Heilbronner Hausverwaltung zum Müll-Chaos: „Kommunikation findet nicht statt!“
In Mehrfamilienhäusern ist die Zuordnung der neuen Tonnen vor allem im Landkreis Heilbronn schwierig. In der Stadt, so ein Verwalter, seien diese bereits korrekt zugeordnet. Aber dennoch stehen die Telefone nicht mehr still.
Beim teilweise holprig verlaufenden Behältertausch in Stadt und Landkreis Heilbronn melden sich nun die Hausverwalter zu Wort. Die Hausverwaltungen seien weder für die Bestellung der neuen Behälter noch für die Verteilung zuständig, erklärt Hans-Joachim Feuchter von der Heilbronner Hausverwaltung Labs & Ruoff. Man habe eine „Branchenlösung“ gesucht, aber nicht gefunden, bestätigt Verwalter-Kollegin Susanne Wezel.
Heilbronner Hausverwaltung: „Es fehlen jeweils klare Ansprechpartner“
Man habe die Kritik am neuen System schon im Landratsamt und im Heilbronner Rathaus vorgetragen. Die Kommunikation sei aber vor allem mit dem Landratsamt und in Teilen mit der Stadt „schlecht gelaufen“. „Es fehlen jeweils klare Ansprechpartner“, beklagt Feuchter. Man habe die Bestellungen mangels Alternative dann doch übernommen, und „jetzt haben wir den Ärger mit den Auslieferungen“. Weil weder klare Uhrzeiten vereinbart werden, noch im Landkreis klar sei, welcher Behälter wohin kommt, stelle dies die Hausverwaltungen „vor enorme Herausforderungen“.
Allerdings, hier gibt es auch dezentes Lob: Die Abfallwirtschaft der Stadt Heilbronn etikettiere die Behälter nach Vorgabe der Hausverwaltung und liefere diese bereits korrekt zugeordnet aus. Dadurch entfällt der mühsame und kostenintensive Prozess der Zuordnung vor Ort bei der Anlieferung.
Auch bei den Hausverwaltern stehen die Telefone nicht mehr still
Nicht nur die Service-Telefone von Stadt und Landkreis sind überlastet, auch bei den Hausverwaltern stehen die Telefone nicht mehr still. „50 bis 70 Prozent der Anrufe drehen sich um das Thema Müll“, so Feuchter. „Es geht um Falschbestellungen, Nicht-Auslieferungen, Nicht-Leerungen“, erklärt Susanne Wezel.
„Die Kommunikation der Ämter mit den Hausverwaltungen findet nicht statt“, bedauert Feuchter. Vieles wäre im Vorfeld besser regelbar gewesen, wenn es klare Ansprechpersonen gegeben hätte. In vielen Details habe man „keine eindeutigen Informationen“.
Zunächst hieß es beispielsweise, Eigentümer und Mieter in Wohnanlagen dürften Tonnen nicht selbst bestellen, nun sollten sie es bei der neuen gelben Tonne im Landkreis aber doch tun. Auch Rest- und Biotonnen seien in Wohnanlagen individuell bestellt worden, weil einzelne Haushalte nicht mehr bei den Sammelbehältern mitmachen wollen. „Jetzt haben wir teilweise Doppel-Bestellungen“.

Tonnentausch und Müll-Chaos: Verwalter vermissen „aktive Informationen“
Man habe auch nur „die üblichen Service-Nummern“, bei denen man nicht durchkomme. „Die Kontaktaufnahme erfolgt nicht und es gibt auch keine aktiven Informationen.“ Man sei es gewohnt, dass die „Partner der Immobilienwirtschaft“ zusammenarbeiten. „Wir haben ja nicht nur ein Interesse, wir vertreten 10.000.“
Sprich: Wenn die Hausverwaltungen in Stadt und Landkreis Eigentümer und Mieter im Vorfeld der Systemumstellung hätten umfassend informieren können, oder es jetzt zumindest spezielle Ansprechpersonen für Hausverwaltungen gäbe, wären viele Einzelrückfragen nicht mehr nötig. „Wir würden ja gerne Auskunft geben, wissen aber auch nicht mehr.“ Man sei „zum Puffer der Ämter“ geworden und bekomme nun den Ärger ab, weil es „zum Teil auch unterschiedliche Aussagen gibt“.
Mengenbezogene Abrechnung: Nächstes Müll-Chaos droht
Im kommenden Jahr, wenn die ersten Abrechnungen beim neuen, mengenbezogenen Müll-System ins Haus flattern, sei neuer Ärger programmiert: „Wir sind dann gespannt, wie wir die Kosten auf die einzelnen Parteien umlegen können, ohne dass es Probleme dabei gibt.“ Die Folge davon sei, dass in Mehrfamilienhäusern jetzt etliche Haushalte ihre eigenen Behälter bestellen. Dies schaffe zusätzliche Platzprobleme.
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