshänderin von Bundesligist HSG Blomberg-Lippe zu.

„Ich freue mich einfach, immer zu spielen und bin super froh, mit dem Team hier dabei sein und dieses Erlebnis haben zu können. Wir verstehen uns als Mannschaft super und ich hoffe, dass uns dieser Abend heute weiteren Aufwind für die nächsten Spiele geben wird“, sagte Kühne. „Wenn wir in der Abwehr noch ein paar Absprachen mehr machen, dann sieht es noch besser aus.“


Mehr zum Thema


Abwehrspezialistin von Pereira verdrängt Nervosität mit guter Leistung

Defensivspezialistin von Pereira, die nach Stationen beim Buxtehuder SV und Bayer 04 Leverkusen inzwischen beim dänischen Hauptstadt-Club København Håndbold unter Vertrag steht, sammelte gar mehr als 30 Minuten Spielzeit und war dabei im Abwehrspiel von Anfang an für Kreisläuferin Lisa Antl in den Innenblock gerückt.

„Aimée hat eine wahnsinnige Power. Ganz abgesehen von ihren handballerischen Qualitäten ist sie emotional jemand, der uns unheimlich guttut. Sie kann eine Mannschaft mitnehmen und eine Halle anzünden, das ist ein richtiges Power-Paket“, lobte Gaugisch die Qualitäten der Legionärin. Sie selbst gestand, in den ersten Spielminuten „ganz schön nervös“ gewesen zu sein. „Aber danach habe ich mich zusammengerissen und bin jetzt mit meiner Leistung zufrieden. Es hat so viel Spaß gemacht vor so einer Kulisse zu starten“, sagte die gebürtige Hamburgerin.

Gaugisch gefällt: Alle Spielerinnen sind sofort „on fire“

Viel Spaß an seinen Turnier-Debütantinnen hatte auch der Bundestrainer. „Ich war sehr zufrieden mit den beiden, sie sind fantastische Spielerinnen und beide ein Baustein von 17 (Spielerinnen, Anm. d. Red.), die wir jetzt gerade zusammen haben“, sagte Markus Gaugisch im Nachgang der Partie. „Und Nieke kommt einfach rein und macht sich keinen Kopf.“ Das sei eine ihrer großen Stärken, die der Mannschaft über das gesamte Turnier sicher noch zugutekommen werde.

Aimée von Pereira (Mitte) verteidigte (hier gemeinsam mit Xenia Smits gegen Elin Rosa Magnusdottir) resolut.
Aimée von Pereira (Mitte) verteidigte (hier gemeinsam mit Xenia Smits gegen Elin Rosa Magnusdottir) resolut.  Foto: Marijan Murat (dpa)

Kühne und von Pereira haben im linken Rückraum eigentlich die Kaderplätze drei und vier hinter den erfahrenen Emily Vogel und Xenia Smits inne, doch der Spielverlauf gegen Island bot Gaugisch die Gelegenheit, die 25-jährige von Pereira und die 21-jährige Kühne früh WM-Luft schnuppern zu lassen.

„Jetzt sind alle im Turnier; diesen Weg wollen wir auch weitergehen“, betonte Gaugisch. „Ich bin happy, dass jede Spielerin, die reingekommen ist, auch sofort on fire und da war – das ist ja gar nicht so einfach vor 5500 Leuten im Auftaktspiel einer Heim-WM.“

Aimée von Pereira genießt ihr WM-Debüt

„Eine WM im eigenen Land, bei dem die ganze Halle hinter dir steht, ist schon etwas Besonderes, das saugt man nochmal ganz anders auf“, bestätige Aimée von Pereira die Worte ihres Trainers, der ihr in der Deckung einen „sehr, sehr guten Job“ attestierte und dem gefallen hatte, dass seine Akteurin „auch mutig genug war, um in den Gegenstoß mitzugehen“. „Alle haben gesagt, ich soll es einfach genießen, weil es etwas Besonderes ist, und das habe ich versucht“, umriss von Pereira ihre Herangehensweise.


Mehr zum Thema


Mit der Mannschaftsleitung im Eröffnungsspiel war die Rechtshänderin zufrieden. 25 Gegentore seien gegen eine isländische Mannschaft, die sehr viel im Eins-gegen-eins agiere, gut. „Und am Ende haben wir die Abwehr sehr gut zugemacht, da war es super.“

So reihte sich die Bewertung der Abwehrleistung der deutschen Mannschaft nahtlos in jene der beiden Turnier-Debütantinnen ein.

Nach oben  Nach oben