Audi-Betriebsratschef wünscht sich wieder eine Frau im Vorstand
Bei Audi gehören seit vergangenem Jahr nur noch Männer dem Vorstand an. Geht es nach dem Betriebsrat, soll sich das in Zukunft wieder ändern.
Bei Audi hat es in den vergangenen Jahren unzählige Wechsel im Vorstand gegeben. Tiefgreifendste Veränderung war im September 2023 die Ernennung von Gernot Döllner zum CEO des Autobauers. Die meisten Veränderungen hat es in den vergangenen zehn Jahren in der Technischen Entwicklung gegeben. Ab sofort trägt dort Rouven Mohr die Verantwortung, er bleibt zunächst auch weiterhin Technikchef der Audi-Tochter Lamborghini.
Seit den Abgängen von Hildegard Wortmann (Vertrieb und Marketing) und Renate Vachenauer (Beschaffung) besteht der Vorstand von Audi seit dem vergangenen Jahr nur noch aus Männern.
Audi-Betriebsrat: „Haben uns für Frauen als Nachbesetzung eingesetzt“
Sind Frauen im Vorstand nicht gewünscht?. „Aus der Sicht der Arbeitnehmervertreter ist das Gegenteil der Fall. „Wir haben uns als Vertretung der Beschäftigten im Aufsichtsrat bei allen anstehenden Besetzungen dafür eingesetzt, dass Frauen berücksichtigt werden. Und wenn es um die Neubesetzung von Vorstandsposten ging, waren Frauen immer wieder in der Auswahl“, sagte Jörg Schlagbauer, Gesamtbetriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratschef, im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“. Zuletzt haben sich aber immer Männer durchgesetzt. „Unser Ziel ist es aber nach wie vor, bei den nächsten anstehenden Besetzungen wieder eine Frau für den Audi-Vorstand zu gewinnen“, so Schlagbauer.
Und diese Person könne direkt aus dem Unternehmen kommen. Der Betriebsrat sei schon immer für mehr Frauen im Audi-Vorstand gewesen. „Zu der Philosophie passt ja auch, dass der bei Audi groß gewordene Manager Mohr jetzt wieder zu uns kommt“, betont Jörg Schlagbauer. „Wir haben eine exzellente Mann- und Frauschaft bei Audi. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich darunter Kandidatinnen und Kandidaten befinden, denen man in Zukunft ein Vorstandsressort anvertrauen kann.“

Audi: Immer wieder fällt der Name Yvonne Bettkober als Kandidatin
Wenn es um eine Frau im Vorstand geht, fällt bei Audi intern immer wieder der Name Yvonne Bettkober. Die Topmanagerin hat mehr als 20 Jahre internationale Führungserfahrung – unter anderem war Bettkober für Microsoft und Amazon tätig. Zuletzt leitete die 51-Jährige die Transformation im VW-Konzern und bei der Softwaretochter Cariad. Seit 1. März 2025 ist Yvonne Bettkober Chief Transformation Officer der Audi AG und berichtet direkt an Vorstandschef Gernot Döllner.
„Audi hat viel erreicht, muss sich jetzt aber ein Stück weit wieder neu erfinden, um diesen Stolz zu bewahren. Ich habe schon Respekt vor der großen Aufgabe. Aber seit meinem Start im März ist bis heute viel erreicht worden, allen voran die Zukunftsvereinbarung und die neue Strategie“, sagte Bettkober Ende vergangenen Jahres im Interview mit der Heilbronner Stimme. „Das gesamte Unternehmen und alle Beschäftigten haben nun klare Leitplanken, wohin Audi in Zukunft steuert.“
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