Nach Medien-Hype: VfR Heilbronn versucht, vom Pinocchio-Kommentar zu profitieren
Andy Hüttner engagiert sich beim VfR Heilbronn. Sein Pinocchio-Kommentar sorgte bundesweit für Aufsehen. Nun versucht der Fußballverein, den Fall öffentlichkeitswirksam zu nutzen. Einer ist damit gar nicht einverstanden.
Wer regelmäßig die Fußballspiele des VfR Heilbronn im Frankenstadion besucht, kennt Andy Hüttner. Der 66-Jährige ist dort ehrenamtlich im Hintergrund tätig und sorgt dafür, dass der Spielbetrieb läuft. In dieser Woche hat der Rentner aus der Käthchenstadt überregionale Bekanntheit erreicht: Ein Facebook-Kommentar unter einem Post der Heilbronner Polizei erfuhr bundesweit mediale Beachtung.
Die Frage, ob der Social-Media-Kommentar „Pinocchio kommt nach HN“ in Bezug auf einen Besuch von Friedrich Merz in Heilbronn im vergangenen Oktober strafrechtlich relevant ist oder nicht, sorgte für allerlei Diskussion. Auch Andy Hüttner selbst hat der Rummel um seine vier Worte in den vergangenen Tagen sehr beschäftigt. Privat bekam er allerlei Rückmeldungen auf seine Äußerung – „und zwar fast nur positive“, wie er betont.
Pinocchio-Rentner aus Heilbronn beim VfR im Frankenstadion
Wie bei den Heimspielen üblich, wird Andy Hüttner auch am Samstag im Frankenstadion vor Ort sein und mithelfen, wenn es im Ligaspiel gegen den TSV Weilimdorf geht. Allerdings wird der als „Rentner aus Heilbronn“ bekanntgewordene 66-Jährige dieses Mal mehr im Fokus stehen als bisher. Denn der Fußballverein versucht den Hype mit einer Karten-Aktion zu nutzen.
Wie der VfR Heilbronn auf seiner Facebook-Seite mitteilt, erhalten die ersten 400 zahlenden Zuschauer eine limitierte Karte als Erinnerung, die sich humoristisch mit dem Pinocchio-Fall auseinandersetzt. Im Beitrag heißt es weiter: „Danach ist das Motiv ausschließlich digital als Bild mit seiner Unterschrift erhältlich.“ Anstoß ist um 14 Uhr.

Pinocchio-Kommentator aus Heilbronn ist Rummel unangenehm
Die VfR-Aktion solle man, erst recht, nachdem das Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung gegen Andy Hüttner am Dienstag eingestellt wurde, als Spaß begreifen, heißt es. Auf der Facebook-Seite des Tabellenletzten der Verbandsliga Württemberg ist zu lesen: „Ein bisschen Humor muss sein. Das Leben ist nicht so ernst, wie es manchmal gemacht wird.“
Andy Hüttner selbst ist der Rummel um seine Person unangenehm. Auf die Zuschauer-Aktion lässt er sich nur widerwillig ein. Er betont, dass nicht er, sondern Verantwortliche des VfR Heilbronn die Karten-Aktion initiiert haben. „Am Samstag sollte im Frankenstadion der Fußball und nicht ich im Mittelpunkt stehen.“ Der 66-Jährige geht davon aus, dass der Rummel um seinen Pinocchio-Kommentar bald abebbt. Der Heilbronner Rentner: „In dieser schnelllebigen Zeit ist spätestens nächste Woche schon wieder ein anderes Thema viel interessanter.“
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