René Nollers zweiter Anlauf zum Gesamtsieg in der European Rally Trophy
Rallye-Pilot René Noller hat in und mit der FIA European Rally Trophy noch eine Rechnung offen. In europäischen Nachbarländern soll es im zweiten Jahr mit dem ERT-Titel klappen. Als Generalprobe nutzt der Abstatter am Wochenende erstmals die Oster-Rallye in Tiefenbach.

Ein guter Start, der wäre wichtig. „Wir sollten mit Top-Ergebnissen und im besten Fall Podiumsplätzen beginnen, um gute Punkte einzufahren und danach bei den uns noch eher unbekannten Rallyes einen kleinen Puffer zu haben“, sagt René Noller. Der Rallye-Pilot aus Abstatt will in diesem Jahr zurückschlagen, denn in und mit der European Rally Trophy (ERT) hat er nach dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen. „Bei den ersten Rallyes in Tschechien und der Schweiz, die wir schon gefahren sind, kennen wir uns jetzt besser aus“, sagt Noller. Das soll zum Trumpf werden.
Ein erneuter Start in der internationalen Rallye-Serie, die unter der Rallye-Europameisterschaft (ERC) als finanzierbarere Alternative für Privatteams gilt, stand für René Noller früh fest. „Wenn ich die Chance habe, international zu fahren, reizt mich das mehr als etwa ein Start in der Deutschen Rallye-Meisterschaft“, sagt der Fahrer von MC Heilbronn und RKV Ilsfeld. Nach Gesamtplatz drei in seiner ERT-Debütsaison soll im zweiten Jahr der Titel her.
Konkurrenz überholt René Noller in zweiter Saisonhälfte
Dabei hatte es bis Mitte September für Noller bereits im Vorjahr gar nicht so schlecht ausgesehen. Fünf Läufe vor dem Saisonende lag er noch an der Spitze der Gesamtwertung. Entsprechend groß war in Abstatt die Hoffnung auf einen zweiten internationalen Titel nach dem 2WD-Triumph im Mitropa Cup 2022. „Es lief besser als gedacht“, gibt René Noller mit einem Lachen zu. Doch die freiwillig ausgelassene Schlesien-Rallye und ein schwaches Resultat bei der folgenden Rally Nova Gorica in Slowenien, als Noller nach der verlorenen Gesamtführung zurückschlagen wollte, brachten ihn ins Hintertreffen.
Ein Fahrfehler machte zudem Karosserie-Arbeiten an seinem Peugeot 208 Rally4 notwendig und verhinderte einen Start in der Schweiz bei der Rallye du Valais. Dadurch war Nollers Chance auf den Gesamtsieg dahin, so dass er seine Motorsport-Saison vorzeitig beendete.
Bekanntes in Tschechien und der Schweiz, Neuland in Kroatien und Polen
Um solche Engpässe am Jahresende zu vermeiden, soll das Punktekonto in diesem Jahr frühzeitig noch praller gefüllt werden. 15 Läufe in zehn Ländern stehen im ERT-Kalender, sechs davon fließen pro Fahrer in die Wertung ein. René Noller wird bei der Rallye Cesky Krumlov in Tschechien (22./23. Mai) und der Rallye du Chablais in der Schweiz (28. - 30. Mai) starten – wie im Vorjahr zunächst mit Stephan Schneeweiß und rund um Aigle dann mit Anna-Maria Seidl als Co-Pilotin an seiner Seite. Mit letzterer bestreitet Noller an diesem Wochenende in einem 14 Teams starken RC4-Starterfeld auch seine Saison-Generalprobe bei der Oster-Rallye im bayrischen Tiefenbach.
Nach den ihm bekannten Veranstaltungen in den Nachbarländern, wird die Zagreb Delta Rally (12. bis 14. Juni) für Noller Neuland. „Dort sind einige WM-Prüfungen der Rallye Kroatien dabei, das wird sehr anspruchsvoll“, weiß der Peugeot-Pilot. Auch die Rajd Malopolski Anfang Juli rund um das polnische Wadowice ist Noller noch nicht gefahren, wird danach allerdings ein erstes Zwischenfazit ziehen und weitere Starts planen.
Bis dahin dürfte sich auch ein Konkurrentenkreis jenseits der vielen Lokalmatadoren herauskristallisiert haben. „Mal sehen, ob es noch jemanden gibt, der es in diesem Jahr ernst meint“, sagt Noller, der im vergangenen Jahr dem Slowaken Filip Sipos und den Polen Jakub Matulka den Vortritt lassen musste. „Das Ziel ist aber ganz klar, den großen europäischen Titel zu gewinnen.“ Ein guter Start wäre dafür wichtig.
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