Silvester
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Heilbronner Böllerverbot bewegt die Gemüter – „kümmert euch um richtige Verbrechen"

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Das von der Stadt Heilbronn angekündigte Böllerverbot sorgt auf Facebook und Instagram für eine hitzige Debatte. Während viele Nutzer den Schritt als längst überfällig begrüßen, werfen andere der Stadt Bevormundung vor.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Erstmals hat die Stadt Heilbronn ein Böllerverbot für Silvester erlassen. Mit der neuen Allgemeinverfügung sind am 31. Dezember und 1. Januar laute Knallkörper wie Böller, Kanonenschläge oder Knallketten und -frösche im gesamten Stadtgebiet verboten – mit Ausnahme des nördlichen Industriegebiets zwischen Neckarkanal und Osthafen.

Raketen, Feuerwerksbatterien und Fontänen dürfen hingegen weiter gezündet werden. Die Maßnahme diene laut der Stadt dem Lärm- und Gesundheitsschutz und soll auf die wachsende Zahl von Beschwerden aus der Bevölkerung reagieren.

Reaktionen auf Böllerverbot Heilbronn: Silvester-Regelung sorgt für Diskussion

Während Stadt und Stadtinitiative das Verbot begrüßen, stößt es in Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis. Kritiker wie der Heilbronner Gastronom Thomas Aurich empfinden die Regelung als übertrieben und sehen sie als weiteren Schritt zur Bevormundung. Auch Händler äußern sich differenziert: Einige verzichten bewusst seit Jahren auf den Verkauf von Pyrotechnik, andere sehen die Problematik eher im frühzeitigen Böllern vor Silvester.

Wie reagieren die Stimme-User auf Facebook und Instagram? Die Debatte um das Verbot entfacht auch in den sozialen Netzwerken große Emotionen. Ein Blick auf die Kommentarspalten zeigt, wie kontrovers das Thema diskutiert wird. Rund 24 Stunden nach Veröffentlichung des Instagram-Beitrags auf dem Stimme-Account wurden bereits mehr als 900 Meinungsbeiträge von Usern abgesetzt, auf Facebook kommentierten mehr als 250 User die Neuregelung.

Diskussion um Heilbronner Böllerverbot: Hunderte Kommentare auf Instagram

Viele Stimmen begrüßen den Schritt der Stadt und sprechen sich für ein generelles Verbot privater Feuerwerke aus – darunter zahlreiche Tierbesitzer. „Man könnte dieses Geballer auch einfach komplett verbieten. Kostet ein Haufen Kohle, stresst alle Tiere, stinkt wie blöd und ist auch noch gefährlich und führt jedes Jahr zu zig Rettungseinsätzen“, merkt eine Facebook-Kommentatorin an. Stattdessen könne man wie zu Buga-Zeiten oder beim Lichterfest eine Lasershow veranstalten.

Ein anderer Nutzer formuliert es deutlich: „Die ganze Ballerei gehört verboten – das ist lebensgefährlicher Unsinn.“ Zugleich plädiert er – wie weitere Kommentatoren – für ein zentral organisiertes Feuerwerk. Auch die Belastung für Rettungsdienste in der Silvesternacht wird in einigen Beiträgen genannt. In einem Kommentar heißt es: „Klug so. Rettungsdienste, Polizei, Feuerwehr und Kliniken werden dankbar dafür sein.“

Müll, Ärger und verängstigte Tiere: Viele begrüßen Heilbronner Böllerverbot

Aber auch Umwelt- und Tierschutz werden thematisiert. Kritiker privater Feuerwerke sehen im Abbrennen von Pyrotechnik schlicht ein überholtes Ritual: „Eigentlich müsste das alles komplett verboten werden. Jedes Jahr die gleiche Umweltverschmutzung, vollgeräucherte Luft, verletzte oder verängstigte Tiere – und am Ende bleibt nur Müll und Ärger.“

Auch regionale Umweltschützer schalten sich in die Debatte ein. Der BUND Heilbronn-Franken schreibt auf Instagram: „Der erste Schritt ist gemacht – aber das ist nur die halbe Miete. Menschen, Stadtnatur, Klima und Luft brauchen dringend auch ein Verbot von Raketen, Feuerwerksbatterien und Fontänen. Bitte jetzt konsequent bleiben: Die Lichtverschmutzung, das laute Pfeifen aufsteigender Raketen und die giftigen Rauchwolken belasten Umwelt und Tierwelt ebenso. Also keine halben Sachen. Dennoch: ein erster Schritt.“

Ähnlich sieht das ein Instagram-User: „Die meisten Feuerwerksbatterien sind aber auch nicht gerade leise. Warum nicht gleich Nägel mit Köpfen machen?“

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Für manche ist das private Böllern zudem eine Frage von Verantwortung: „Sauer verdientes Geld einfach unnötig in die Luft zu ballern ist nicht mehr zeitgemäß und sollte verboten werden.“ Andere hoffen auf konsequente Regeln – und deren Durchsetzung: „Hoffentlich wird es auch kontrolliert und bestraft. Besser wäre es deutschlandweit Böllern für Private zu verbieten.“

Böllerverbot in Heilbronn: Kritiker sorgen sich vor Überregulierung

Auf der anderen Seite stehen jene, die ein Verbot als übertrieben oder sogar gefährlich ansehen. Eine häufige Sorge betrifft die praktische Umsetzung: „Und wie wird das kontrolliert, soll man sich dann wieder gegenseitig anschwärzen wie bei Corona?“, merkt ein Nutzer unter dem Facebook-Beitrag der Stimme an.

Auch wirtschaftliche Gründe werden ins Feld geführt. Ein Kommentator stellt klar: „Niemals. Da geht eine gesamte Branche sonst pleite. (…) Sollte es in Deutschland verboten werden, wird alles über den Schwarzmarkt eingekauft oder im Ausland. (…) Dann wird’s umso gefährlicher.“

Viele Kommentatoren kritisieren eine vermeintliche Überregulierung: „Regelungswut in Deutschland. Noch eine Verordnung mehr (an die sich niemand hält).“ Andere sehen ein Verbot als Teil einer generellen Verbotskultur: „Jo, alles verbieten – darin sind wir mittlerweile Weltmeister.“ Ein Instagram-Schreiber merkt an: „Das Problem sind nicht Böller, sondern das Klientel.“

„Kümmert euch um richtige Verbrechen“ – Feuerwerk-Fans wollen sich Spaß nicht nehmen lassen

Auch der emotionale Stellenwert des Feuerwerks spielt eine Rolle: „Silvester ist genau wegen sowas da! In meinen Augen: ohne Feuerwerk gibt es kein Silvester.“ Ein anderer Facebook-Nutzer betont trotzig: „Ich werde das neue Jahr mit Silvester-Fontäne begrüßen. Und das lasse ich mir nicht nehmen.“ 

Mehrere Stimmen verweisen darauf, dass wichtigere Themen als Feuerwerksregeln auf der politischen Agenda stehen sollten: „Jedes Jahr im November die gleiche Leier. Deutschland hat ganz andere Probleme.“ Ein weiterer Kommentator meint: „Kümmert euch um richtige Verbrechen und nicht um Quatsch!“

Anmerkung der Redaktion: Die Orthografie der Kommentare wurde teilweise angepasst, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten. Dabei wurde darauf geachtet, den Inhalt der Aussagen nicht zu verändern.


Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben