Ein bisschen wie gegen Leverkusen: Sport-Union Neckarsulm wandelt auf den Spuren der Vorsaison
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In der entscheidenden Bundesliga-Saisonphase punktet die Sport-Union Neckarsulm erneut mit ihrer Kadertiefe: Alicia Soffel und Paulina Uscinowicz übernehmen Verantwortung. Das Duo soll auch am Samstag zum Trumpf werden, wenn der Buxtehuder SV in der Ballei gastiert.
Paulina Uscinowicz war am vergangenen Samstag gegen Union Halle-Neustadt häufig aus der Distanz zur Stelle, wenn die Sport-Union ein Tor benötigte.
Foto: Ralf Seidel
Die großen Personalsorgen der Sport-Union Neckarsulm, sie waren am vergangenen Samstag für 60 Minuten beinahe vergessen. Auf dem Feld lief es beim 34:30 (16:15) gegen den SV Union Halle-Neustadt nicht so holprig wie befürchtet und abseits hatten die mitgereisten Rekonvaleszenten einen kaum weniger munteren Eindruck hinterlassen als ihre Teamkolleginnen auf der Platte. Spielführerin Munia Smits hatte gar mit auf der Bank gesessen, fortwährend motiviert und angefeuert und sogar als „Friseurin“ ausgeholfen, als sich Alicia Soffels Zopf im Eifer des Gefechts gelockert hatte.
Dass der Abend in Sachsen-Anhalt für den Handball-Bundesligisten rundum rund verlaufen war, lag aber vor allem an einem Rückraum-Duo, auf das es auch am Samstagabend gegen den Buxtehuder SV im zweiten Playoff-Spiel (18 Uhr, Ballei) ankommen wird: Paulina Uscinowicz und Alicia Soffel.
Handball Bundesliga Frauen zeichnet Uscinowicz als Spielerin der Woche aus
19 der 34 Neckarsulmer Treffer hatte die Rückraum-Zange zum Playoff-Auftakt beim SV Union Halle-Neustadt beigetragen; Uscinowicz wurde angesichts von zehn Toren und vier Assists von der Handball Bundesliga Frauen (HBF) sogar zur Spielerin der Woche gekürt.
„Beide haben die Situation positiv angenommen und es wirklich sehr gut gemacht, was für uns wichtig und notwendig war“, blickt Thomas Zeitz zurück und hat auch das Gefühl, dass da zwei ihre (Einsatz-) Chancen nutzen wollen, um bereits mit Blick auf die nächste Spielzeit ein bisschen für sich zu werben. „Wir haben nicht nur die beiden, sondern alle Spielerinnen versucht, bestmöglich für die Playoffs vorzubereiten, so dass inzwischen jede weiß, dass es jetzt erst Recht keine Spiele mehr gibt, in denen wir die Punkte im Vorbeigehen mitnehmen werden“, betont Zeitz.
Alicia Soffel setzt ihre Leistungssteigerung fort
Angesichts der langen Ausfallliste im Rückraum und den wenigen Wechselmöglichkeiten war es umso wichtiger, dass Soffel und Uscinowicz bei den „Wildcats“ früh ihren Rhythmus gefunden hatten und ins Rollen gekommen waren. „‚Alice‘ (Spitzname von Alicia Soffel, Anm. d. Red.) hat ja schon in den vergangenen Wochen immer mal wieder gezeigt, was sie kann. Sie hat auch die Erfahrung, um zu wissen, dass jetzt nochmal eine Steigerung nötig war“, schildert Thomas Zeitz seine Eindrücke über einen der Neuzugänge des vergangenen Sommers.
Waldfest auf dem Schweinshag
Am Sonntag, 26. April, lädt die Handball-Abteilung der Sport-Union ab 11 Uhr zu ihrem traditionellen Waldfest auf den Neckarsulmer Schweinshag ein. Auch einige Bundesliga-Spielerinnen werden bis 18 Uhr hinter Grill und Theke stehen.
Einen anderen, Paulina Uscinowicz, habe man bereits in der vorangegangenen Trainingswoche mit klaren Abläufen und simulierten Spielsituationen auf die neue Rolle vorbereitet. Dass ihre Mitspielerinnen dann auch vermehrt für sie spielten, tat der Polin sichtlich gut. „Und so haben wir dann die Paulina gesehen, wie man sie aus ihrer Solingen-Zeit kennt“, sagt Zeitz über die ehemalige Spielerin des HSV Solingen-Gräfrath, die als Zweitliga-Torschützenkönigin nach Neckarsulm gekommen war, ihre Torgefährlichkeit bis zum vergangenen Samstag aber häufig nur in Ansätzen hatte andeuten können. Aufgrund der angespannten Personalsituation half es Thomas Zeitz enorm, dass nun „jede Spielerin weiß: Ich darf, ich soll, ich muss.“
Auf die Eins-gegen-Eins-Qualitäten Alicia Soffels wird es für die Sport-Union Neckarsulm auch gegen den Buxtehuder SV im zweiten Playoff-Spiel ankommen.
Foto: Seidel, Ralf
Erinnerungen an Playdown-Duelle mit Bayer Leverkusen werden wach
Entsprechend erinnerte doch vieles an die Neckarsulmer Playdown-Spiele der vergangenen Saison gegen den späteren Absteiger Bayer 04 Leverkusen, in denen Thomas Zeitz in Kim Hinkelmann, Lena Ivancok und Munia Smits drei Säulen der Mannschaft verletzungsbedingt weggebrochen waren, doch die bis dahin sich häufig in der Mitläufer-Rolle befindlichen Stefanie Kaiser, Aleksandra Orowicz, Johanna Fossum und Angunn Gudmestad in die Bresche sprangen.
Nun waren Uscinowicz und Soffel bereits in der Hauptrunde keine Lückenfüller, sondern die dritt- und viertbesten Torschützinnen der Sport-Union, und doch blieb häufig der Eindruck hängen, dass beide ihr Potenzial nur selten hatten ausschöpfen können – nie weil der Einsatz nicht gestimmt hätte, sondern weil die Trefferquote oder die Einsatzzeit zu gering gewesen waren.
Künftige Sport-Union-Torhüterin Annie Linder spielt erstmals in der Ballei
Beides soll am Samstag gegen den Buxtehuder SV um die künftige Neckarsulmer Torhüterin Annie Linder erneut zum Tragen kommen. „Ich sehe ‚Buxte‘ um jeden Zentimeter kämpfen, denn für die ist es einer der letzten Strohhalme“, prophezeit Thomas Zeitz und wünscht sich gegen den von Spielmacherin Anika Hampel und Kreisläuferin Jolina Huhnstock gelenkten BSV eine Steigerung in der Abwehr und zwischen den Pfosten. Denn dort war auch gegen Union Halle-Neustadt noch nicht alles Gold, was im Laufe der bisherigen Saison schon einmal geglänzt hatte.
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