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Vor der Jahrespressekonferenz bei Audi: Viele offene Fragen beim Autobauer

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Im Audi-Konzern ist der Gewinn im vergangenen Jahr gesunken, aber nicht so stark, wie es teilweise erwartet wurde. Offen ist nach wie vor, ob es nun ein Werk in den USA geben wird und welche Modelle künftig in Neckarsulm gefertigt werden.


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Aktuell stellen die Marken des VW-Konzerns ihre Finanzergebnisse für das vergangene Jahr vor. Im Gesamtkonzern ist der Gewinn 2025 um fast die Hälfte eingebrochen, bis 2030 sollen in Deutschland 50.000 Stellen wegfallen. Ausschlaggebend für die schlechten Ergebnisse ist unter anderem die einstige Ertragsperle Porsche: Die Stuttgarter haben im vergangenen Jahr kaum noch Geld verdient.

Viele offene Fragen bei Audi vor der Jahrespressekonferenz

Besser als erwartet hat sich der Audi-Konzern 2025 entwickelt. Zu der Markengruppe gehören neben Audi auch Lamborghini, Bentley und Ducati. Der Umsatz ist trotz gesunkener Auslieferungen geringfügig um 1,5 Prozent auf 65,5 Milliarden Euro gestiegen. Das liegt ersten Angaben zufolge unter anderem am höheren Anteil vollelektrischer Modelle, die im Schnitt mehr kosten als Modelle mit Verbrenner. Der operative Gewinn – also das Ergebnis vor Steuern und Zinsen – sank um 13,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.

Das ist trotz der hohen Aufwendungen für die US-Zölle und des schwachen Geschäfts in China mehr, als einige Branchenexperten erwartet hatten. Die operative Umsatzrendite lag bei 5,1 Prozent (Vorjahr: sechs Prozent). Das ist besser als viele Analysten angenommen haben, aber weit weg von den zweistelligen Renditen, die sich der Audi-Konzern mittel- und langfristig vorgenommen hat.

Seine kompletten Zahlen gibt Audi an diesem Dienstag (17. März) bei seiner Jahrespressekonferenz am Stammsitz in Ingolstadt bekannt.

Audi befindet sich in der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte

„Audi vollzieht gerade eine umfassende Neustrukturierung und befindet sich mitten in der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte“, sagte Konzernchef Oliver Blume bei der Vorlage der Bilanz am vergangenen Dienstag (10. Märt). Allerdings zündet die Modelloffensive mit mittlerweile weit mehr als 20 Neuheiten bisher nicht. Nach dem ohnehin schon schwachen Jahr 2024, musste Audi für 2025 beim Absatz erneut einen Rückgang um 2,9 Prozent auf 1,62 Millionen Autos vermelden. Allerdings, so heißt es aus dem Unternehmen, sei der Auftragseingang zuletzt deutlich gestiegen.

Der Audi-Konzern hat seinen Umsatz trotz gesunkener Auslieferungen leicht steigern können.
Der Audi-Konzern hat seinen Umsatz trotz gesunkener Auslieferungen leicht steigern können.  Foto: Sven Hoppe

Audi: "Werk in den USA ist noch nicht vom Tisch"

Besonders schlecht lief es für Audi 2025 in den USA. Dort sank die Zahl der Auslieferungen um 12,2 Prozent auf rund 202.000 Einheiten. „Audi ist auf einem guten Weg und ich sehe vor allem in den USA Wachstumschancen für die Marke", sagte Konzernchef Blume unlängst. Ein Werk in den Staaten sei noch nicht vom Tisch, allerdings käme es nur in Frage, „wenn damit verbundene Investitionen mit bereits bezahlten Zöllen verrechnet würden“. Ohne Zusagen der US-Regierung ist eine Entscheidung allerdings wieder nach hinten gerückt. Ein Ja oder Nein wird es daher von Audi-CEO Gernot Döllner am Dienstag sicher nicht geben.

Audi: Welche Modelle werden künftig in Neckarsulm gebaut?

Offen ist nach wie vor, wie künftige Werkbelegung aussehen wird, also welches Modell an welchem Standort gebaut wird. Aktuell ist der Audi-Standort Neckarsulm dank der neuen Baureihen A5 und A6 deutlich besser ausgelastet als in den vergangenen Jahren. Wie die Heilbronner Stimme recherchiert hat, geht man bei Audi intern allerdings davon aus, dass die Nachfrage für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zum Ende des Jahrzehnts hin deutlich nachlassen wird.

Daher kämpfen die Verantwortlichen am Standort um ein volumenstarkes E-Auto. Der Elektro-Sportwagen, der ab 2027 in Heilbronn gefertigt wird, ist zwar wichtig fürs Image, wird aber nicht die erforderlichen Stückzahlen bringen, um Audi in der Region mittelfristig auszulasten. Hinzu kommt, dass die Entscheidung, die zweite Generation des A6 E-Tron ab 2030 in Neckarsulm zu bauen, nun hinfällig sein könnte. Im Zuge der Zukunftsvereinbarung aus dem Frühjahr wurde festgeschrieben, dass eine Belegung von A4 E-Tron und A6 E-Tron ab etwa 2030 am Standort Ingolstadt geplant ist – „unter der Voraussetzung, dass die strategische Kapazitätslücke am Standort Neckarsulm aufgefüllt werden kann“. Wie und mit welchem Auto das der Fall sein soll, diese Antwort ist Audi-CEO Gernot Döllner bislang schuldig geblieben. Ob er am Dienstag eine konkrete Aussage dazu machen wird, ist mehr als fraglich, da hinter den Kulissen immer noch verhandelt wird.

 

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