Gedränge am Heilbronner Bahnhof: Züge nach Stuttgart teils stark überfüllt
Wegen Bauarbeiten sind die Bahnverbindungen von Heilbronn nach Stuttgart ausgedünnt. Das führt dazu, dass in den Direktzügen für viele Fahrgäste Stehen angesagt ist.
Immerhin, pünktlich ist der RE8, der am Dienstagnachmittag um 17:10 Uhr am Heilbronner Bahnhof ankommt. Zum Glück, denn am Bahnsteig sieht man schon, dass das Einsteigen länger dauern wird. Wegen Bauarbeiten in Walheim sind die Bahnverbindungen zwischen Heilbronn und Stuttgart bis April stark ausgedünnt. Statt alle 20 Minuten fahren die Regionalexpress-Züge der Linie RE8 nur einmal die Stunde nach Stuttgart, der Mex18 endet in Lauffen.
Am Dienstag fiel zudem der Regionalexpress um 16:12 Uhr aus, laut Bahn-Angaben wegen kurzfristiger Krankheit des Zugpersonals. Dazu kommt, dass Betreiber Arverio aktuell nur mit kurzen Zügen fährt. Ein Teil der Flotte wird mit der Zugleittechnik ETCS ausgestattet, die für den neuen Stuttgarter Bahnhof S21 nötig ist.
Ärger über volle Züge zwischen Heilbronn und Stuttgart: „Kein Zustand mehr“
Weniger Verbindungen, kürzere Züge und Ausfälle: Wenig verwunderlich, dass sich am Bahnsteig in Heilbronn dutzende Menschen tummeln, die in den Zug um 17:12 Uhr wollen. „Was soll man dazu sagen?“, sagt eine 42-Jährige, die täglich zwischen Heilbronn und Stuttgart pendelt. „Es ist einfach kein Zustand mehr.“ Egal, zu welcher Uhrzeit sie fahre, irgendein Problem gebe es immer.
Tatsächlich ist der nächste Zug um 18:12 Uhr laut Anzeigetafel bereits verspätet und soll erst um 18:30 Uhr fahren. „Es wäre also gut, wenn ich den hier bekomme.“ Der Zeitraum der Baustelle sei eben nicht so kurz, dass man darüber hinwegsehen könnte, ärgert sich die Frau. „Wenn die eine fertig ist, fangen sie die nächste an.“
Eine andere Frau schimpft am Bahnsteig wüst ins Telefon – und lässt ihren Gesprächspartner wissen, dass sie lieber den langsameren Ersatzverkehr nimmt, als bis Stuttgart zu stehen.
Minutenlanges Einsteigen und Stehen bis nach Stuttgart: Pendler brauchen starke Nerven
Mit einem Zischen öffnen sich die Türen des Regionalexpress, nachdem er zum Stehen gekommen ist. Vor den Türen bilden sich Menschentrauben, die ins Innere strömen, nachdem alle ausgestiegen sind. Einige rennen von der einen Tür zur anderen.
Langsam schieben sich die Massen in den Zug, der Lokführer überwacht das Ganze und hilft an der ersten Tür nach. „Durchgehen, weiter durchgehen!“ Nach ein paar Minuten ist der Zug rappelvoll und auch die letzten sind an Bord, die Türen schließen sich. Viele Fahrgäste werden bis Stuttgart stehen müssen.
Mit einer Durchsage meldet sich das Zugpersonal beim Abfahren zu Wort: „Sehr geehrte Fahrgäste, bitte rücken Sie auf und nehmen Sie die Taschen von den Sitzen. Wir kriegen hier mindestens 235 Tonnen drauf – und davon sind wir noch weit entfernt.“
Als der RE abgefahren ist, steht an Gleis 5 noch der Mex18, der vorzeitig in Lauffen endet. Dieser ist im Gegensatz dazu quasi leer. Wer also nur nach Lauffen muss, sollte auf diese Züge ausweichen.
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