Audi-Absatz sinkt im ersten Quartal – schwaches Geschäft in China und den USA
Trotz der laufenden Modelloffensive ist der Absatz von Audi im ersten Quartal gesunken. Lichtblicke waren der Markt in Europa sowie die Fahrzeuge des Standorts Neckarsulm.
Bei Audi ist aktuell keine Trendwende erkennbar: Im ersten Quartal sank die Zahl der weltweiten Auslieferungen um 6,1 Prozent auf rund 360.000 Fahrzeuge. „Dennoch konnten wir den globalen Marktanteil stabil halten“, teilt eine Audi-Sprecherin auf Nachfrage mit.
Audi-Absatz 2026 unter Druck: Schwäche in China und USA belastet Wachstum
Maßgeblich für den Rückgang sind die schwachen Geschäfte auf den weltgrößten Automärkten China und den USA. Im Reich der Mitte lieferte der Autobauer 127.109 Fahrzeuge aus, ein Minus von zwölf Prozent. In den USA ging es sogar um 27 Prozent auf rund 35.500 Einheiten nach unten. Dort belasten die seit einem Jahr geltenden Zölle auf importierte Neuwagen.
Ein Lichtblick war Europa (ohne Deutschland) mit einem Plus von 5,9 Prozent auf 123.724 Fahrzeuge, in Deutschland ging es mit mehr als 50.000 Autos rund vier Prozent nach oben.
Besonders gefragt waren im ersten Quartal Modelle mit Plug-in-Hybrid – von ihnen wurden mehr als 30.000 ausgeliefert (plus 160 Prozent). Weniger nachgefragt waren hingegen die vollelektrischen Fahrzeuge: Die Zahl der E-Autos ging um neun Prozent auf 42.000 Auslieferungen zurück.
Audi: Modelle aus Neckarsulm gut nachgefragt im ersten Quartal
Von Januar bis März hat Audi mehr als 39.000 Fahrzeuge des Standorts Neckarsulm ausgeliefert, das sind rund sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zudem sei der Vorverkauf des neuen RS 5 der Audi Sport GmbH aus Neckarsulm „sehr erfolgreich gestartet“. In diesem Jahr folgt von der Tochterfirma der nächste RS 6.
Audi: Diese neuen Modelle werden 2026 vorgestellt
Seit Frühjahr 2024 hat Audi bereits 20 neue Modelle auf den Markt gebracht, weitere werden in diesem Jahr folgen. Wichtigste Neuheit ist ein vollelektrisches Einstiegsmodell für um die 40.000 Euro. „Wir haben zugehört: Unsere Kundinnen und Kunden wünschen sich elektrische Mobilität, die im Alltag überzeugt. Der A2 E-Tron ist unser Versprechen, genau das zu liefern – effizient, kompakt und selbstbewusst“, sagte Audi-Chef Gernot Döllner. „Wir machen den Einstieg in die elektrische Audi-Welt einfacher und relevanter denn je.“
Besonders hohe Margen erwirtschaftet Audi mit seinen SUV-Modellen. So startet in diesem Jahr unter anderem die neue Generation des Q7. Aber auch über dem Q7 sieht die VW-Tochter noch Platz für ein weiteres Fahrzeug. Und da der A8 aus Neckarsulm in diesem Jahr ausläuft und der Nachfolger erst 2028 startet, füllt Audi die Lücke in der Oberklasse anders aus. „Aktuell ist zu beobachten, dass SUVs in diesem Segment sehr beliebt sind. Wir bieten mit dem Audi Q9 im Lauf des Jahres eine adäquate Antwort auf die Nachfrage“, sagt Audis Vertriebs- und Marketingvorstand Marco Schubert im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Zudem erhält das Elektro-SUV Q4 E-Tron eine Auffrischung.
Audi: Absatz, Umsatz, Rendite – das sind die Ziele für 2026
Seine Finanzzahlen für das erste Quartal meldet Audi erst in ein paar Wochen. Die Ziele fürs laufende Jahr hat sich der Autobauer bereits gesteckt: Den Umsatz taxiert die VW-Tochter 2026 zwischen 63 und 68 Milliarden Euro, bei der operativen Rendite sind sechs bis acht Prozent angepeilt. Beim Absatz erwartet man in Ingolstadt und Neckarsulm etwa 1,65 bis 1,75 Millionen Einheiten.
VW-Konzern: Auslieferungen sinken, Marktanteil stabil
Über alle Marken hinweg hat der VW-Konzern im ersten Quartal mit 2,05 Millionen Einheiten vier Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr. "Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch weitgehend stabil gehalten", sagt Marco Schubert, Mitglied der erweiterten Konzernleitung, und Audi-Vorstand für Vertrieb und Marketing. In China sank der Absatz um fast 15 Prozent, in den USA um 13,3 Prozent.
Besser lief es in Europa mit einem Plus von 4,2 Prozent. Dort ist der Auftragsbestand gegenüber dem Jahresende 2025 um 15 Prozent gestiegen. Betrachtet man die verschiedenen Marken von Europas größtem Autobauer, sind fast alle im Minus. Allein Skoda verzeichnet weiterhin einen Aufwärtstrend mit einem Plus von 14 Prozent auf 271.900 Auslieferungen.
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