Gewinn des VW-Konzerns bricht fast um Hälfte ein – Bis 2030 sollen 50.000 Stellen wegfallen
Der VW-Konzern hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als 2024. Der Absatz hingegen sank nur leicht, dafür belasten andere Faktoren Europas größten Autobauer.
Der VW-Konzern hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf 321,9 Milliarden Euro. Beim operativen Gewinn – also vor Steuern und Zinsen – sackte das Ergebnis um 53,5 Prozent auf 8,87 Milliarden Euro ab. Die operative Umsatzrendite betrug nur noch 2,8 Prozent (Vorjahr: 5,9 Prozent). Nach Steuern bleibt den Wolfsburger ein Gewinn von 6,9 Milliarden Euro, das sind 44,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Zuletzt drückten vor allem US-Zölle, die harte Konkurrenz in China sowie Probleme bei den einstigen Ertragsperlen Audi und Porsche aufs Geschäft. Für die US-Zölle musste der Konzern an die fünf Milliarden Euro aufwenden. Und allein bei der Tochter Porsche kostet der Strategieschwenk auf eine Verlängerung der Modelle mit Verbrennungsmotor einen Milliardenbetrag. Der Audi-Konzern (inklusive Bentley, Lamborghini und Ducati verzeichnete beim Umsatz ein Plus von 1,5 Prozent auf 65,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis sank um 14,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro (Rendite: 5,1 Prozent). Porsche verzeichnet ein Ergebnis von gerade einmal 90 Millionen Euro, 2024 waren es noch 5,3 Milliarden Euro.
Konzernchef Oliver Blume sieht den VW-Konzern dennoch auf einem guten Weg. "Das starke vierte Quartal stimmt uns zuversichtlich", sagte Blume bei der Bilanzvorlage am Dienstag. Auch die Sparprogramme der einzelnen Marken würden ihre Wirkung entfalten. "Bis 2030 wollen wir dadurch jedes Jahr sechs Milliarden Euro einsparen", so Blume. "Unsere Ambition für 2030 sind acht bis zehn Prozent operative Umsatzrendite."
VW-Konzern: Bis zu 50.000 Stellen sollen wegfallen
Dafür plant man in Wolfsburg weitere Stellenstreichungen in Deutschland. „Insgesamt sollen bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden“, erklärte Vorstandschef Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre. Die Zahl bezieht sich auf den gesamten Konzern in Deutschland. Bereits Ende 2024 hatte das Unternehmen angekündigt, bei der Kernmarke VW bis 2030 rund 35.000 Stellen abzubauen. Bei Audi sollen bis Ende des Jahrzehnts an deutschen Standorten 7500 Jobs abgebaut werden. Die Tarifeinigung mit der IG Metall sieht vor, dass es bei der Kernmarke bis Ende 2030 keine betriebsbedingten Kündigungen geben darf, bei Audi bis Ende 2033.
VW-Konzern: Minus in China und den USA – Zuwächse in Europa
Während der Gewinn deutlich eingebrochen ist, sank der Absatz nicht so stark. Über alle Marken ist die Zahl der Auslieferungen des VW-Konzerns im vergangenen Jahr weltweit um 0,5 Prozent auf 8,99 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen.
„China sowie die Zölle und der Entfall der Elektro-Förderung in den USA haben unser Geschäft beeinträchtigt“, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern führt. In China, wo der Konzern mit dem harten Preiswettbewerb lokaler Elektroautoanbieter kämpft, wurden 2025 noch 2,69 Millionen Fahrzeuge übergeben, acht Prozent weniger als im Vorjahr.
In Nordamerika sackte die Zahl der Auslieferungen um 10,4 Prozent auf 946.800 Fahrzeuge ab. In Europa legte der Konzern dagegen deutlich zu. 3,38 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken wurden hier ausgeliefert, 3,8 Prozent mehr als 2024. Ein dickes Plus verzeichnete Europas größter Autobauer bei den ausgelieferten E-Autos: Der Absatz der Stromer stieg um fast ein Drittel auf 983.100 Fahrzeuge.
VW-Konzern: 2026 steht im Zeichen kleiner und günstiger E-Autos
Das Angebot an W-Autos will der VW-Konzern in diesem Jahr deutlich ausbauen, dabei stehen kleinere und vor allem günstigere Stromer im Mittelpunkt. Bis 2027 sollen insgesamt fünf kleine E-Autos von Volkswagen, Skoda und Cupra auf den Markt kommen. Technisch basieren sie allesamt auf einer weiterentwickelten Version des Modularen Elektro-Baukastens (MEB+).
Den Anfang macht im April der Raval der spanischen VW-Tochter Cupra. „Der Cupra Raval wird der nächste Gamechanger. Wir haben auf etwas mehr als vier Meter Länge alles gepackt, wofür unsere Marke steht“, sagt Deutschland-Chef Buk im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Als Einstiegspreis nennt das Unternehmen 25.950 Euro.
Ebenfalls ab April wird als weiterer kleiner Stromer der VW ID.Polo bestellbar sein. Für ihn ist ein Basispreis von knapp unter 25.000 Euro angepeilt. Später im Jahr folgen dann noch der VW ID.Cross und der Skoda Epiq. Im nächsten Jahr kommt dann der kleinste Stromer von VW: Eventuell könnte er ID.Up heißen. Jedenfalls ist ein Preis um die 20.000 Euro angepeilt.
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