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Sport-Union Neckarsulm verschenkt Sieg gegen VfL Oldenburg

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Lange Gesichter in der Ballei: Neckarsulmer Handball-Bundesligist liegt am Mittwochabend zwei Minuten vor Schluss gegen den VfL Oldenburg mit drei Toren in Führung, bringt diese aber nicht über die Zeit.

Tempogegenstöße waren für die Sport-Union Neckarsulm in der ersten Hälfte ein probates Mittel zum Erfolg. Ausgerechnet in dieser Szene scheiterte Antje Döll (am Ball) allerdings an Oldenburgs Torhüterin Madita Kohorst.
Tempogegenstöße waren für die Sport-Union Neckarsulm in der ersten Hälfte ein probates Mittel zum Erfolg. Ausgerechnet in dieser Szene scheiterte Antje Döll (am Ball) allerdings an Oldenburgs Torhüterin Madita Kohorst.  Foto: Christiana Kunz

Munia Smits musste am Mittwochabend von ihren Teamkolleginnen fest in den Arm genommen werden. Die Spielführerin der Sport-Union Neckarsulm war untröstlich, denn ihr Fehlpass 20 Sekunden vor Schluss hatte dem Handball-Bundesligisten einen kostspieligen Ballverlust beschert – und in der heimischen Ballei damit letztlich einen Punkt gekostet.

Denn Oldenburgs Pam Korsten glich die Neckarsulmer 26:25-Führung anschließend bei zwei Restsekunden auf der Hallen-Uhr noch aus. Der Punktgewinn beim 26:26 (14:13) gegen den Europapokal-Teilnehmer VfL Oldenburg, das erste Remis überhaupt in der Amtszeit von Trainer Thomas Zeitz, schmeckte daher eher bitter als süß, und wirklich freudige Gesichter waren im Lager der Gastgeberinnen nicht zu erkennen. „Natürlich können wir auch aus diesem Spiel etwas mitnehmen, aber gerade sind wir alle sehr enttäuscht, dass es nur ein Punkt geworden ist“, gestand eine geknickte Meret Ossenkopp.


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Rechtsaußen Meret Ossenkopp sorgt für mächtig Wirbel

Dabei hatte es bis zur 26:23-Führung zwei Minuten vor Schluss ganz gut ausgesehen. Nach drei wackeligen Anfangsminuten und einem 1:3-Rückstand war schnell wieder jener Zug im Neckarsulmer Angriffsspiel zu sehen gewesen, mit dem die Sport-Union vier Tage zuvor beim 41:32 Frisch Auf Göppingen überrollt hatte.

Schnell, überlegt und vor allem konsequent war das, was Smits, Alicia Soffel und Angunn Gudmestad aus dem Rückraum spielten. Zwischen den Neckarsulmer Pfosten hatte Lena Ivancok unterdessen bereits nach einer Viertelstunde ihren Wert von vier Paraden aus dem Göppingen-Spiel überboten und somit ebenfalls großen Anteil an der 8:5-Führung nach zehn Spielminuten.

Außerdem wusste Meret Ossenkopp zu gefallen. Mal über ihre angestammte rechte Außenbahn und gleich zwei Mal nach langen Ivancok-Pässen im Tempogegenstoß verwertete die 27-Jährige ihre Gelegenheiten entschlossen. So standen nach 15 Minuten bereits vier Treffer auf ihrem persönlichen Torekonto.


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Knappe Neckarsulmer Pausenführung dank guter Abwehrleistung

Neben dem beweglichen Offensivspiel, das hin und wieder noch von durchaus vermeidbaren Technischen Fehlern zum Erliegen gebracht wurde, wusste auch das Abwehrspiel der Gastgeberinnen zu gefallen. 13 Gegentore zur Pause waren ein guter Wert – vor allem angesichts der siebten Feldspielerin, die Gästetrainer Niels Bötel in der Anfangsphase auf die blaue Platte beordert hatte. Dies hatte erst ein Ende, als sich der im Rückzug befindliche VfL dadurch drei einfache Gegentore eingefangen hatte.

Nachhaltig abschütteln ließen sich die Niedersachsen aber freilich nicht; weil sich dann doch noch einmal ein Technischer Fehler zu viel in das Spiel der Sport-Union einschlich oder Vizeweltmeisterin Antje Döll bei ihren Abschlüssen ungewohnte Nerven zeigte. So war die knappe 14:13-Pausenführung gleichzeitig ebenso verdient wie Ausweis eines engen Duells zwischen zwei Nachbarn aus dem Tabellenmittelfeld. Die erfolgreiche Abschlussquote von etwas mehr als 66 Prozent entsprach fast genau jenem Wert, den Thomas Zeitz im Vorfeld als Maßstab ausgegeben hatte, um am Mittwochabend eine realistische Chance auf zwei Punkte zu haben.


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Munia Smits bleibt Gesicht und Seele der Sport-Union Neckarsulm


Siegesjubel in der Ballei verstummt abrupt

Der VfL Oldenburg, der am nächsten Sonntag zwingend einen Sieg gegen Tertnes Idrettslag benötigt, um noch Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale der European League zu haben, sparte angesichts dessen mit seinen Kräften nicht. Im Gegenteil: Nach Wiederbeginn zog der VfL beim 17:19 auf zwei Tore davon (40.), weil er mit einer etwas offensiver ausgerichteten Abwehr das Neckarsulmer Spiel in die Tiefe unterband.

Das Zeitz-Team, in Ballbesitz inzwischen selbst mit einer zusätzlichen Feldspielerin auf der Platte, holte sich aber zehn Minuten vor Schluss seine Führung zurück und bescherte den 1087 Zuschauern dadurch eine spannende Schlussphase. Doch als die Ballei dann schon den Siegesjubel auf den Lippen hatte, sorgte Oldenburgs Pam Korsten für viele lange Gesichter.


Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (16 Paraden); Fossum (2 Paraden) – Ossenkopp (7), Gudmestad (3), Hinkelmann (2), Uscinowicz (2/2), Smits (5), Döll (2/1); Bruggeman (1), Soffel (2), Kordovská (2), Holtman, van der Linden, Albers.

Erfolgreichste Werferinnen VfL Oldenburg: Joanna Granicka (6/1), Jane Martens (4), Pam Korsten (4).

Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier.

Siebenmeter: Sport-Union Neckarsulm: 3/4; VfL Oldenburg: 1/4.

Zeitstrafen: 3/3.

Zuschauer: 1087.

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