Insolvenz der Heilbronner Falken: Viele Fehler haben sich aufsummiert
Die Saison 2025/26 der Heilbronner Falken war ein Jahr der Pleiten und Pannen. Angefangen mit der Lizenzverweigerung im Sommer reihte sich eine Krise an die andere. Bei der Bewältigung dieser haben sich die Verantwortlichen mehr als ein Mal dilettantisch verhalten.
Dass die Heilbronner Falken Insolvenz angemeldet haben, ist keine Überraschung mehr. Es ist nur noch die Vollzugsmeldung – und damit Ausdruck einer Entwicklung, die sich mindestens seit einem halben Jahr abgezeichnet hat. Der Weg in die Zahlungsunfähigkeit ist allerdings an Dilettantismus kaum zu überbieten.
Das Handeln der Falken-Verantwortlichen ist von Anfang an von Hochmut geprägt
Zunächst machten die Verantwortlichen, allen voran der geschäftsführende Gesellschafter Franz Böllinger, ihre Hausaufgaben nicht. Sie ließen Fristen des Deutschen Eishockey-Bundes verstreichen – wohl auch in der irrigen und hochmütigen Überzeugung, dass der Verband einen Standort wie Heilbronn nicht leichtfertig aufgibt. Das Ergebnis war die Lizenzverweigerung für die Oberliga-Saison 2025/26, die Teilnahme wurde erst mit Hilfe der Großzügigkeit der Fans auf juristischem Weg erstritten.
Aber statt die Anhänger und auch die Sponsoren wie Partner allerspätestens von diesem Zeitpunkt an mitzunehmen, verfolgte die Clubführung nach dem Vogel-Strauß-Prinzip: Wenn ich mich wegducke und zu nichts Stellung beziehe, geht das Schlimmste an mir vorbei.

Mit dem Vogel-Strauß-Prinzip hat es sich der geschäftsführende Gesellschafter Franz Böllinger mit vielen verscherzt
Damit verscherzte es sich Franz Böllinger nicht nur mit den Fans, die sich immer wieder in Geduld geübt hatten, sondern auch mit zahlreichen Geldgebern. Doch bis zuletzt war der geschäftsführende Gesellschafter der Überzeugung, aus der Position der Stärke heraus agieren zu können. Anders ist das Einladungsschreiben an Sponsoren und Partner zu einem Krisengespräch vor einiger Zeit nicht zu interpretieren.
Statt in das Eisstadion einzuladen, als würde man eine Audienz halten, hätten er und die anderen Gesellschafter viel demütiger auftreten müssen. Sponsoren-Gewinnung ist Klinkenputzen, man tritt schließlich als Bittsteller auf.
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