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Fahrgäste genervt von Zugausfällen und Ersatzverkehr im Raum Heilbronn

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Von Heilbronn fahren aktuell weniger Züge nach Stuttgart. Unterwegs kommt es zudem zu einem Ersatzverkehr – wie auch in Richtung Neckarsulm. Was Fahrgäste besonders stört. 


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Leonie Lece aus Mosbach und Ian Walderich aus Untereisesheim stehen mit langen Gesichtern am Heilbronner Bahnhof. Ein solcher Wochenstart ist nicht gerade erfreulich, auch wenn die beiden Studenten der DHBW Stuttgart schon vorher Bescheid wussten: Für ihre Fahrt mit dem ÖPNV von der Käthchenstadt bis zur Hochschule haben die beiden bis Anfang April deutlich weniger Züge zur Auswahl.

Wegen Bauarbeiten am Bahnhof in Walheim fährt der RE8 nur etwa mit einem Drittel der üblichen Frequenz. Und die Linien Metropolexpress (MEX) 12 und 18 sind zwischen Bietigheim und Lauffen unterbrochen. Neben den Zugausfällen ist also auch ein Ersatzverkehr im Einsatz

Zugausfälle und Ersatzverkehr: Längere Fahrt von Heilbronn nach Stuttgart

„Das ist einfach nervig“, sagt Lece. „Die ganzen Wege dauern einfach deutlich länger als sonst. Pro Tag verliere ich auf diese Weise eineinhalb Stunden.“ Sie stellt sich darauf ein, dass sie in den kommenden Wochen werktags von 5 bis 19 Uhr unterwegs sein wird.

Walderich hat auch wenig Verständnis für die Einschränkungen des Angebots: „Jahrelang hat die Bahn gefühlt nichts in die Infrastruktur investiert. Nun hat man den Eindruck, alles kommt auf einmal – und jede Fahrt dauert ewig.“ Die Taktung der Züge hält er für viel zu niedrig.

Mehrfacher Gleiswechsel des MEX 12 vor Ankunft in Heilbronn

Betrachtet man am Montagmorgen die Infotafeln an den Bahnsteigen am Heilbronner Bahnhof und achtet auf die Durchsagen, so kommt es immer wieder zu Änderungen. Zunächst soll der MEX 12 zwischen Lauffen und Heilbronn am Gleis drei eintreffen. Dann soll es Gleis vier sein. Letztendlich steht er, mit entsprechender Ankündigung, mit einigen Minuten Verspätung aber an Gleis zwei. Wer nicht aufmerksam ist, läuft Gefahr, seine Verbindung zu verpassen – so der Eindruck am Montagmorgen zumindest.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Ralph Scharrer gemacht. „Es lief chaotisch und mit mehreren Gleiswechseln ab“, berichtet der Lauffener. Abgesehen von überschaubaren Unstimmigkeiten und mäßiger Verspätung habe die MEX-Verbindung von Lauffen nach Heilbronn zwischen 8 und 8.30 Uhr aus seiner Sicht aber passabel funktioniert. Stefanie Appel aus Nordheim hat die gleiche Verbindung genutzt. Sie hat wenig Grund zu klagen.

Der Regionalexpress (RE) 8 ab Stuttgart um 6.57 Uhr bot am Montagmorgen wenig Platz und war spätestens ab Lauffen restlos überfüllt.
Der Regionalexpress (RE) 8 ab Stuttgart um 6.57 Uhr bot am Montagmorgen wenig Platz und war spätestens ab Lauffen restlos überfüllt.  Foto: Alexander Hettich

Geärgert hat sich hingegen Leon Schäfer aus Lauffen. Seiner Wahrnehmung nach war ein früherer MEX, der gegen 7 Uhr in Heilbronn angekommen ist, deutlich voller als sonst. Der Regionalexpress (RE) 8 ab Stuttgart um 6.57 Uhr sei viel zu kurz und spätestens ab Lauffen restlos überfüllt gewesen, berichtet ein weiterer Fahrgast.

Zu kleine Busse beim Ersatzverkehr zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall?

Auch zwischen Heilbronn, Neckarsulm und Bad Friedrichshall kommt es im ÖPNV in dieser Woche zu Einschränkungen. Noch bis Freitag, 13. Februar, fahren am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) nahe des Heilbronner Hauptbahnhofs Schienenersatzbusse. Die Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Osterburken ist gesperrt. 

Edith Knotz hat den Schienenersatzverkehr aus Richtung Norden nach Heilbronn am Montagmorgen genutzt. „Ich habe mich im Vorfeld gut informiert gefühlt und es hat alles prima geklappt“, sagt die Gundelsheimerin. Etwas kritischer sieht es Petra Guldi. Die Leingartenerin fährt erst nach Heilbronn – um von dort in dieser Woche mit dem Schienenersatzverkehr nach Neckarsulm zu gelangen. „Im vergangenen Herbst hat es ja schon mal diesen Ersatzverkehr gegeben. Das war schwierig. Die Busse waren meistens zu klein für die Menge der Fahrgäste.“

Ersatzverkehr Richtung Bad Friedrichshall: „Hälfte der Leute musste warten“

So sieht es auch Alexander Bertsch. Der Böckinger wartet am ZOB, um mit dem Ersatzverkehr an seinen Arbeitsplatz in Neckarsulm zu gelangen. „Gerade fuhr ein Bus weg. Da musste die Hälfte der Leute warten, weil nicht genug Platz gewesen ist. Ich verstehe nicht, warum die Verantwortlichen zu den Stoßzeiten die kleinen Busse fahren lassen – oder die Fahr-Frequenz nicht erhöhen.“ Das sei schon im vergangenen Herbst so gewesen. Bertsch ärgert sich: „Offenbar haben die Zuständigen nichts aus den damaligen Problemen gelernt.“

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