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Bundestagswahl 2025
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Trauer und Jubel: Was die Hohenloher Kandidaten zum Wahlergebnis sagen 

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Die Hohenloher Kandidaten Christian von Stetten, Valentin Abel und Co. äußern sich zum Endergebnis der Bundestagswahl 2025 und sagen, welche Schlüsse sie daraus ziehen.

Von unserer Redaktion 

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Deutschland hat am Sonntag, 23. Februar, einen neuen Bundestag gewählt. Die Wahlergebnisse rufen auch in der Region verschiedene Emotionen hervor. Die Kandidaten aus Hohenlohe äußern sich gegenüber der Heilbronner Stimme.

Christian von Stetten (CDU): „Bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis“

„Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis“, sagt Christian von Stetten. „Es ist fast genauso gekommen, wie ich es vorhergesagt hatte“, mit deutlichen Zuwächsen im Wahlkreis. Und im Bund? „Das Ergebnis überrascht mich nicht, es entspricht im Grunde den Umfragen“, sagt der 54-Jährige. Wichtig für ihn: „Ohne die CDU ist keine Regierung möglich.“

Christian von Stetten.
Christian von Stetten.  Foto: privat

Ob es aber für einen Politikwechsel reiche, das zeige sich erst, wenn die endgültigen Ergebnisse feststehen. „Genau das ist für mich aber entscheidend, ein Politikwechsel, nicht nur ein Regierungswechsel.“ Strebt von Stetten, nun da sein Parteifreund Friedrich Merz wohl Kanzler wird, einen Posten in der neuen Regierung an? „Nein, ich habe von Anfang an gesagt, dass ich Wahlkreis-Abgeordneter bleiben möchte“, betont der Künzelsauer. Und auch wenn am Abend schon klar zu sein scheint, dass er es wieder nach Berlin schafft, bleibt er vorsichtig: „Warten wir den Anruf des Bundeswahlleiters ab.“ 

Kevin Leiser (SPD): „Natürlich ein enttäuschendes Ergebnis“

„Für uns als SPD ist das natürlich ein enttäuschendes Ergebnis“, sagt Kevin Leiser. Man habe, auch wenn die Wahrnehmung offenbar eine andere sei, in der Koalition viel erreicht. „Für mich persönlich war es aber eine große Ehre, dass ich meine Heimat im Bundestag vertreten durfte“, so sein Fazit. Denn mit dem schlechten Abschneiden seiner Partei, ist auch Leisers Abschied aus Berlin gewiss.

Er werde hauptberuflich wahrscheinlich ins Lehramt zurückkehren, sich aber weiter in der Politik engagieren, so der Blaufeldener. Jetzt werde er das Ergebnis aber erst Mal sacken lassen. „Wir machen eine faktenbasierte Politik“, ergänzt er, aber die Empfänglichkeit der Menschen gegenüber Fake-News sorge ihn. Er macht auch keinen Hehl aus seinem Ärger darüber, dass Friedrich Merz Unsicherheiten mit geschürt habe. Für dessen Verhalten, eine Abstimmung mit Stimmen der AfD durchbekommen zu wollen, erwarte er nach wie vor eine Entschuldigung von Merz.

Kevin Leiser.
Kevin Leiser.  Foto: privat

Harald Ebner (Grüne): „Mit dem Ergebnis kann ich weiter mitgestalten“

„Ein komisches Gefühl“, so beschreibt Harald Ebner seine Emotionen beim Blick auf das Ergebnis der Grünen in seinem Wahlbezirk. „Wir lagen bisher hier immer höher als das Bundesergebnis“, sagt er seufzend. „Ich frage mich schon, was ausschlaggebend ist, dass Menschen sich noch weniger mit der eigentlichen Faktenlage auseinandersetzen“, ergänzt er. „Die Geschichte mit dem abgehängten ländlichen Raum funktioniert nicht mehr, es hat sich sehr viel getan die letzten Jahre.“

Ihn würde das Ergebnis wundern – „und es enttäuscht mich auch“, sagt Ebner, der seit 2011 für die Grünen im Bundestag sitzt – und mit Listenplatz acht wohl auch weiter dort bleiben wird. „Ich kann ja im Gegensatz zu einigen Kollegen hier im Kreis noch zufrieden sein, denn mit dem Ergebnis kann ich weiter mitgestalten“, so Ebner. So gebe es auch die Chance, „noch mal besser zu vermitteln, um was es geht – und was in Berlin eigentlich gearbeitet wird“. 

Harald Ebner.
Harald Ebner.  Foto: privat

Valentin Abel (FDP): „Tag eins der Aufholjagd beginnt morgen“  

„Das Ergebnis hat sich abgezeichnet und steht im starken Kontrast zum persönlichen Eindruck der letzten Zeit vor der Wahl“, ist das Statement eines sachlichen Valentin Abel. Viele hätten sich gewünscht, dass die FDP ein besseres Ergebnis bekommt. Er persönlich habe schon einige Zeit lang damit gerechnet, dass es für einen Sitz im Bundestag nicht mehr reicht. „Da hätten wir in Hohenlohe deutlich drüber sein müssen“, aber das Ergebnis stehe und falle eben mit dem Bundesdurchschnitt.

Aufgeben kommt nicht in Frage, fasst er seine und die Stimmung an der Basis zusammen. „Natürlich überwiegt an so einem Abend die Enttäuschung“, gibt Abel zu, „viele denken sich aber, jetzt erst recht.“ „Ich wünsche mir, dass wir nun einen kühlen Kopf bewahren, uns nicht auseinanderdividieren lassen, uns Zeit geben und letztlich inhaltlich und personell an einem Strang ziehen.“ Das Team in Hohenlohe sei motiviert. „Tag eins der Aufholjagd beginnt morgen.“  

Valentin Abel.
Valentin Abel.  Foto: Greiner, Götz

Benjamin Götz (AFD): „Super Feedback“ für Wahlkampf auf Social Media

„Ich finde das Wahlergebnis ganz gut, immerhin haben wir unsere Zahlen vom letzten Mal verdoppelt“, sagt Benjamin Götz. Für die Partei habe man sich – so der von ihm vernommene Tenor auf der Wahlparty – ein höheres Ergebnis gewünscht. Persönlich ist der 27-jährige Politik-Neuling zufrieden mit seinem ersten Wahlkampf und stolz, dass er in einigen Kreisen sogar stärkste Kraft wurde.

„Das muss ich nachher noch genauer recherchieren, wo das war. Aber in Öhringen sah es vorhin prima aus“, freut er sich, auch, wenn es bei Listenplatz 21 eher nicht für einen Sitz im Parlament gereicht hat. Enttäuscht darüber ist er trotzdem nicht. „Mir ging es von vorneherein darum, die Partei zu unterstützen“, erklärt Götz. Für seinen Wahlkampf, auch im Bereich Social Media, habe er ein „super Feedback“ bekommen. Wie es nach der Wahl mit seinem politischen Engagement weitergeht, hält er sich offen – besonders im Hinblick auf die anstehende Landtagswahl. 

Benjamin Götz.
Benjamin Götz.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Ellena Schumacher Koelsch (Die Linke): „Noch nie so viele Mitglieder wie gerade“

„Ich war wirklich etwas irritiert am Anfang, weil ich davor immer aus Jux und Tollerei gesagt hatte: Wir holen acht Prozent“, erzählt Ellena Schumacher Koelsch. „Jetzt haben wir 8,5 Prozent“, ergänzt die Linken-Kandidaten am Abend bestens gelaunt. Dass Die Linke in ihrem Wahlkreis mit 5,3 Prozent der Zweitstimmen nicht ganz so viel herausholen konnte wie im Bundesschnitt, stört sie wenig. „Damit bin ich total zu frieden, wir hatten seit der Gründung des Kreisverbandes noch nie so viele Mitglieder wie gerade“, spielt sie auf den Boom der letzten Wochen an.

Woran das liegt? „Wir greifen viele Themen auf, die die Menschen wirklich beschäftigen, von sozialer Sicherheit über Migration.“ Zudem hätte Die Linke dem Rechtsruck entgegengewirkt, „indem wir eine Lösung und einen Weg aufgezeigt haben“. Doch nach der Wahl ist vor der Wahl: „Wir bereiten uns jetzt auf die Landtagswahl vor – auf das wir im nächsten Jahr Die Linke im Landtag haben.“ 

Ellena Schumacher Koelsch.
Ellena Schumacher Koelsch.  Foto: Greiner,
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