Lidl muss sich vor dem Landgericht Heilbronn wegen Werbeaktion verantworten
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Lidl wegen einer umstrittenen Rabattaktion verklagt. Die Angebotswerbung sei wettbewerbswidrig und führe Verbraucher in die Irre, heißt es in der Klageschrift. Der Fall wird ab 19. Februar vor dem Landgericht Heilbronn verhandelt.
Die Verbraucherschützer aus Hamburg wollen mit der Unterlassungsklage erreichen, dass Lidl nicht mehr mit dem Slogan „Sofort dauerhaft 500 Produkte günstiger“ werben darf. Zum Hintergrund: Lidl hatte Ende Mai 2025 angekündigt, mehr als 500 Einzelartikel im Sortiment dauerhaft im Preis zu senken. Der Lebensmittelhändler warb mit der „größten Preissenkung seiner Geschichte“. Einzelne Artikel würden um bis zu 35 Prozent reduziert. Welche Produkte genau günstiger werden sollten, ließ Lidl jedoch offen.
Experte zu Lidl-Werbeaktion: „Völlig unklar, welche Produkte im Preis reduziert werden“
Armin Valet, Lebensmittel-Experte von der Verbraucherzentrale Hamburg, kritisiert das: „Es ist völlig unklar, welche Produkte im Preis sofort dauerhaft reduziert wurden. Wer mit so konkreten Zahlen und Versprechen wirbt, muss sie auch belegen.“ Eine vollständige Liste liege aber nicht vor. Die beworbenen Preisreduzierungen glichen die enormen Preissteigerungen der vergangenen Jahre bei Weitem nicht aus. Die Kunden seien auf klare und verlässliche Informationen angewiesen.
Zuvor war die Werbeaktion bereits kritisiert worden – auch von Handelsexperten wie Stephan Rüschen. Der Professor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn nannte die Lidl-Werbung „unglücklich“. Er hatte in einer Filiale nachgezählt und war dabei nur auf etwa 300 Artikel gekommen. Der Spareffekt sei deutlich geringer als Verbraucher annahmen, wenn sie die Werbebotschaft hören, sagte Rüschen.
Neckarsulmer Discounter Lidl hat die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen
Lidl hat die Vorwürfe in der Vergangenheit bereits mehrfach zurückgewiesen. Das Unternehmen erklärte etwa, die Zahl 500 beziehe sich auf die Anzahl der in Deutschland reduzierten Einzelartikel. Die Aktion umfasse sowohl bundesweite als auch regionale Preisanpassungen. Die Verbraucherschützer monieren, dass diese Angaben für Kunden ausschließlich in einer Fußnote zu finden seien. Außerdem gab es Kritik, dass die Preissenkungen nur den Druck auf Lieferanten steigern würden.

Lidl und Aldi liefern sich aktuell einen Preiskampf bei der Schokolade
Erst Butter, jetzt Schokolade. Deutschlands führende Discounter liefern sich einen Preiskampf bei Schokolade. Aldi Süd und Aldi Nord haben unlängst die Preise für Schokolade der Eigenmarken teils deutlich gesenkt. Für etwa 30 Produkte der Aldi-Eigenmarken Choceur und Moser Roth hat der Discounter die Preise um bis zu 50 Prozent reduziert, die meisten Schokoladenprodukte wurden aber um 10 bis 20 Cent pro Packung gesenkt. Der Rivale Lidl der Schwarz-Gruppe konterte den Aldi-Vorstoß umgehend. Der Discounter aus Bad Wimpfen reduzierte die Preise für einen Großteil seiner Schokoladen-Eigenmarken um bis zu 25 Prozent.
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