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Kein „Impact“ von Bouanani, Chema und Co.? Die Transferbilanz des VfB Stuttgart 

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Fans des VfB Stuttgart diskutieren, welche der sieben Sommertransfer erfolgreich waren. Die Heilbronner Stimme zieht eine Zwischenbilanz: Nur ein Spieler überzeugt nicht.


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Der VfB Stuttgart hat sich im Winter bislang erst einmal verstärkt. Jeremy Arevalo kam aus der zweiten Liga Spaniens zu den Schwaben und hat bislang auf zwei Kurzeinsätze. Weitere Transfers sind nicht geplant, äußerte Fabian Wohlgemuth kürzlich, obwohl es unter anderem um Grischa Prömel von der TSG Hoffenheim Gerüchte gibt.

Der Kader ist breit genug, mit den bisherigen Verstärkungen der Saison, also auch den sieben Sommertransfers ist der VfB Stuttgart zufrieden. Im Netz hingegen kam zuletzt vermehrt die Frage auf, ob die neuen Spieler wirklich schon eingeschlagen sind. Ein VfB-Fan erzählt von einer Gesprächsrunde, in der nach der es um „wirksame Transfers der Runde“ ging. „Einer fragt: Wer außer El Bilal hat einen großen Impact und Startelfanspruch?“, wird im X-Post von „Stuttgart International“ und weiteren Fankreisen gefragt. 

Sieben VfB-Neuzugänge im Sommer – waren die Millionenausgaben sinnvoll?

Klar ist: Der VfB Stuttgart hat durch die Abgänge von Nick Woltemade und Enzo Millot einige Millionen Euro eingenommen, allerdings auch rund 60 Millionen Euro ausgegeben. Dafür kamen insgesamt sieben Spieler, darunter mit Noah Darvich und Lazar Jovanovic zwei junge Talente, die langsam entwickelt werden müssen. Chema Andres gehört ebenfalls dazu. 


Mit Lorenz Assignon, Tiago Tomas, Bilal El Khannouss und Badredine Bouanani kamen zudem noch vier gestandene Profis. Doch wie schlagen sich die Neuen des VfB Stuttgart? Zahlen sich die getätigten, sieben Sommer-Transfers aus und hat Fabian Wohlgemuth das ein goldenes Händchen oder sind es eher Flop-Finger?

Drei neue Talente beim VfB Stuttgart: Geringe Ablöse, viel Potenzial

Darvich und Jovanovic wurden als Spieler für die Zukunft eingekauft. Jovanovic glänzte in der Vorbereitung, kam bisher allerdings nur auf je drei Kurzeinsätze in der Bundesliga und Europa League. Der Serbe bringt Tempo und Dribblingstärke mit, ist aber eben noch jung. Der Sprung von Belgrad nach Stuttgart ist groß, doch Jovanovic hat Potenzial, dass es zu entwickeln gilt. 

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Gleiches gilt für Darvich, der vom FC Barcelona kam und mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Den deutschen U-Nationalspieler kann man getrost als No-Brainer bezeichnen, denn für rund eine Millionen Euro Ablöse, geht der VfB Stuttgart kein Risiko ein. Auch hier spielt die Zeit eine Rolle. Darvich ist 19 Jahre alt, darf – anders als Jovanovic – aber in der dritten Liga spielen. Dort konnte er zuletzt sein Potenzial zeigen. In elf Spielen traf er dreimal und bereitete ein Tor vor. 

Der dritte, noch als Talent beschrieben Spieler ist Chema Andres. Im defensiven Mittelfeld hatte er in einer Phase der Hinrunde die Nase vor Kapitän Atakan Karazor, der überspielt wirkte. Chema machte einen guten Job, meistens. „Er wird für uns wichtig bleiben in den nächsten Wochen und Monaten“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß kürzlich, verwies aber auch auf den normalen Verlauf einer Entwicklung bei jungen Spielern. Chema hat jedoch bereits gezeigt, dass er ein guter Einkauf war – und warum Real Madrid die Rückkaufklausel integriert hat. Fazit: Billiger Einkauf, enormes Potenzial, aktuell hinter einem starken Karazor aber auf der Bank.

Assignon, El Khannouss, Tomas – erfahrene Neuzugänge liefern beim VfB Stuttgart

Die Talente sind keine großen Investitionen, müssen sich aber alle erst entwickeln. Und die Millionen-Einkäufe? Tiago Tomas kam etwas überraschend wieder zum VfB Stuttgart zurück – und hat immer wieder gezeigt, dass er helfen kann. Der Offensivmann ist vielseitig einsetzbar, kennt die Bundesliga und den VfB Stuttgart. Problem bei Tomas: Er ist derzeit verletzt. Die variable Offensivwaffe kam in 20 Spielen zum Einsatz und traf viermal. 

Lorenz Assignon sollte eine der wohl größten Baustellen der abgelaufenen Saison schließen: Die rechte Abwehrseite. Der Franzose kostete den VfB Stuttgart 12 Millionen Euro und sitzt zuletzt meist auf der Bank. Josha Vagnoman bekam vor allem im neuen Jahr den Vorzug. Aber: Assignon bleibt der bessere Rechtsverteidiger, was er mehrfach gezeigt hat. Offensiv hat Vagnoman bislang allerdings mehr geliefert. Vier Vorlagen und zwei Tore, während Assignon nur ein Tor und zwei Vorlagen auf dem Konto hat. Defensiv wirkt Assignon stabiler, hat etwas mehr Biss, steckt allerdings auch ein einem Formtief. Gut für den VfB Stuttgart, wenn beide Rechtsverteidiger fit sind. 

Bilal El Khannouss bedarf nicht vieler Worte. Er kam als Königstransfer und ist für den VfB Stuttgart ein großer Faktor. Zwar hatte auch der Marokkaner schwächere Spiele, ist aber die erhoffte Verstärkung. Torgefährlich, immer wieder mit guten Ideen und starken Pässen. Auf die Rückkehr nach dem Afrika Cup freuen sich der VfB und die Fans.

Transferbilanz des VfB Stuttgart: Bouanani hinter den Erwartungen

Bleibt noch Badredine Bouanani. Der Rechtsaußen kann mehr, als er bisher gezeigt hat. Aber: Weil Jamie Leweling und aktuell auch Chris Führich in Topform sind, kommt nur auf Kurzeinsätze. Wenn Tomas zurück ist, wird es nicht besser. Dennoch traf er zweimal in der Europa League, blieb aber auch öfters blass bei seinen Einsätzen. Aktuell der einzige Neuzugang, der noch nicht regelmäßig geliefert hat. Jedoch darf man nicht vergessen, dass er ebenfalls erst 21 Jahre alt ist und der VfB ein mögliches Entwicklungspotenzial erkennt.

Die Transfers des VfB Stuttgart haben sich in der Hinrunde gut eingepflegt, haben alle aber noch Spielraum, unter „Bessermacher“ Hoeneß zu wachsen. Das zeigen auch bereits vorhandene Spieler, wie Ramon Hendriks oder Jamie Leweling. Hendriks spielt eine starke Saison, Leweling ist in bestechender Form und hat wieder einen Schritt gemacht. Fabian Wohlgemuth hat in sechs von sieben Fällen ein gutes Händchen bewiesen, ein Spieler muss es noch zeigen. Der „fehlende Impact“ ist nicht vorhanden. Die Neuzugänge überzeugen in der Mannschaft, stechen aber nicht hervor. Auch die Belastungssteuerung scheint einfacher zu sein, Rotationen haben weniger Auswirkungen. So wirkt der VfB Stuttgart generell stabiler und konstanter als in der Vorsaison.

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