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Vom Dauer-Aufsteiger zum Schlusslicht: Darum kriselt es beim VfR Heilbronn

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Mit Erreichen der Fußball-Verbandsliga ist beim erfolgsverwöhnten VfR Heilbronn der Wurm drin. Eine Suche nach den Ursachen für das unerwartete Abschneiden.


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Seit seiner Neugründung im Frühjahr 2018 surft der VfR Heilbronn auf einer Erfolgswelle, feiert Aufstieg um Aufstieg – und spielt seit der Saison 2024/2025 in der Fußball-Verbandsliga Württemberg. Einer Liga, die den bis dato so leichtfüßig nach oben spazierenden Schwarzweißen allerhand abverlangt. Die Premiere in der Sechstklassigkeit endet noch mit Rang neun, 2025/2026 hingegen deutet sich ein Fiasko an: Als Schlusslicht geht der VfR in seine letzten zwölf Spiele. Zeit, um Fragen zu beantworten.

Warum tut sich der VfR Heilbronn in der Verbandsliga so schwer? Eindeutig wegen der jeweiligen Vorsaison. In sein erstes Jahr der Sechstklassigkeit geht der VfR erst nach gemeisterter Aufstiegsrelegation. Dadurch fehlt ihm aufgrund der Ungewissheit über Landes- oder Verbandsliga wichtige Kaderplanungszeit. Und das Szenario wiederholt er in der Folgesaison, tütet den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag ein. Während andere schon längst Kontakte knüpfen können, schaut der VfR in die Transferröhre.

Welchen Einfluss hat die Trainerfluktuation des VfR Heilbronn auf die Tabelle? Einen großen, wie sich retroperspektivisch bestätigt. Markus Lang hat als Konstante in der ersten Verbandsliga-Saison die Klasse gehalten. Gehen muss er, als der VfR in der Folgespielzeit Drittletzter ist. Nach einer Interimsauftritt von Teammanager Zdenko Juric und Co-Trainer Matteo Battista übernimmt Manuel Fischer den 15. – und führt ihn auf den letzten Tabellenplatz. Seine Bilanz: vier Punkte aus acht Partien.

Manuel Fischer hat als Trainer den VfR Heilbronn auf den letzten Tabellenplatz geführt.
Manuel Fischer hat als Trainer den VfR Heilbronn auf den letzten Tabellenplatz geführt.  Foto: Altinkaya, Adnan

Kader-Zusammenstellung des VfR Heilbronn gilt als Problem im Abstiegskampf

Was sind die Gründe für den tabellarischen Absturz des VfR Heilbronn? Trotz aller Trainerdiskussion gilt unbestritten das nach einer 3:0 Führung noch verlorene Hinspiel gegen die Young Boys Reutlingen als Auslöser der spielerischen Krise. Später kommt aber doch wieder Ex-Bundesliga-Spieler Manuel Fischer ins Spiel. Anstatt das ihm zur Verfügung stehende, durchaus sensible Spielermaterial aufzubauen, setzt er auf Peitsche ohne Zuckerbrot. Um dann beim VfR seinen TSV-Weilimdorf-Abgang zu wiederholen.

Was hat die Kader-Zusammenstellung mit der Ist-Situation zu tun? Wer auch immer den Kader beim VfR zusammengestellt hat, beweist kein glückliches Händchen. Denn obwohl seit der Trennung von Mirco Born kein Spieler mehr zweistellig getroffen hat, wird statt eines Torjäger-Transfers das Mittelfeld mit Neuzugängen überschwemmt. Hinzu kommen in Person von Denis Zagaria und Erdal Öztürk zwei Akteure, die als hoffnungsvolle Verstärkungen gehandelt wurden, aber längst nicht mehr existent sind.

Seit dem Abgang von Mirco Born fehlt dem VfR Heilbronn ein Stürmer, der in einer Saison zweistellig trifft.
Seit dem Abgang von Mirco Born fehlt dem VfR Heilbronn ein Stürmer, der in einer Saison zweistellig trifft.  Foto: Altinkaya, Adnan

VfR Heilbronn hat eine interne Baustelle, die den Klassenerhalt kosten könnte

Was stimmt im Kader des VfR Heilbronn sonst nicht? Offensichtlich ist, dass die Mannschaft nicht als geschlossene Einheit auftritt. Nachwuchsspieler treffen auf gestandene Akteure, bei denen teilweise die Nerven blank liegen. Wegen der anhaltenden Pechsträhne wird das durch gegenseitige Schuldzuweisungen sowohl während des Trainings als auch in Pflichtspielen zum Pulverfass. Es ist eine interne Baustelle, die der schwarzweißen Hauptverkehrsader derzeit fast jeglichen Spielfluss entzieht.

Wie kann der VfR Heilbronn jetzt noch die Kurve kriegen? Indem er trotz der jüngsten zwei Niederlagen den Kopf nicht in den Sand steckt, sondern sich stattdessen seiner eigenen Fähigkeiten besinnt – bis zur letzten Spielminute kämpft. Und zwar nicht als Ansammlung von Individualisten, sondern als Kollektiv. Trainer Andreas Lechner kann bei dessen Formung außerdem gänzlich „ohne Druck“ agieren, denn er trägt laut Vorstandschaft keine Schuld, sollte es zu einem Abstieg in die Landesliga kommen. 

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