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Sport-Union Neckarsulm überrollt Frisch Auf Göppingen nach furioser zweiter Hälfte

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Die Sport-Union Neckarsulm deklassiert Frisch Auf Göppingen im Baden-Württemberg-Duell der Handball-Bundesliga nach allen Regeln der Kunst. Dabei glänzt ausgerechnet die zuletzt schwächelnde Offensive.

Protagonistinnen unter sich: Munia Smits (links) und Johanna Fossum jubelten mit der Sport-Union Neckarsulm über den dritten Sieg gegen Frisch Auf Göppingen in der laufenden Saison.
Protagonistinnen unter sich: Munia Smits (links) und Johanna Fossum jubelten mit der Sport-Union Neckarsulm über den dritten Sieg gegen Frisch Auf Göppingen in der laufenden Saison.  Foto: Larissa Eisele

Mit einem echten Befreiungsschlag nach nur einem Sieg aus ihren vergangenen fünf Partien hat sich die Sport-Union Neckarsulm am Samstagabend in der Handball-Bundesliga zurückgemeldet. Die Mannschaft von Trainer Thomas Zeitz zerpflückte in der EWS-Arena Gastgeber Frisch Auf Göppingen mit über weite Strecken tollem Handball und belohnte sich dafür mit einem 41:32 (20:18)-Erfolg und zwei wichtigen Punkten im Kampf um eine gute Ausgangslage für die im Frühjahr beginnenden Playoffs.

Zeitz bewies mit der Hereinnahme von Torhüterin Johanna Fossum nach der Halbzeit ein goldenes Händchen, das dem Spiel die Wende zugunsten seiner Mannschaft brachte. Auf der anderen Seite des Feldes war eine Torquote von über 77 Prozent Garant für den am Ende souveränen Auswärtssieg.

Frust, Ärger, Verzweiflung: Die Leiden des Thomas Z.

In einem munteren ersten Durchgang mit insgesamt 38 Treffern hatten beide Mannschaften in verschiedenen Spielphasen noch ein wenig von den Fehlern der jeweils anderen profitiert. Die Sport-Union Neckarsulm lag zehn Minuten lang in Führung, leistete sich dann allerdings mehrfach einfachste (Leichtsinns-)Fehler und zwei Unterzahlphasen, die die Gastgeberinnen ihrerseits zu mehreren Zwei-Tore-Führungen nutzten.

Das hatte die Leiden des Thomas Z. an der Neckarsulmer Bank zur Folge, der mal verzweifelte, mal außer sich tobte und mal resignierend abwinkte, weil wieder ein Ball ins Seiten-Aus gepasst worden war, wieder ein Technischer Fehler einen Ballverlust zur Folge oder wieder ein überhasteter Wurf eine Torchance zunichte gemacht hatte.



Neuauflage des Smits-Schulze-Privatduells

Doch ausgerechnet nach einer Göppinger Auszeit in der 20. Spielminute übernahm die Sport-Union wieder das Kommando. Wenn die omnipräsente Munia Smits, die schon zur Halbzeit bei neun Treffern stand und ihr halbjährliches Privatduell mit Luisa Schulze am Kreis (meist erfolgreich) ausfochte, mal aus dem Spiel genommen war, nahm sich Alicia Soffel die schweren Distanzwürfe und traf bei drei Würfen gleich dreimal.

Weil Antje Döll ihre Siebenmeter sicher verwandelte und Lena Ivancok sich zu Beginn ihrer Abschiedstour mit dem Bälle halten zwar schwertat, aber dafür einige schnelle Tempogegenstöße einleitete, führten die Gäste kurz vor der Pause doch mit 20:16 und Trainer Thomas Zeitz war ein wenig beschwichtigt (29.).

Starke Reaktion nach Lattenpech und ärgerlichen Gegentoren

Ärgerlich blieb dennoch, dass Schulze und Haruno Sasaki per Siebenmeter bis zur Pausensirene noch einmal auf 18:20 verkürzten und Paulina Uscinowicz an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte zwischen beiden Göppinger Treffern nur die Latte getroffen hatte. So ging es aus Neckarsulmer Sicht „nur“ mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabinen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs begann nach bis dahin nur vier Ivancok-Paraden Johanna Fossum im Neckarsulmer Tor. Die Norwegerin hatte bei ihren Siebenmeter-Einsätzen vor der Pause zwar kein Glück gehabt, fügte sich danach aber sofort mit drei Paraden ein, die zweimal Alicia Soffel und einmal Antje Döll anschließend mit ihren Toren vergoldeten. So war beim 27:22 der Vier-Tore-Vorsprung bald wiederhergestellt und sogar ausgebaut (39.).



„Fossum-Effekt“ bringt Sport-Union auf die Siegerstraße

Anschließend musste man sich beim Blick in die Statistiken beinahe die Augen reiben, weil die Zahlen für die Sport-Union Neckarsulm eine seit Ewigkeiten nicht mehr gesehene Chancenverwertungsquote von annähernd 80 Prozent auswiesen. Die Quote der Frisch-Auf-Frauen nahm hingegen mit beinahe jedem ihrer Würfe ab, weil Johanna Fossum einen famosen Abend verlebte, Ivancoks Paraden-Wert nach rund zwölf Minuten bereits übertroffen hatte und auch danach Ball um Ball hielt.

Im Angriff hatte die Sport-Union nun sichtlich Spaß, nahm sich in Person von Soffel oder Angunn Gudmestad auch die schwierigen Würfe, an die in den vergangenen Wochen nicht einmal zu denken gewesen wäre und führte eine Viertelstunde vor Schluss folgerichtig mit 31:24.

Neckarsulmer Schaulaufen in der Schlussphase

Der Rest des Abends entwickelte sich aus Neckarsulmer Sicht zu einem Schaulaufen. Längst klappte beinahe alles, was die Spielerinnen der Sport-Union in ihre Hände nahmen und als Meret Ossenkopp in der 51. Minute zum 37:27 traf, war der Gäste-Vorsprung erstmals zweistellig − ganz zur Freude der rund 50 mitgereisten Sport-Union-Fans.

Mit denen wurde schließlich auch per La Ola ausgelassen gefeiert, nachdem die Mannschaft mit dem längst tiefenentspannten Thomas Zeitz durch einen 41:32-Erfolg die Göppinger EWS-Arena erobert hatte.

Weitere Berichterstattung folgt.


Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (4 Paraden); Fossum (7 Paraden/1 Tor) – Ossenkopp (4), Gudmestad (2), Bruggeman, Hinkelmann (2), Smits (10), Döll (12/7); Soffel (9), Kordovská, Holtman, van der Linden, Albers, Uscinowicz (1).

Erfolgreichste Werferinnen Frisch Auf Göppingen: Haruno Sasaki (10/5), Luisa Schulze (8).

Schiedsrichterinnen: Sophia Janz/Rosana Sug.

Siebenmeter: Frisch Auf Göppingen: 5/5; Sport-Union Neckarsulm: 7/7.

Zeitstrafen: 2/3.

Zuschauer: 2303.


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