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Glasfaserausbau in Künzelsau: Stadt gibt Überblick zu weißen und grauen Flecken

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Einen Überblick, woher die Glasfaser-Infrastruktur in den Stadtteilen und Weilern kommen soll, gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung von Künzelsau. Hier gibt es Antworten auf die zentralen Fragen.

Wo geht’s lang zum schnellen Internet über den Ausbau von Glasfaserleitungen? Das fragen sich auch die Bürger von Künzelsau.
Wo geht’s lang zum schnellen Internet über den Ausbau von Glasfaserleitungen? Das fragen sich auch die Bürger von Künzelsau.  Foto: Michael Reichel

Der Glasfaser-Ausbau ist ein Reizthema in vielen Kommunen. Es herrscht viel Verwirrung um das Wie und das Wer, das Warum und das Wann. Das gilt auch für Künzelsau, wo die Verwaltung einmal mehr versucht, Licht ins Dunkel dieser verwirrenden Thematik zu bringen. Einen Überblick, woher die Glasfaser-Infrastruktur in den Stadtteilen und Weilern kommen soll, gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die HZ beantwortet zentrale Fragen.

Weiße Flecken: Was heißt das?

Über das sogenannte „Weiße-Flecken-Programm“ werden Orte mit einer Internetversorgung von unter 30 Mbit/s durch Fördermittel des Bundes (50 Prozent), des Landes (40 Prozent) und der Kommune (zehn Prozent) mit Glasfaser versorgt. Wolfsölden ist so seit 2022 mit Glasfaser ausgestattet, Rodachshof und und Siegelhof ist fertig gebaut, zur Inbetriebnahme fehlen nur noch Kleinigkeiten. Der sogenannte PoP in Gaisbach, ein zentraler Knotenpunkt des Glasfasernetzes in Künzelsau, muss unter anderem hierfür noch nachgerüstet werden. Die Fertigstellung der Arbeiten ist bis Ende des zweiten Quartals dieses Jahres geplant.

Ohrenbach ist zu 90 Prozent betriebsbereit, lediglich drei Anwesen fehlen noch. Rappoldsweilerhof und Falkenhof sind seit 2025 in Betrieb, Bienenhof/THW ist noch nicht geplant, soll jedoch bis 2030 angebunden werden. In Mäusdorf kann, sobald der Lückenschluss in Nitzenhausen baulich fertig ist, Glasfaser eingeblasen werden. Weckhof ist im Bau. In Büttelbronn soll der Ausbau im Zuge des Anschlusses an die öffentliche Abwasserversorgung durchgeführt werden, damit nicht mehrfach aufgerissen werden muss. Gleiches gilt für Etzlinsweiler und Unterhof.

Bauherr ist nicht gleich Anbieter: Das versucht die Stadt Künzelsau bei der letzten Gemeinderatssitzung ebenfalls klarzustellen. So sorgte es für Verwirrung, dass nun auch die Telekom in Künzelsau Gebiete ausbauen möchte, die bisher die Deutsche Giganetz für sich beanspruchte.

Welchen Anbieter ein Kunde am Ende auswählt, hängt nicht davon ab, wer den Ausbau in seinem Gebiet managt. Das entscheidet allein er in freier Wahl mit seiner Vertragsunterschrift. Gebiete, in denen die Stadt das Netz selbst ausbaut (ob gefördert oder auf eigene Kosten), werden ausgeschrieben. Hier kam zuletzt die Netcom zum Zug. 

Graue Flecken: Was sind das?

Zu den sogenannten „Grauen Flecken“ zählen Orte, deren Verbindung schlechter als 100 Mbit/s ist. Die Förderquote entspricht der aus dem „Weiße-Flecken-Programm“. Der Glasfaser-Ausbau in Morsbach ist im Zuge der Erneuerung der Stromversorgung durch die Stadtwerke Tauberfranken 2027/2028 vorgesehen. Ansonsten laufen die Planungen und Vergaben auch für Seeleswald, Garnberg, Teile von Gaisbach Ost, Oberhof, Amrichshausen, Berndshausen, Kügelhof, Kocherstetten Süd, Schloß Stetten, Nitzenhausen und Haag. Alles soll bis Ende 2030 fertig sein.

Eigenfinanzierter Ausbau der Stadt: Was steckt dahinter?

Bereits in Betrieb sind nach diesem Modell die Baugebiete südlicher Ortsrand Amrichshausen und Haselhöhe in Gaisbach, Teile der Kernstadt (Rathaus, Kocherfreibad, Bauhof, Feuerwehr, Jugendzentrum) sowie die Sudetenhalde. Baulich fertiggestellt, aber noch nicht angeschlossen, sind weitere Teile der Kernstadt. Auch einen Teilbereich im Stadtteil Taläcker baut die Stadt Künzelsau selbst aus.

Eigenwirtschaftlicher Ausbau der Deutschen Giganetz: Was ist das?

Das Unternehmen strebt den Ausbau von Taläcker, Teilen der Kernstadt Künzelsaus, Garnberg und Nagelsberg an. Die Genehmigungsplanung für Gaisbach wurde eingereicht, Stellungnahmen eingeholt. Derzeit überarbeitet die DGN laut Stadt die Genehmigungsplanung.

Eigenwirtschaftlicher Ausbau der Telekom: Was beinhaltet das?

Die Telekom hat zuletzt ebenfalls Interesse am Ausbau von Taläcker und Teilen der Kernstadt Künzelsau angemeldet. Die Gebiete überschneiden sich zum Teil mit dem der Deutschen Giganetz. Derzeit sei noch in Abklärung, ob Nagelsberg auch mit ausgebaut werden soll. Eine Genehmigungsplanung wurde noch nicht eingereicht. Nach Angaben des Unternehmens wolle man rund 4500 Haushalte und Betriebe versorgen. Baustart könnte laut demnach bereits Mitte Mai sein.

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