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Sport-Union Neckarsulm feiert Playoff-Auftakt nach Maß

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Sein erstes Spiel in der entscheidenden Saisonphase gewinnt Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm mit 34:30 in Halle (Saale). Trotz ihres kleinen Kaders hat die Sport-Union in der SWH.arena den längeren Atem.

Da kann man schon mal klatschen: Nationalspielerin
Antje Döll (7/2) und ihre Teamkolleginnen zeigten in Halle (Saale) einen erwachsenen Auftritt, der mit zwei Punkten belohnt wurde.
Da kann man schon mal klatschen: Nationalspielerin Antje Döll (7/2) und ihre Teamkolleginnen zeigten in Halle (Saale) einen erwachsenen Auftritt, der mit zwei Punkten belohnt wurde.  Foto: Seidel, Ralf

Halle-Neustadt bleibt ein gutes Pflaster für die Sport-Union Neckarsulm. Dank eines engagierten Schlussspurts, gutem Haushalten mit den Kräften und einem torgefährlichen Rückraum hat der Handball-Bundesligist aus dem Unterland am Samstagabend beim SV Union Halle-Neustadt durch einen 34:30 (16:15)-Erfolg einen perfekten Start in die Playoffs gefeiert. Wie schon in der Hinrunde und vor drei Jahren im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt verließ die Sport-Union die SWH.arena nach einem über weite Phasen ausgeglichenen Spiel als Siegerin.

Es war eine Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten, die aber angesichts der engen Hauptrunden-Duelle zwischen beiden Mannschaften (31:29/23:24) und mit Blick auf das jüngste Neckarsulmer Verletzungspech gar nicht mehr so selbstverständlich zu lösen war, wie es auf dem Papier schien. Entsprechend erleichtert war Trainer Thomas Zeitz, als seine Mannschaft die ersten Playoff-Punkte erspielt und damit zugleich die Tabellenführung übernommen hatte.

Zeitz überrascht mit Paulina Uscinowicz als Spielmacherin

„Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft, weil wir mit großem Respekt hierhin gefahren sind; denn wir wussten, wie schwierig es hier wird“, sagte der 52-Jährige nach dem Auswärtssieg der Sport-Union. Im Angesicht seiner großen Verletzungsprobleme hatte er in Sachsen-Anhalt auf die erwartete Start-Sieben gesetzt, bei der einzig Paulina Uscinowicz’ anfängliche Rolle als klare Spielmacherin überraschte.

Doch die Polin, für die Annefleur Bruggeman auf Halblinks auswich, machte ihre Sache aus der Zentrale heraus bestens. Nach ihrer Spieleröffnung waren für die entscheidenden Zuspiele ihre Nebenleute zuständig, die das Spielgerät wiederum häufig an Uscinowicz zurückgaben. Die präsente Nationalspielerin hatte so zur Neckarsulmer 10:8-Führung nach zehn Minuten bereits drei Kracher in den Winkel und einen ebenfalls gefährlichen Wurf an die Latte beigesteuert.

Nicola Czaja macht der Sport-Union das Leben schwer

So zielstrebig wie im Angriff wirkte die Deckung der Sport-Union hingegen nicht. Der Abwehrverbund, in dem zu Beginn einzig Kim Hinkelmann beherzt zupackte und mehrfach für wichtige Ballgewinne sorgte, agierte gegen die Gastgeberinnen von Trainerin Ines Seidler, die einen nahezu kompletten Kader zur Verfügung hatte, oft fahrig oder zu zögerlich. Weil auch Neckarsulms Torhüterin Lena Ivancok etwas Anlaufzeit benötigte, entwickelte sich früh ein Spiel auf Augenhöhe.

Als das Spiel dann rund um die Viertelstundenmarke doch zugunsten der Gäste zu kippen schien, wurde Nicola Czaja im Tor des SV Union Halle-Neustadt mehrfach zur unüberwindbaren Mauer. 52,6 Prozent der Neckarsulmer Abschlüsse hatte die 21-Jährige bis zur Pause pariert und machte damit gegenüber Ivancoks 20-Prozent-Quote den entscheidenden Unterschied.

Sport-Union spielt sich mit wenig Fehlern durch die Schlussphase

Auch deswegen setzte Thomas Zeitz in Hälfte zwei auf Johanna Fossum zwischen den Pfosten. Doch nach der ersten Führung der Gastgeberinnen (18:17, 33. Spielminute) sorgte nicht die Neckarsulmer Torhüterin, sondern ihre Vorderleute für die spielentscheidenden Momente.

Drei Doppelschläge und ein nachfolgender Vier-Tore-Lauf kurz nach der 45-Minuten-Marke brachten der Sport-Union in Kombination mit ihrem ruhigen Spielaufbau, cleverem Zeitmanagement und insgesamt nur acht Technischen Fehlern die entscheidenden Vorteile. „Das waren heute wichtige zwei Punkte für uns, obwohl wir ja schon sechs hatten“, stellte Thomas Zeitz mit Blick auf den anvisierten Klassenerhalt und die nach dem ersten Spieltag übernommene Tabellenführung zufrieden fest. Die mitgereisten Regionalliga-Spielerinnen Finia Siegle und Rebecca Schäfer müssen sich bis zu ihrem jeweils ersten Bundesliga-Einsatz der Saison jedoch vorerst noch gedulden.

Ausführliche Berichterstattung folgt.

Spielstatistik

Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (4 Paraden); Fossum (4 Paraden) – Ossenkopp (1), Soffel (9), Hinkelmann (2), Uscinowicz (10), Bruggeman (4), Döll (7/2); Holtman (1), van der Linden, Schäfer, Siegle, Albers.

Erfolgreichste Werferinnen SV Union Halle-Neustadt: Lynn Molenaar (7), Fabienne Büch (6/2).

Schiedsrichter: Paul Kijowsky/Lukas Strüder.

Siebenmeter: SV Union Halle-Neustadt: 2/2; Sport-Union Neckarsulm: 2/3.

Zeitstrafen: 1/2.

Zuschauer: 743.

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