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Heilbronner Falken verlieren weitere Leistungsträger – sieben Abgänge

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Vier Tage vor Ende der Wechselfrist geben die Heilbronner Falken bekannt, dass fünf weitere Spieler nach Goalie Berger und Verteidiger Plauschin die Unterländer nach dem Wochenende verlassen. 


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Der personelle Aderlasse bei den Heilbronner Falken nimmt Fahrt auf, nachdem bereits bekannt wurde, dass Goalie Patrick Berger und Verteidiger Jeroen Plauschin die Saison in einem anderen Trikot zu Ende spielen werden. Beide sollen vor einem Wechsel zu den Hannover Scorpions stehen. Der Oberliga-Vizemeister der vergangenen Saison hat sich erst vor Kurzem Verteidiger Christoph Kiefersauer getrennt.

Und Torwart Leon Hümer hat sich am Wochenende im Stadtderby gegen die Hannover Indians eine schwere Unterkörperverletzung zugezogen und muss operiert werden.

Die beiden besten Kumpel Nolan Ritchie (von links) und Calder Anderson - hier zusammen mit Thore Weyrauch - bilden ein kongeniales Sturmduo auf dem Eis.
Die beiden besten Kumpel Nolan Ritchie (von links) und Calder Anderson - hier zusammen mit Thore Weyrauch - bilden ein kongeniales Sturmduo auf dem Eis.  Foto: Thorwartl, Marc

Heilbronner Falken verlieren kurz vor Wechselfrist sieben Spieler und enorme Offensivpower

Vier Tage vor Ende der Wechselfrist hat der Eishockey-Oberligist nun den Abgang von fünf weiteren Spielern nach dem Wochenende bekanntgegeben - drei Angreifern und zwei Verteidigern. Dadurch verlieren die Unterländer auf einen Schlag knapp die Hälfte ihrer Offensivpower. Denn die fünf Spieler erzielten von den insgesamt 193 Treffern der Falken im bisherigen Saisonverlauf 88.

Besonders hart wird die Heilbronner der Wechsel der beiden kanadischen Top-Kontingentpsieler Nolan Ritchie und Calder Anderson treffen. Letzterer ist aktuell der Topscorer der Falken. In 46 Partien erzielte Anderson 30 Treffer und bereitete 35 weiter vor. In den vergangenen Wochen vermisste der 23-Jährige aber seinen besten Kumpel und kongenialen Partner auf dem Eis, Nolan Ritchie. Der ebenfalls 23-Jährige fehlte rund sieben Wochen wegen einer Knieverletzung. Wie gut die beiden zusammen sind, bewiesen sie beim Comeback Ritchies gegen die Bayreuth Tigers. Ritchie erzielte zwar nur ein Tor, bereitete aber sechs weitere vor. Fünf legte er dabei Anderson auf.

Niklas Jentsch (links) ist für seine Direktabnahmen aus dem Bullykreis gefürchtet.
Niklas Jentsch (links) ist für seine Direktabnahmen aus dem Bullykreis gefürchtet.  Foto: Seidel, Ralf

Was die Kanadier in der Lage sind zu leisten, wenn keiner der beiden  verletzt ist, zeigten sie in der vergangenen Saison. Insgesamt 165 Scorerpunkte legte das Duo auf. Ritchie krönte sich mit 84 Punkten (38 Toren/46 Assists) zum ligaweiten Topscorer und wurde dabei im Rahmen der jährlich durchgeführten Wahlen des Fachmagazins „Eishockey News“ sogar als Spieler des Jahres 2024/2025 ausgezeichnet. Sowohl Ritchie als auch Anderson, der als drittbester Oberliga-Scorer (31 Tore/53 Assists) knapp hinter seinem kongenialen Sturmpartner landete, wurden zudem in das All-Star-Team der Oberliga Süd gewählt. 

Die neue Heimat des Duos soll auch schon feststehen. Nach Informationen von "Eisblog" wechseln Ritchie und Anderson in die Nordstaffel der Oberliga zu den Hannover Indians.

Jentsch hat mit Direktabnahmen aus Bullykreis in Vorsaison Tore am Fließband erzielt

Darüber hinaus verlässt mit Niklas Jentsch ein weiterer Offensivspieler die Falken. Der 26-Jährige war seit der Saison 2023/2024 für die Unterländer aktiv und verbuchte insgesamt 201 Punkte in 165 Partien für sich. Vor allem in der vergangenen Saison, als sich die Heilbronner den Titel in der Südstaffel sicherten, begeisterte er mit seinen Direktabnahmentreffern aus dem Bullykreis, war mit nur einem Treffer weniger als Ritchie der zweitbeste Torschütze der Unterländer. In den Playoffs ließ er weitere elf Tore folgen.

An seine Leistungen der vergangenen Saison konnte Jentsch in dieser Runde allerdings nicht ganz anknüpfen. Der Linksschütze musste sich aber auch immer wieder auf neue Sturmpartner einstellen, weil das Verletzungspech in der Mannschaft Trainer Niko Eronen immer wieder zwang, die Reihen umzustellen. Jentsch wird stark mit dem Nord-Oberligisten Saale Bulls Halle in Verbindung gebracht.

Leon Fern (vorne) ist von den Verteidigern der Falken der torgefährlichste.
Leon Fern (vorne) ist von den Verteidigern der Falken der torgefährlichste.  Foto: Christiana Kunz,

Auch Schiller und Fern verlassen die Falken – Defensive verliert wichtige Stützen

Außerdem werden sich auch die beiden Verteidiger Lars Schiller und Leon Fern neuen Vereinen anschließen. Fern, der erst vor der aktuellen Saison nach Heilbronn zurückkehrte, ist mit 36 Zählern punktbester Defender der Falken. Linksschütze Lars Schiller stieß zur Saison 2024/2025 zum Kader, kam verletzungsbedingt in dieser Spielzeit auf 31 Spiele und 19 Punkte (3 Tore/16 Vorlagen).

Der 28-Jährige war erst zum Heimspiel gegen die Tölzer Löwen am Wochenende, bevor die Falken Insolvenz angemeldet haben, nach einer Krankheitspause zurückgekehrt. Ganz zur Freude von Eronen. „Er kann Druck entgehen und öffnende Pässe spielen. Und er bringt uns auch Entlastung in der Offensive"„ berichtet der Heilbronner Trainer.

Lars Schiller (Mitte) wird von Trainer Niko Eronen für seine Eislauffähigkeiten, seine Übersicht in Drucksituationen und seine öffnenden Pässe geschätzt.
Lars Schiller (Mitte) wird von Trainer Niko Eronen für seine Eislauffähigkeiten, seine Übersicht in Drucksituationen und seine öffnenden Pässe geschätzt.  Foto: Mario Berger

Die offizielle Verabschiedung aller sieben Abgänge erfolgt beim Heimspiel gegen die Lindau Islanders an diesem Freitag (19.30 Uhr). Alle Fans haben zudem nach Spielende die Möglichkeit, sich persönlich auf dem Eis von den Spielern zu verabschieden. 

Nach Widmann und Nuss sollen weitere Nachwuchsspieler mit Förderlizenz ausgestattet werden

Um die Abgänge für die dann noch ausstehenden vier Hauptrundenspiele abzufedern, sollen weitere Nachwuchsspieler zum Einsatz kommen. Die Heilbronner Falken wollen hierfür Spieler mit einer Förderlizenz für die verbleibenden Partien ausstatten. Dazu laufen bereits intensive Gespräche. Ob diese Spieler wie zuletzt der Horkheimer Pascal Widmann und Philipp Nuss aus dem Nachwuchs des Erzrivalen Bietigheim Steelers kommen, dazu äußern sich die Falken-Verantwortlichen nicht.

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