Heilbronner Falken: Trainer Eronen kämpft um Motivation nach Insolvenz
Die personelle Situation bei den Heilbronner Falken entspannt sich: Nach und nach sind alle kranken Spieler ins Training zurückgekehrt. Dennoch fehlen den Unterländern gegen Bayreuth einige Spieler.

Trainer Niko Eronen muss zurzeit jeden Tag die Eine-Million-Euro-Frage beantworten: Wie motiviert man die Spieler der Heilbronner Falken fürs Training und die Spiele, obwohl alles keine Bedeutung mehr hat? Denn nach der Insolvenz darf der Unterländer Drittligist laut Statuten des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) nur noch die Hauptrunde der Oberliga Süd zu Ende spielen, dann wird er auf den elften Platz zurückgestuft, der nicht für die Playoffs berechtigt. „Es wird jeden Tag ein bisschen leichter. Der erste Schock ist überwunden, alle schauen langsam wieder nach vorne“, berichtet Eronen.
Auch, dass in dieser Woche alle kranken Spieler wieder ins Training eingestiegen sind – als Letzter Jeroen Plauschin –, macht die Situation angenehmer. „Wir haben eine normale Trainingswoche absolviert“, berichtet der 39-jährige Finne. Damit werden die Falken auch gegen die Bayreuth Tigers an diesem Freitag (19.30 Uhr) am Europaplatz und bei den Höchstadt Alligators am Sonntag (18 Uhr) nicht mehr nur mit einem Rumpfkader auflaufen wie zuletzt beim EC Peiting, als nur 13 Feldspieler und zwei Goalies nach Oberbayern gefahren waren. „Wir haben wieder einen vollen Kader zur Verfügung“, erklärt Eronen. Lediglich Kapitän Freddy Cabana (Oberkörperverletzung) und Plauschin, für den ein Einsatz noch zu früh kommt, werden fehlen. „Das ist ein Riesenvorteil, wenn man die Spielzeit wieder auf mehr Schultern verteilen kann“, berichtet der Falken-Coach.
Heilbronner Falken haben derzeit zwei Probleme auf dem Eis
Auf dem Eis gibt es zurzeit zwei Probleme: Die Falken schießen zu wenige Tore und kassieren von ihnen zu viele. In den beiden Partien nach der Insolvenz gegen die Stuttgart Rebels und beim EC Peiting erzielten die Heilbronner nur zwei und drei Treffer. Das Problem ist aber schon länger vorhanden. Denn auch in den vier Niederlagen direkt vor der Insolvenz kamen die Unterländer auch nur auf insgesamt sieben Treffer. „Wir müssen endlich wieder offensives Spaß-Eishockey spielen und die Partien einfach genießen“, sagt Eronen.
Auf der anderen Seite gerieten die Falken auch jeweils früh in Rückstand. Gegen Stuttgart lagen sie bereits nach 160 Sekunden mit 0:2 zurück. In Peiting stand es nach 21 Minuten 0:3. „Niemand hat Mitleid mit uns“, berichtet der Heilbronner Trainer. „Jeder kennt unsere Situation und möchte daraus natürlich direkt in den ersten Minuten Kapital schlagen. Denn für alle Gegner geht es noch um viel - entweder sie kämpfen um eines der Playoff-Tickets oder wollen sich für die K.o.-Runden die beste Ausgangssituation verschaffen“, berichtet der Heilbronner Trainer.
Erster Spiel, in dem Dauerkarteninhaber ein Zusatzticket kaufen müssen
Gegen Bayreuth müssen Dauerkarteninhaber erstmals ein Zusatzticket lösen. Den Grund dafür erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Peter Roeger so: Während des Insolvenzverfahrens dürfen die Heilbronner Falken keinem Gläubiger aus der Vergangenheit Leistungen zukommen lassen. Mit dem Kauf einer Dauerkarte hätten die Fans der Unterländer den Falken ein Darlehen gegeben, das mit jedem Spiel zurückgezahlt werde, verdeutlicht ein Sprecher der Kanzlei.
Die Beträge von fünf Euro für einen Stehplatz, zehn für einen Sitzplatz und 30 für ein Vip-Ticket seien so gewählt worden, dass sie einfach abzurechnen und den Dauerkarteninhabern noch zumutbar sind, erklärt der Kanzlei-Sprecher weiter. Ein rein symbolischer Betrag reiche nicht aus. Klar ist: Das Geld fließt in die Insolvenzmasse und wird am Ende des Verfahrens genutzt, um Schulden zu tilgen. nac/don
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