Giganetz dünnt Glasfaser-Ausbau in der Region aus: Diese Orte sind betroffen

   | 
Lesezeit  1 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Wo bereits gebaut wird, will die Deutsche Giganetz noch in diesem Jahr den Glasfaser-Ausbau abschließen. Wie realistisch das ist und welche Kommunen auf der Strecke bleiben.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Ausbaupläne in Künzelsau und dem Kochertal vorerst zurückgestellt: So lautet die jüngste Hiobsbotschaft der Deutschen Giganetz (DGN) beim Ausbau des Glasfaser-Netzes in der Region. Das Hamburger Unternehmen war 2021 auf Initiative der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken angetreten, um den flächendeckenden Glasfaser-Ausbau eigenwirtschaftlich voranzutreiben. Inzwischen dünnt das von der DGN ursprünglich ins Visier genommene Geschäftsgebiet immer weiter aus.

Starkes Gefälle beim Glasfaser-Ausbau der Deutschen Giganetz: Welche Kommunen sind betroffen?

Im Kochertal begründet die DGN den Schritt mit „veränderten Rahmenbedingungen“ und „Wettbewerbsaktivitäten“. Dahinter steckt wohl die Ankündigung der Telekom, in Künzelsau eigene Glasfaserleitungen verlegen zu wollen – fast deckungsgleich in jenen von der DGN ausgewählten Stadtgebieten. Die Deutsche Giganetz wollte das Netz in der Kreisstadt nutzen, um weitere Ausbau-Projekte im Kochertal zu verwirklichen. Diese wandern damit genauso aufs Abstellgleis.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

In Sachen Umsetzung gibt es bei den Glasfaserprojekten der DGN ein starkes West-Ost-Gefälle. Im Westen der Region Heilbronn befinden sich die DGN-Projekte in allen Kommunen mindestens im Baustadium. Nur Wüstenrot teilt sich das Schicksal mit dem Kochertal und wurde vorerst zurückgestellt.

Glasfaser-Ausbau der Deutschen Giganetz: Das ist der Stand im Hohenlohekreis

Im Osten ist die Lage am schlechtesten, betroffen ist vor allem des Hohenlohekreis. Von den 16 Kommunen hatten sich nur drei gegen eine Kooperation mit der DGN entschieden, um ihr Glasfasernetz auszubauen. Von den verbleibenden 13 Kommunen sind lediglich Bretzfeld und Öhringen in der Endphase des Baus angelangt, wie aktuelle Daten der DNG zeigen.

Wie viele Haushalte laut der Deutschen Giganetz angeschlossen sind

Die Deutsche Giganetz betont auf Nachfrage, dass mittlerweile rund 171.000 Haushalte und Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken bis zur Grundstücksgrenze mit der Glasfaser-Infrastruktur erschlossen wurden. „Über 108.000 Wohn- und Geschäftseinheiten“ verfügen demnach über einen Hausanschluss – „mehr als 53.000 davon surfen mit der Deutschen Giganetz“. Für den Glasfaserausbau setze das Unternehmen vor Ort insgesamt über 400 Millionen Euro ein. 

In Neuenstein wurde der sogenannte „Initialbau“ abgeschlossen, genauso im Hauptort Kupferzells. Die meisten Ortsteile gehen dort allerdings leer aus. Kupferzell hat umgeschwenkt und managt den Glasfaserausbau in Eigenregie. In Zweiflingen und den Jagsttal-Kommunen Krautheim, Dörzbach und Schöntal plant die DGN gar keinen Ausbau mehr. Dort mussten die Bürgermeister schon länger nach Alternativen Ausschau halten.

Für die Gebiete, in denen die DGN den eigenwirtschaftlichen Ausbau weiter vorantreiben will, gibt es indes gute Nachrichten: „In einem Großteil der Projekte sind die Tiefbauarbeiten weitestgehend abgeschlossen oder befinden sich in der Endphase. Der Ausbau in allen im Bau befindlichen Kommunen wird voraussichtlich noch im Jahr 2026 abgeschlossen sein“, sagt DGN-Sprecherin Carmen Fesenbeck auf Nachfrage.


Mehr zum Thema


Stockender Glasfaser-Ausbau im Raum Heilbronn – wo es Probleme gibt

Ob das auch für Kommunen gilt, in denen der Bau derzeit stockt? Das ist beispielsweise in Zaberfeld der Fall. Der Grund: offenbar ein Streit zwischen der DGN und einem Subunternehmer über nicht beglichene Rechnungen. Auch in den Obersulmer Teilorten Eschenau und Eichelberg kam der Bau zuletzt zum Erliegen. Dort spricht die DGN von „Qualitätsmängeln bei der Ausführung“ durch das zuständige Tiefbauunternehmen. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben