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Heilbronn verbietet laute Böller an Silvester: So reagieren Händler und Gastronomen

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Per Allgemeinverfügung untersagt die Stadt Heilbronn erstmals Pyrotechnik mit Knallwirkung an Silvester – um Menschen und Tiere vor Lärm zu schützen. Das kommt nicht überall gut an.


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Die Stadt Heilbronn hat erstmals via Allgemeinverfügung ein Böllerverbot für Silvester erlassen. Das Verbot gilt für Pyrotechnik, die nur auf eine Knallwirkung ausgelegt ist. Darunter fallen etwa Böller, Kanonenschläge, Knallketten und -frösche. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf zunehmende Beschwerden über Lärmbelästigung zum Jahreswechsel.

Böllerverbot stößt in Heilbronn auf gemischte Reaktionen

„Damit leisten wir auch einen Beitrag zum Lärmschutz und zum Gesundheitsschutz für Menschen und Tiere“, wird Bürgermeisterin Agnes Christner in einer Pressemitteilung zitiert. Das Verbot gilt am 31. Dezember und 1. Januar sowie an allen übrigen Tagen im gesamten Stadtgebiet, außer in einem weniger besiedelten Bereich im nördlichen Industriegebiet zwischen Neckarkanal und Osthafen. Die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst werden das Böllerverbot kontrollieren, kündigt die Stadt an. Bei Verstoß droht eine Geldbuße.


In Heilbronn stößt das Böllerverbot auf gemischte Reaktionen. Gastronom Thomas Aurich spricht sich dagegen aus. Die Bürger würden „immer mehr bevormundet“, findet er. An den Tagen vor und nach dem Jahreswechsel befürworte er ein Verbot, an Silvester selbst sollten die Menschen und besonders die Kinder jedoch die Möglichkeit für schöne Momente bekommen. Die Diskussion bezeichnet er als Nebenschauplatz – es gebe weitaus drängendere Probleme. Überhaupt werde ein Verbot, so seine Vermutung, nicht viel ändern, solange die Knaller weiterhin verkauft werden.

Heilbronner Händler verzichten auf Feuerwerk – „Dem Tierwohl zuliebe“

Die Stadtinitiative befürwortet das Verbot. „Da stehen wir komplett dahinter“, sagt Vorsitzender Ergjan Terzici. Etwas zu verbieten sei zwar nicht immer die Lösung. Aber durch Böller sei es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Müll oder Beschädigungen an Schaufenstern in der Innenstadt gekommen. Die Stadtinitiative spreche sich weiterhin für Leuchtraketen aus, bei denen es um das Spektakel am Himmel geht. Auswirkungen auf den Feuerwerks-Verkauf befürchtet Terzici nicht. Wer Spaß am Böllern habe, werde andere Orte dafür finden. 

Manche Händler verzichten bereits seit Jahren auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern, darunter auch die Baumarkt-Kette Obi. Die Firma „will sich davon distanzieren“, gibt Nico Boelis, Gartencenterleiter in Heilbronn, an. Er persönlich sehe das Problem darin, dass oft schon in den Tagen vor Silvester geböllert wird. Für Menschen mit Haustieren sei das kritisch: „Die erschrecken sich dann“, sagt Boelis. 

Auch bei Edeka Ueltzhöfer, die unter anderem in Sontheim vertreten sind, gibt es bereits seit Jahren keine Raketen oder Böller zu kaufen. „Dies ist eine Entscheidung der Familie und des Führungsteams aus ökologischen Gründen, dem Tierwohl zuliebe, Vermeidung von Müll“, erklärt Geschäftsführer Steffen Ueltzhöfer. Wirtschaftlich sei das keine einfache Entscheidung, man sei aber überzeugt, dass es zur Ausrichtung des Unternehmens passe.


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