Nationalspielerin Antje Döll verlängert Vertrag bei der Sport-Union Neckarsulm
Die Sport-Union Neckarsulm hat ihre Fans vor dem Spiel gegen Union Halle-Neustadt mit einer frohen Botschaft überrascht: Antje Döll hat ihren Vertrag verlängert – und bleibt sogar über 2027 hinaus.

Am Ende ging es dann doch alles sogar noch ein bisschen schneller und noch ein bisschen unkomplizierter, als es in den vergangenen Wochen ohnehin zu erwarten gewesen war: Antje Döll, amtierende Vizeweltmeisterin und Spielführerin der deutschen Handball-Nationalmannschaft, wird der Sport-Union Neckarsulm auch über das Saisonende hinaus erhalten bleiben.
Denn die 37-Jährige hat ihren Vertrag beim Bundesligisten aus dem Unterland sogar bis 2028 verlängert, wie der Verein am Samstagabend im Vorfeld des Bundesliga-Spiels gegen den SV Union Halle-Neustadt unter großem Jubel der Zuschauer in der Ballei in einem Videoclip bekanntgab.
Antje Dölls Ehrgeiz ist im neuen Handball-Zuhause ungebrochen
„Die Sport-Union hat mir ein neues Handball-Zuhause gegeben und dafür bin ich sehr dankbar. Ich fühle mich hier sehr wohl, das Umfeld ist großartig und ich habe in den letzten Wochen gesehen und gespürt, dass hier noch einiges mehr möglich ist. Bei der Entwicklung möchte ich gerne helfen und Teil der Mannschaft sein“, sagt Döll, die sich erst tags zuvor mit den drei anderen WM-Teilnehmerinnen der Sport-Union im Neckarsulmer Rathaus ins Gästebuch der Stadt eingetragen hatte.
„Ich habe viel Ehrgeiz und noch Ziele in meiner Karriere, von daher freue ich mich sehr, meinen Vertrag zu verlängern“, begründet Antje Döll ihre Entscheidung. Der Sommerneuzugang der HB Ludwigsburg hatte bereits in den vergangenen Wochen kein Geheimnis daraus gemacht, auch in der Nationalmannschaft weiter eine tragende Rolle übernehmen zu wollen und die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles im Blick zu haben. Nach Kalifornien würde Döll mit dann 39 Jahren und als Spielerin der Sport-Union Neckarsulm reisen. „Sie will zu Olympia und nochmal nach Europa – und wir wollen sie dahin bringen“, sagt Trainer Thomas Zeitz forsch.
Thomas Zeitz schätz Zusammenarbeit mit Antje Döll sehr
Mit derzeit 80 Toren aus zwölf Spielen ist die Linksaußen-Akteurin nicht nur treffsicherste Werferin der Sport-Union Neckarsulm, sondern steht auch in der Torschützinnenliste der gesamten Bundesliga als Zweite auf einem Spitzenplatz.
„Es ist fantastisch, dass sie an dem Projekt auch Gefallen gefunden hat, daran glaubt und weiter ein Teil davon sein möchte. Das zeigt, dass wir als Verein sowie mit der Mannschaft auf einem guten Weg sind und Antje ist dabei ein wesentlicher Bestandteil“, betont Thomas Zeitz, der als Trainer und Sportlicher Leiter der Sport-Union einen wesentlichen Anteil an der weiteren Zusammenarbeit mit Döll hat. „Antje wird uns genau auf diesem Weg auf und auch wieder neben dem Feld eine große Hilfe sein, denn ich schätze ihre Meinung und die Zusammenarbeit mit ihr über alle Maßen.“
Neckarsulmer Gehaltsbudget weiterhin im grünen Bereich
Dem Vernehmen nach war Antje Döll sogar von sich aus auf den Verein zugekommen und hatte dabei nicht nur die vollständige Erfüllung ihres 1+1-Vertrages signalisiert, sondern gleich eine Verlängerung über ein weiteres Jahr vorgeschlagen. „Sie sieht den Plan und die Idee, wo es hier in Neckarsulm hingehen soll, und dass wir dafür auch die Voraussetzungen haben und auf dem richtigen Weg sind. Daher unterstützt sie uns jetzt auf und neben dem Feld weiterhin dabei, was fantastisch ist“, sagt Thomas Zeitz. Da auch Alessia Riner kürzlich ihren Vertrag bei der Sport-Union verlängerte, hat der Bundesligist auf der linken Außenbahn nun Planungssicherheit.
Bleibt die Frage: Sprengt Dölls langfristiger Verbleib nun das Gehaltsbudget des Handball-Bundesligisten? „Das lässt unser Budget in keinster Weise implodieren. Das war fair und ist fair geblieben“, versichert Zeitz. „Sie hat nicht gesagt, dass sie nur hier bleibt, wenn sie jetzt das Doppelte verdient. Sie hatte schon jetzt keinen schlechten Vertrag, aber es war auch kein ‚Ludwigsburg-Vertrag‘. Und den Vertrag, den sie hat, hat sie auch zu Recht.“
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